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Falsche Berufswahl und mangelnde Einsicht

Gestern habe ich einen Menschen gesprochen, der sich bitterlich beklagte, seine Tochter habe nur eine „halbe Stelle“ bekommen, arbeite also nur etwa vier Stunden am Tag. Soweit die Information. Dann aber kam sogleich das Lamento: „Warum werden überhaupt Menschen für Berufe ausgebildet, für die kaum Bedarf besteht?“

Erstaunlich war, dass die Teilnehmer an der Gesprächsrunde kaum widersprachen. Im Gegenteil: Einer der Teilnehmer behauptete gar: „Das machen die doch absichtlich, damit sie den Lohn drücken können.“

Man erkennt daran, wie sehr die Tatsachen verdreht werden können: Wer sich einen Beruf wählt, für dem es nur wenig Bedarf gibt, und dies noch in einer Gegend, in der es ohnehin kaum Arbeitsplätze gibt, der sollte sich auch zu seinem Fehler bekennen und die Verantwortung nicht abschieben.

Nur Schade, dass Deutsche immer die anderen für das verantwortlich machen, was sie selber verbockt haben. Und dies sei hinzugefügt: Das ist etwas, was sich bei genügender Einsicht auch noch ändern ließe. Wer kurz nach der Ausbildung erkennt, kaum Chancen im erwählten, angeratenen oder in einem mit mäßiger Freude erlernten Beruf zu haben, der sollte sich dazu bekennen. Und das bedeutet auch: die Weichen im Lebensplan neu zu stellen.

Einen Beruf zu lernen, ist für die meisten Lebenswege kaum mehr als eine Grundlage. Ich kenne etliche Menschen (ich selbst schließe mich ein), die nicht ihr ganzes Berufsleben mit dem „erlernten Beruf“ füllten. Manche von ihnen erlernten einen zweiten Beruf, andere konnten in ihren Betrieben in einen anderen Beruf hineingleiten, für den sie Talent, aber keine Ausbildung hatten.

Und weil dies alles so ist: Nehmen Sie doch bitte ihr Leben in die Hand, statt es sich durch eine falsche Berufswahl aus der Hand nehmen zu lassen.
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Weisheiten über die Liebe (1)

Was Liebe ist, weiß niemand außer Ihnen. Denn mögen auch die Anlagen aller Menschen sehr ähnlich sein, so entfalten Sie doch im Laufe ihres Lebens so viele Varianten und Facetten über die Liebe, das kein Bild dem anderen gleicht.

Die einfache Weisheit:

1. Finden Sie ihren Weg zur Liebe, ohne drauf zu achten, was Sie irgendwo gelesen oder gehört haben.
2. Erproben Sie diesen Weg und beobachten sie, ob Sie damit den Erfolg haben, den Sie sich wünschen.
3. Sollten Sie unzufrieden sein, so versuchen Sie, ihre Sicht der Liebe an die Gegebenheiten anzupassen.

Anpassung erfordert den Willen, einen kleinen Verlust zu erleiden, um einen großen Gewinn einzufahren. Überprüfen Sie, ob dies bei Ihnen der Fall ist.

(Vergleichen Sie diesen Artikel bitte mit jenem auf "Wortwechsler". Wortwechsler wechselt Worte.)

Sind Berater für Lebensführung sinnvoll?

Sind Berater für Lebensführung sinnvoll? Kann man Partnersuchende überhaupt beraten? Auf "Datingrat" finden Sie die Antworten

Das Problem auf dem Weg - kleines Steinchen oder falsche Schuhe?

Auf keinem Gebiet der Lebensführung wird soviel Hokuspokus und offenkundiger Unsinn geredet wie auf dem Gebiet der Partnersuche. Würden Berufs- oder Karriereberater so viel Blech reden, wie es die selbst berufenen oder nicht-einmal-berufenen Berater für die Partnersuche tun – dann müssten sie ihre Büros längst schließen.

Zunächst ein paar Worte zu den allgemeinen Beratungen zur Lebensführung, die sozusagen die „Mutter aller Beratungsmodelle“ ist. Der typische Ratsuchende ist in einer Sackgasse, das heißt, er ist festgefahren und findet weder den Weg zurück noch den Weg, der ihn weiterführt. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, zu glauben, er sie zwar auf einem Weg, der weiterführt, aber dieser habe sich als ungeeignet erwiesen. Nur selten finden wir Menschen, die zwar auf dem richtigen Weg sind, die aber nicht über die nötigen Werkzeuge und Vehikel verfügen, um auf diesem Weg voranzuschreiten.

Berater lieben die "einfachen Fälle"

Sie werden unschwer feststellen, dass Berater diese dritte Kategorie lieben, sie gerne privat auf ihren Sesseln sitzen sehen und sich freuen, wenn sie in ihre Seminare kommen. Ihnen kann man leicht imponieren mit Phrasen wie „Selbstmotivation“, „Zeitmanagement“ , Erfolgsmethoden und ähnlichen Schlagworten. Es ist nun keinesfalls so, dass diese Methoden nicht anwendbar sind – doch sie eignen sich nicht für jeden Menschen in gleicher Weise.

Ich selbst bekenne, eine dieser Methoden zu verwenden, die allerdings weitgehend unerkannt ist: die Problemanalyse, die ich gemeinsam mit anderen und andere „strukturellen“ und logischen Methoden anwende. Sie ist nicht vor mir – hat sich aber bestens bei mir bewährt. Ich habe daraus eine Mini-Methode entwickelt, die den Vorteil hat, Abweichungen innerhalb kürzerer Zeit zu ermitteln, wenn das Problem nicht allzu komplex ist.

Die Kernfrage der Lebensführung

In der Lebensführung ist die Kernfrage ja stets: „Wo bin ich und wo will ich eigentlich hin?“ Wer eine andere Frage zuerst stellt, macht sich die Antworten unnötig kompliziert. Diese Frage stellt aber kein Problem dar, sondern gehört zu den Lebensumständen, denen der freie und selbstbestimmte Mensch jeden Tag ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Ein Sklave würde sich diese Frage ebenso wenig stellen wie ein Handwerker im Mittelalter oder eine Ehefrau in der Blüte des Bürgertums.

Zweifeln ist ein Privileg des freien Menschen

Nur beim freien, selbstbestimmten Menschen tauchen die zeittypischen Probleme auf. Sie bestehen normalerweise darin, dass ein Wunsch, eine Vorstellung nicht verwirklicht werden konnte, oder ein Ziel nicht erreicht wird. Ist dieser Fall gegeben, gibt es zwei Methoden: Entweder sich als „nicht verantwortlich“ zu erklären oder aber sein Leben neu zu ordnen und den Versuch zu wiederholen.

Etwas ändern, ohne dass sich etwas ändert – das Paradoxon

Dies ist der Punkt, an dem Beratung sinnvoll sein kann. Die übliche Forderung an den Berater besteht darin, „den Klienten zu waschen, ohne ihm das Fell nass zumachen.“ Das mag bereits paradox klingen, aber in der Praxis ist alles noch paradoxer:

„Ich will mein Leben grundlegende verändern, aber bitte so, dass möglichst alles so bleibt, wie es ist.“

Man geht also zu Beratern mit einem Problem, behauptet, eine Lösung zu wollen, verhindert sie aber zugleich dadurch, dass man die meisten Lösungen bereist ausschließt.

Warum Menschen keine Lösungen mehr haben

Ich denke, Sie als Leserin oder Leser erkennen nun, warum es keine „einfachen, bequemen Lösungen“ gibt. Trügerische Berater versuchen in dieser Situation, das Prinzip: „Sie müssen nur …“ zu verkaufen, um zu behaupten, dass es sie eben doch gibt, die einfachen Lösungen. In diesem Artikel (und nur hier) nenne ich Ihnen den Hintergrund, warum es keine „einfachen Lösungen“ gibt. Hätte der Ratsuchende sie nämlich, die „eingebauten“ einfachen Lösungen, so wären sie längst vom Gehirn aktiviert worden. Mit einem treffenden, aber leider brutalen Satz heißt es dann „Probleme hat nur, wem die Lösungen fehlen“. Das Ziel ist also, die Erfahrungen des Klienten soweit wieder zu aktivieren, dass er selbst die für ihn passende Lösung findet.

Wertloser Rat aus der Konserve

Viele Autoren – unter anderem Paul Watzlawick, Dr. Ankowitsch, aber auch ich, haben mehrfach darauf hingewiesen, wie trügerisch einfache Lösungen sind. Den Grund kannte schon der humorvolle Dichter Eugen Roth, der schrieb:

Zwar stimmte jeder Rat genau,
doch jeweils nicht für jede Frau.


Ein Rat der „schrecklichen Vereinfacher“ unserer Tage ist meist noch weniger wert: Er betrifft nicht uns, und er trifft nicht unsere Absichten.

Doch welche Lösungen gibt es denn? Nun, zunächst kann ich Ihnen sagen: Mehr als eine. Dann kann ich Ihnen verraten: Je anpassungsfähiger das Verfahren, dass sie verwenden, umso sicherer haben Sie die Erfolge im Kasten.

Das ist Ihnen sicher nicht genug an Information, nicht wahr? Dann verrate ich Ihnen jetzt, dass ich hier bald weiterschreibe. Und so viel kündige ich Ihnen an: Es gibt den Weg „erst feststellen, was machbar ist“ und den Weg „erst feststellen, wer ich bin“. Und dazu noch viele, viele andere Wege, die davon abhängig sind, welche Erfahrungen Sie persönlich bisher gemacht haben, und welche Lösungswege bisher in die Irre führten.

Hinweis: Dieser Artikel kann - in ähnlicher Weise - mehrfach im Internet erscheinen. Wie umfangreich die Folgen werden, entscheiden Sie - durch Klicks, Verlinkungen und sinnreiche Kommentare.
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Lügen, nichts als Lügen: an den Falschen geraten

Sich schmücken, genießen und auf wenige Wochen hinaus planen ... eine Lösung?


Bevor Sie ihr schickes Empörungskleid aus dem Schrank holen: Es gibt auch Männer, die nicht zu sich selbst stehen und sich selbst belügen und bemitleiden. Hier allerdings ist von Frauen die Rede – und falls Sie anderer Meinung sein sollten, ist es Ihr gutes Recht, zu widersprechen.

Sie haben sicherlich schon einmal den Satz gehört „Ich gerate immer an den Falschen“. Was haben Sie empfunden, als Sie diesen Satz hörten? Mitleid, Mitgefühl, Anteilnahme?

Dann sind Sie der Frau auf den Leim gegangen, die es sagt. Denn das ist genau das, was sie erreichen will: In den Arm genommen würden, weil sie sich nicht bemüht, ihr Gefühlsleben in Ordnung zu bringen.

Ist es falsch, Trost zu suchen?

Es ist doch nicht falsch, Trost zu suchen, sagen Sie?

Nein, es ist nicht falsch. Solange die Dame, die da Trost sucht, wahrhaftig etwas an ihrem verkorksten Gefühlsleben ändern will. Aber es ist ganz falsch, wenn diese Frau morgen wieder genau mit den gleichen Methoden genau dieselben Fehler machen wird.

Warum die freundschaftliche Beraterin oft die „Lackierte“ ist

Der „Angeschmierte“ sind dabei Sie, die Sie als Trösterin oder Tröster fungiert haben – sie waren nichts als der Seelenmülleimer. Denn diese Frau will dies von Ihnen:

1. Sie will hören, dass sie nicht verantwortlich für ihr Unglück ist.
2. Sie will ihre Seele befreien, aber denkt gar nicht daran, echte Reue zu zeigen, weil sie ja an nichts „Schuld“ ist.
3. Sie wird (und will) morgen wieder die gleichen Fehler machen, weil sie kurzfristig einen Nutzen daraus zieht.

Die knallharte Wahrheit: alles nichts als Lüge

Wer Sätze analysieren kann, wird diesen Satz ohnehin als Lüge identifizieren:

Ich gerate immer an den Falschen.


Sie haben sicher bemerkt, dass hier die Passivform genutzt wird. Mit „ich gerate“ will Ihnen die Person sagen, dass sie auf keinen Fall für irgendetwas, was sie tut, verantwortlich sein kann – sie „gerät“ ja in Situationen. Wer in eine Situation „gerät“ hat aber keine oder nur eine sehr geringe Verantwortung. Verräterisch ist zum Zweiten das Wort „immer“ – es weist darauf hin, dass die Frau mehrfache „Wiederholungstäterin“ ist. Das heißt, sie hat aus keiner ihrer Beziehungen etwas gelernt und niemals ernsthaft versucht, etwas zu verändern. Der „Falsche“ schließlich ist ein typisches Hohlwort – denn es gibt den „Richtigen“ ebenso wenig wie den „Falschen“. Es gibt nur Menschen, die Eigenschaften haben.

Also – was machen wir mit einer Person, die behauptet, sie gerate „immer an den Falschen?

Hilfe – professionell oder anderweitig?

Wir haben nicht viele Möglichkeiten, zu helfen – die schicke ich voraus. Aber wer ernsthaft behauptet „Ich gerate immer an den Falschen“, der benötigt keinen Trost, sondern Hilfe.

Ein Psychoanalytiker würde in dieser Situation tief schürfen und sich fragen: „Warum gerät sie an die Falschen?“, oder richtiger: „Warum sucht sie sich immer die Falschen?“ Wenn dieser Analytiker ein Mensch „alter Schule ist“, durchwühl er dabei Kindheit, Pubertät und noch mehr. Die Rechnung wird dabei immer höher, und Sie werden immer älter. Ob jemand dabei herausfindet, warum er an den Falschen gerät? Es ist möglich, aber nicht sicher. Und ob sich aus dem Erkannten eine Verhaltensänderung ergibt, ist nicht sicher. Dennoch will ich nicht ausschließen, dass Psychoanalyse helfen kann.

Das Verhalten analysieren?

Wahrscheinlicher ist, dass einer Betroffenen jemand helfen kann, der ihr Verhalten analysiert. Das können manche Berater oder – als Königslösung – Verhaltenstherapeuten. Allerdings kann sie dies auch jeder selbst tun. Mit Problemanalysen, Soll-Ist-Vergleichen und Prioritätenlisten kann man ein gutes Stück weiterkommen. Das erfordert allerdings knochenharte Ehrlichkeit und den Willen, etwas zu verändern.

Paradox intervenieren

Möglich ist auch, dass eine „Paradoxe Intervention“ hilft. Dabei rät der Therapeut, in Zukunft auf alle Fälle nur mit den „Falschen“ zu flirten, auszugehen und zu schlafen. Da dies so gut wie unmöglich ist, könnte sich das Problem von selbst lösen.

Einfach und effizient: Akzeptieren, dass man so ist

Es gibt jedoch noch einen anderen Weg, der viele Frauen erstaunen mag: das eigne Verhalten zu akzeptieren und nicht als ausweglos anzusehen.

Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Was ist eigentlich schlecht daran, ständig an „den Falschen zu geraten“? Doch wohl nur, dass die Beziehung nicht hält. Daraus ergibt sich: Warum sollte die betroffene Frau nicht versuchen, diesen stetigen Wechsel für sich zu akzeptieren du die schönen und lustvollen Momente darin auszukosten? Es mag ja nicht gerade von „sehr Erwachsen sein“ zeugen, wenn man nach dem Lustprinzip lebt, aber es ist immerhin ein Weg, sich vom Zwang des „Richtigen“ zu befreien. Damit würde ein ungeheurer Erfolg erzielt.

Wenn das Problem schon die Idee des „Richtigen“ ist

Warum? Weil die Suche nach „dem Richtigen“ im Grunde ein unlösbares Problem ist. Dazu müsste ich nun aber zu weit ausholen. Ich will hier nur dies sagen: Die Suche nach dem „Absoluten“, also „dem Richtigen“ verhindert die besseren Lösungen, die darin liegen, nach dem „Möglichen“ oder auch nach dem „Ungewöhnlichen“ zu suchen. In der Rangordnung der Probleme wären dies sogenannte Lösungen erster und zweiter Ordnung. Sie hätten den Vorzug, erheblich sicherer zum Erfolg zu führen.

Ab dem folgenden Punkt sechs habe ich noch einige rein pragmatische Methoden aufgeführt, die nicht jedem Menschen möglich sind. Versuchen können Sie es aber in jedem Fall. Der Vorteil: Die Vorschläge mit den Zahlen sechs bis neun können Sie schon morgen erproben.

Fassen wir alles zusammen?

Das Fazit: 10 Lösungen für „ich gerate immer an den Falschen“

Dann gäbe es also folgende Lösungen:

1. „Das Fell waschen lassen“ – (von Freund oder Freundin) setzt unmittelbare Einsicht voraus.
2. Psychotherapie – langwierig und unsicher.
3. Verhaltenstherapie – schnell, setzt aber Änderungswillen voraus.
4. Paradoxe Intervention – in Deutschland umstritten.
5. Selbsthilfe- und Problemlösungsmethoden – für all diese Methoden ist eine enorme Selbstdisziplin erforderlich.
6. Sich vom Zwang befreien, den „Richtigen“ zu suchen, sondern das zu genießen, was möglich ist.
7. Selbst „paradox intervenieren“ – kann man erproben, in dem man bewusst keine Beziehung sucht, sondern sich dem Moment hingibt.
8. Kürzer zu planen. Nicht auf Monate sondern Woche für Woche.
9. Sich auf das „Naschen“ verlegen. Gar nicht daran zu denken, dass eine Beziehung lange halten könnte oder gar „muss“.
10. In andere Länder gehen, andere Kulturen ansehen. Erfahren, warum man hier nicht nach dem „Richtigen“ sucht.

Feedback: Sagen Sie mir bitte, was Sie davon halten.

Hinweise: Paradoxe Interventionen und ander Methoden der Verhaltenstherapie werden bei Watzlawick, Weakland und Fisch eindrucksvoll beschrieben.
Vom selben Autor zum gleichen Thema – Liebepur.
Andere Sichtweisen: Von Eric Hegmann.
Dieser Artikel erscheint parallel in der „Liebeszeitung und in „Datingrat“
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Die Dating-Algorithmen – „Psycho-Fritzchens kleine Trickkiste“

Sie sehen, wie einfach Matching sein kann ...

Während sich ein bekanntes US-amerikanische Unternehmen felsenfest an die Dating-Algorithmen klammert, räumt die Konkurrenz ein, dass „Magie“ (auch Liebe genannt) scharf mit Computer-Algorithmen konkurriert.

Mit anderen Worten: Leute, die der Computer als „kompatibel“ bezeichnet, sind es noch lange nicht. Sie stimmen – wenn alles mit rechten Dingen zugeht – nur in bestimmten Eigenschaften überein. Dieser Meinung sind, entweder hinter vorgehaltener Hand oder gar öffentlich – übrigens sehr viele Dating-Fachleute, Psychologen und Programmierer. Kurz gesagt: Alles, was sich programmieren lässt, ist in den Grundlagen eine Folge von Schaltzuständen, die man als „0“ und „1“ bezeichnen könnte, während Menschen in keiner Weise binär sind.

Wem das zu primitiv ist, dem kann ich ein anderes Beispiel geben, das plausibler ist: Die Fragebögen, die dazu dienen, die Dating-Algorithmen zu erstellen, zwingen einzelne Persönlichkeiten in ein Kästchen aus Daten, das nicht den Menschen repräsentiert, sondern einen Homunkulus.

Kommen die beide „gefundenen“ Partner dann zusammen, erkennen sie zuerst, dass ihre „Gestalt“ zählt und nicht der magere Extrakt, den der Computer gefunden hat. Wenn man Programmierer statt Psychologen nach Dating-Algorithmen fragen würde, wäre der Zauber schnell als das entlarvt, was er ist: Psycho-Fritzchens kleine Trickkiste. Aber man fragt sie vorsichtshalber nicht, sondern erklärt, dass sie von den höheren Weihen der Psychologie nichts verstehen. Dreht man den Satz um, dann kann man genauso gut behaupten, dass es eine elendigliche Frechheit von Psychologen ist, das dumme Zeug, das sie zusammenfaseln, in reale Daten umzusetzen.

Ob ich da zu weit gehe? Ich bin längst nicht mehr im IT-Geschäft, habe also keine Privatinteressen, dies alles zu behaupten. Im Grunde genommen hat diese Betrachtung nicht einmal etwas mit Informationstechnologie zu tun. Eher schon etwas mit einem Beobachter, der sich hinter einem Zauberkünstler befindet und die Tricks aus einer anderen Perspektive sieht als das begeisterte Publikum.

Im Bereich der Sofort-Begegnungen, die ja inzwischen hinreichend bekannt sind, ist „Matching“ einfach: Beide sind geil, und wenn sie nicht gerade voreinander davon laufen, dann vögeln sie.

Das ist offenbar die einzige Matchingformel, die wirklich funktioniert. Alle anderen Paare sollten sich, wie ich finde, zu schade dazu sein, ihr Leben den Psycho-Fritzchen zu überlassen, die Matching-Algorithmen basteln.

Sie können mehr dazu (in englischer Sprache) der "Nationalpost" lesen)
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Dating-Regeln: der abgekupferte Blödsinn

Regeln? Welche Regeln?

Nachdem der Kölner Stadtanzeiger sich die Mühe machte, eine Expertenrunde zum Thema Dating-Regeln einzuladen, gibt nun mancher „Experte“ im Internet seinen Senf dazu. Dabei wird versucht, die Fragen nochmals zu beantworten – natürlich besser als zuvor. Wobei mich mal wieder der Hafer sticht und ich an Karl Valentin denke: „Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.“

Falls Sie trotzdem wissen wollen, wie ich über Dating-Regeln denke (1), dann lesen Sie bitte weiter – wenn nicht, lesen Sie die Ausführungen im „Kölner Stadtanzeiger“, die sich allerdings auf einen Satz reduzieren lassen, den ich gerne zitiere:

Dating-Regeln sind unangebracht, weil … unbewusste Vorgänge darüber entscheiden, wer wen anziehend findet oder nicht – und sich das durch einen Verhaltenskodex nicht steuern oder erzwingen lässt.


Das ist tatsächlich das Ergebnis der hochkarätig besetzten Expertenrunde, die damit den Nagel auf den Kopf trifft.

Woher kommt der ganze Müll an Dating-Regeln?

Die Antwort ist einfach: aus den USA. Die Amis haben irgendwann mal Regeln gebraucht, die einem „anständigen“ Mädchen erlaubten, mit verschiedenen Kerlen auszugehen, und dabei nicht gleich als Schlampen zu gelten. Und wie es bei Regeln so ist: Die bleiben in den Köpfen von Großmüttern und Mamis – und landen schließlich bei den Töchtern.

Wer verbreitet den Blödsinn in den USA?

Auch einfach: Außer in den Hirnen der Mütter stehen diese Regeln in beliebten Büchern, die jedem jungen Mädchen „alternativlos“ anempfohlen werden. Jede Frau, die auf ihren untadelig-jungfräulichen Ruf Wert legt, wird angehalten, die Regeln zu befolgen.

Wie kam der Unrat nach Europa?

Das ist nun wirklich interessant. Der Grund liegt darin, dass eine Anzahl von fragwürdigen Autorinnen und Autoren, die keine Ahnung von der Partnersuche hatten, aber viel Erfahrung mit dem Abschreiben, in die Ami-Bücher gelinst haben. Nachdem die ersten Autoren alles abgekupfert hatten, was drin stand, brauchte die nächste Welle von Kopierkatzen nur noch dort abzuschreiben. Nachdem der ganze Quatsch überall stand, haben tatsächlich einige deutsche Frauen geglaubt, die Regeln hätten irgendeinen Wert.

Und wie werden wir den Unfug "Datingregeln" wieder los?

Sehr, sehr einfach: indem wir uns daran erinnern, wie man sich selbstbewusst gegenüber Fremden verhält. Ein Mensch beim Blind Date ist nichts als ein Fremder, der von sich behauptet, auf Partnersuche zu sein. Es gelten also die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Unbekannten. Was man wirklich wissen muss: Die meisten Probleme mit Partnersuchenden entstehen nicht durch Täuschung, sondern durch Selbst-Täuschung. Heißt im Klartext: Je höher die Erwartungen, umso eher kann man enttäuscht werden. Übrigens ist jeder Mensch gut beraten, seine eigenen Regeln für seinen Lebensweg aufzustellen, statt sie aus Büchern zu beziehen.

Was ist mit dem „Gesprächsknigge“?

Es gibt nur zwei wirklich wichtige Grundregeln. Die eine heißt „offene Fragen stellen“, die andere „jederzeit gut hinhören. Dafür gibt es eine Faustformel: Wenn Sie glauben, nur ein Drittel der Zeit selbst gesprochen zu haben, haben Sie in Wahrheit mindesten die Hälfte der Zeit gesprochen. Das hat aber nichts mit „Dating“ zu tun.

Worauf muss man sich wirklich vorbereiten?

Auf Ablehnungen und auf Geschlechtsverkehr. Entwickeln Sie Ihre individuelle Ablehnungs- und Lustkultur, dann versäumen sie einerseits nichts und werden andererseits nicht zu sehr enttäuscht.

Wenn Sie Zweifel an den Aussagen haben, sagen Sie es mir – wenn Sie diese Aussagen als richtig empfinden, verbreiten Sie den Inhalt, soweit nicht anderweitig geschützt, überall.

(1) Ich stehe jederzeit jeder Redakteurin und jedem Redakteur zur Verfügung, um die Fragen zu vertiefen.
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Liebe und Partnersuche - ökonomisch

Der Aufwand der Liebe ... und die Wirtschaftlichkeit

Eine ökonomische Betrachtung zu Liebe und Partnersuche

Falls Sie sich fragen, was dies mit der Liebe zu tun hat – Sie finden die Antwort im letzten Kapitel. Dieser Artikel benutzt als Ansprache das „ich“. Das bedeutet: Gemeint sind Sie, höchstpersönlich. Sollten Sie sich fragen, warum dieser Artikel keine wissenschaftliche Referenz hat: Die Ökonomie der Liebe ist den meisten Forscher „zu heiß“, und Ökonomen interessieren sich ohnehin nur am Rande für die Liebe.

Das vereinfachte ökonomische Modell der Partnersuche

Das ökonomische Modell der Partnersuche hat hat zwei Seiten:

1. Wen begehre ich?
2. Wer begehrt mich?

Die Frage ist also: Wie kann ich jemanden finden, den ich ausgesprochen geeignet finde, und der zugleich auch mich will?

Die Antwort ist im Grunde einfach, erfordert aber etwas Einsicht:

Wenn ich mich auf einen Partnermarkt begebe, auf dem mich viele Menschen als „geeignet“ einstufen, habe ich mehr Chancen, als wenn ich auf einen Markt gehe, auf den sich Menschen befinden, die meinem Wunschbild entsprechen.

Also ist es günstiger, meine Forderungen an den späteren Partner einzuschränken und stattdessen bei jenen zu suchen, für die ich selbst wertvoll bin. Dabei könnte es sein, dass ich mich „unter Wert“ verkaufe. Aber solange ich nicht wirklich weiß, welchen Wert ich am Partnermarkt habe, kann ich mich werde zu billig noch zu teuer verkaufen – mit anderen Worten: Ich bin selbst gar nicht Herr meiner Entscheidungen.

Ökonomie von Gleichheit und Unterschiedlichkeit

Aus ökonomischer Sicht ist die psychologische Wertediskussion um „Gleich und Gleich“ oder „Gegensätze ziehen sich an“ völlig irrelevant. Gleichwohl öffnen Unterschiede eher neue Perspektiven, während manche (aber nicht alle) Gleichheiten uns vorantreiben, so wie ein Gespann mit zwei Zugpferden. Das bedeutet auch: Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften können einander ergänzen, was zur persönlichen Vervollkommnung beider beiträgt, während Menschen mit gleichen Eigenschaften ihre Defizite beibehalten.

Wem das zu kompliziert erscheint, den nehme ein einfacheres Beispiel. Wenn sich zwei Partner finden, die beide „moderne Massenmöbel“ besitzen, entsteht eine einheitliche, aber meist etwas sterile Wohnumgebung. Hat der eine jedoch individuelle Möbel (Schreiner- Design- oder Antikmöbel“ und der andere moderne Massenmöbel, so entsteht eine vergleichsweise interessantere Wohnumgebung.

Die Suche aus ökonomischer Sicht

Die Frage ist nicht „Wie kann ich das Beste finden? Sondern „Wie kann ich das Beste mit den Mitteln finden, die ich in die Wagschale werfen kann?“ Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil sie zumeist auf Versuch und Irrtum basiert. Am besten lässt sich dies beschreiben, indem man sich sagt: Ich muss suchen, bewerten, und dann herausfinden, wie ich selbst bewertet werde. Dabei muss ich sowohl damit rechnen, jemanden abzulehnen, wie auch ich einkalkulieren muss, selbst abgelehnt zu werden. Problematisch daran ist nicht die Tatsache, dass ich ablehne oder angelehnt werde, sondern wie häufig dies geschieht. Lehne ich zu oft ab, muss ich zurück auf die Basis („Wen begehre ich?“), denn dann sind meine Erwartungen zumeist zu hoch. Es kann auch sein, dass ich dann auf dem falschen Markt gesucht habe, aber das trifft deutlich seltener zu. Werde ich zu oft abgelehnt, so muss ich mir die Frage erneut stellen: „Wer begeht mich?“ Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich mein Verhalten (möglicherweise auch nur mein Suchverhalten) dann ändern muss, um begehrter zu werden.

Die Funktion der Ablehnung aus ökonomischer Sicht

Wenn ich abgelehnt werde, habe ich den Vorteil, nach den Gründen fragen zu können. Je nachdem, wie ich Frage, bekomme, ich ausweichende oder ehrliche Antworten. Jede ehrliche Antwort ist ein Gewinn, also kann jede Ablehnung ein Gewinn sein. Über die Ökonomie hinaus kann ich mir dann überlegen, ob ich mich selbst genau kenne und wie ich mich selbst bessre kennenlernen kann.

Werde ich nicht abgelehnt, kann ich selbst ablehnen oder dem potenziellen Partner ein Angebot unterbreiten, wie der nächste Schritt aussehen soll und die Suche damit (zumindest vorläufig) beenden. Falls ich ablehne, muss ich weitersuchen, was mich Zeit, Geld und Mühe kosten wird. Eine brauchbare Strategie dabei ist das Prinzip, jeweils ein Maximumziel und ein Minimumziel zu verfolgen und zuzugreifen, falls der Partner über dem minimalen Ziel liegt.

Ökonomie und hohe Erwartungen

Hohe Erwartungen (volkstümlich auch Ansprüche genannt) sind erfüllbar, wenn ich selbst ein „Premium-Angebot“ aus der Sicht anderer bin. Das ist ehr selten der Fall. Ich muss mich also voraussichtlich in diejenigen Personen einordnen, die knapp über oder knapp unter dem Durchschnitt liegen. Wer also hohe Erwartungen hat (und behält) wird länger, teurer und zeitraubender suchen müssen, ohne die Gewissheit zu haben, einen Partner zu finden. Es gibt drei Wege, die Partnersuche in diesem Fall zu verändern:

1. Intensiver suchen.
2. Gezielter suchen.
3. Unter veränderten Kriterien suchen.

Allerdings hat die Lösung (1) kaum Chancen, weil die Intensität nicht beliebig gesteigert werden kann. Die Lösung (2) hat Chancen, wenn die Suche bisher eher ziellos war. („Mal sehen, was kommt“) . Langfristig bringt nur die Lösung (3) die erwünschten Erfolge.

Kann denn Liebe ökonomisch sein?

Ja, sie kann. Denn wie und ob überhaupt das Gefühl der Liebe entsteht, ist abhängig davon, ob ein liebenswerter Partner gefundene wird. Mit jedem Tag, an dem ich ihn nicht finde, entgeht mir eine wichtige Kraftquelle, die mein Leben bereichert.

Bild: Historisch.
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Ein gutes 2015

Das Jahr hat begonnen - lasst es lustvoll, sinnlich und erfolgreich sein
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Misserfolg bei der Partnersuche – muss man sich selbst ändern?

Trugbilder und Wunschbilder - schlecht, wenn man darauf fixiert ist

Wenn es eine Klage gibt, die das ganze Leben der Berater für die Partnersuche durchzieht, dann ist es dies: „Ich finde keinen Partner, obgleich ich alles versucht habe.“

Fragt man nach, so sieht die Sache differenzierter aus: Ja, gelegentlich habe man schon Kontakte, Treffen und dergleichen gehabt, aber entweder sei’s dann nicht der Richtige gewesen oder die Sache sei nach kurzer Zeit schon wieder auseinandergegangen.

Die Problemanalyse – wirkungsvoll, aber nur ein Anfang

Was kann man dann noch tun? Nun, es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, man lässt sich eine Problemanalyse erstellen. Das kling sehr hochtraben, ist aber kaum mehr als eine Betrachtung dessen, was man schon gemacht hat und was man damit erreichen wollte, gefolgt von einem Vorschlag, was man noch tun könne.

Selbstveränderung mit Sorgfalt und Bedacht – oder Profi-Hilfe

Oder aber, man geht ernsthaft eine Selbstveränderung an, besucht ein eher konservativ aufgebautes Kommunikationsseminar (1) oder versucht, professionelle Hilfe durch einen Verhaltenstherapeuten zu bekommen.

Was dabei am Ende herauskommt, ist im ungünstigsten Fall eine geringfügige Änderung, die Ihnen „ein bisschen“ nützt. Im besten Fall bauen sie Ihre Persönlichkeit aus vorhandenen Bestandteilen neu auf, bekommen positive Rückkoppelung von überall und leben hinfort glücklicher. In jedem Fall allerdings empfinden Sie hinterher: Oh, das alles passt hervorragend in mein Leben – und ich wollte genau dorthin, wo ich hingekommen bin.

Bevor Sie jetzt in Euphorie verfallen: Das dauert alles ein bisschen. Denn die Menschen sind von Natur aus faul: Sie behalten lieber Ihr unvorteilhaftes Verhalten bei, das sie kennen, als ein neues Verhalten zu erlernen, von dem sie noch nicht recht wissen, wie sich’s auswirkt.

Übrigens: Auch die Problemanalyse, oder wie ich sie nenne, die Problem- und Chancenanalyse bringt nicht in jedem Fall eine Lösung, sondern nur dann, wenn sich herausstellt, dass Sie ein Problem mit den falschen Methoden angegangen sind. Dazu kann Ihnen Paul Watzlawick mehr sagen – der hat dazu eine wichtige Theorie entwickelt (2). Sie sehen, ich greife nichts aus der Luft.

Der "letzte Schrei" - wasch Dir selbst das Gehirn

Was gäbe es sonst? Natürlich noch etwas Anderes. Sozusagen der „letzte Schrei“. Es ist eine Kombination von Selbstverleugnung und Selbstbetrug, die man auch als Do-It-Youself-Gehirnwäsche bezeichnen könnte.

Gehirnwäsche bedeutet ja, alles, was uns „eigen“ ist, also unser gegenwärtiges Selbst, zu zerstören und ein gefälschtes, fremdes Bild anzunehmen. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und typisch für verbrecherische Geheimdienste und totalitäre Regime in Ost und West.

Was, wenn man es selber tut oder sich beraten lässt, wie man es sich selbst antun kann? Ist es nicht verführerisch, einmal jemand „ganz anderer“ zu sein?

Die Leute, die so etwas lehren, haben einen Trick. Sie sagen, dass man nicht gleich das „ganze Selbst“, also die „Komplette Person“ umkippen muss, sondern dass man einen Teil des Verhaltens isolieren, neu programmieren und dann an die Stelle des alten Teils setzen kann. Dann geht man auf die Pirsch, und sobald man dies tut, ist es so, als ob der freundliche und charmante „Dr. Jekyll“ sich an der Tür zur Bar in den sexdurstigen Verführer „Mr. Hyde“ verwandelt würde. Das bedeutet so ungefähr: Mr. Hyde reißt die Frauen auf, vögelt sie und schmeißt sie fort, wie er will – und Dr. Jekyll weiß dies zwar, kann aber nichts dagegen tun.

Ach, das glauben Sie nicht?

Dann lesen Sie mal dies(3):

(Ich konnte mit diesen Methoden) … nur Frauen klarmachen, mit denen ich nicht reden konnte, geschweige denn zusammen sein wollte. Ich wollte jemanden, der interessanter ist.


Inzwischen hatte der Mann die Methoden allerdings schon so schwer in sein Hirn eingebrannt, dass es ihm schwerfiel, in „normalen“ Kategorien zu denken.

Fragt sich, wer sich so etwas antun will. Insbesondere aber, wie man das einprogrammierte Verhalten wieder zurückprogrammieren kann und welchen Nutzen (außer ein paar gefüllten Kondomen) jemand hat, der sich so vor sich selbst erniedrigen muss.

(1) Nach Eric Berne, Paul Watzlawick oder nach der Methode des Friedemann Schulz von Thun.
(2) „Lösungen“, gemeinsam mit John Waekland und Richard Fish, Bern 1974.
(3) Zitat aus „Fiese Kerle“ , Seite 243, Hamburg 2013
„Klarmachen“: Rumkriegen, abschleppen, flachlegen, alsbald vögeln.
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Partnersuche: dem Trend folgen oder einen eigenen Wege gehen?

Dem Trend folgen oder seine eigene Methode entwickeln? Dieser Orang hat den eignen Weg gewählt
Einem Trend zu folgen hat ohne Zweifel seien Vorteile – aber auch, sich dem Trend zu verweigern. Denn dort, wo der Trend verläuft, treffen wir auf die Massen, und „die Konkurrenz ist groß“, wie man so sagt. Folgen Sie also dem Trend, so müssen Sie sicher sein, „in der ersten Reihe“ jener zu stehen, die am Partnermarkt begehrt sind.

Nun gut, sie könnten auch noch in der zweiten oder dritten Reihe sitzen, das erscheint logisch, nicht wahr? Aber je weiter hinten sie im Trendzug sitzen, umso schwieriger4 wird für es für Sie, einen Partner zu finden.

Wenn Sie ein Trendreiter sind, müssen Sie ganz vorne reiten

Das Problem dabei: Sie wissen zumeist gar nicht, wo sie „sitzen“, denn das ist abhängig davon, wie gut ihre Eigenschaften in den Markt passen, wie gut sie für sich werben können und ob Sie sicher „zugreifen“, wenn sich der richtige Partner endlich in Ihre Nähe begeben hat.

Sicher, das gilt für Sie auch, wenn Sie nicht dem Trend folgen, sondern „ganz normal“ auf Partnersuche sind. Aber es ist ungleich schwerer, die eigene Position in der „großen Masse“ zu ermitteln als in einem überschaubaren Kreis. Insofern stimmt zwar, was die Marketingleute sagen: Ist das Angebot überschaubar, so sind die Marktchancen besser. Aber leider stimmt das nicht ganz. Denn während auf dem Markt der Konfitüren, auf dem man solche Marketing-Spielchen zelebriert, nur der Kunde entscheidet, was gekauft wir, entscheiden auf dem Partnermarkt beide, ob sie zueinander passen. Und insofern bleibt die Frage: Kann ich mich richtig einschätzen als Anbeter und als Gesuchter?

Nicht gegen den Trend handeln - sondern anders damit umgehen

Was also sollte jemanden bewegen, nicht dem „großen Trend“ zu folgen? Und wie hat man damit Erfolg?

Zunächst einmal sollen Sie sich fragen, ob sie bei der Partnersuche wie in einem Marathon mitlaufen wollen, ohne jemals eine Chance auf den Erfolg zu haben. Das tun Menschen durchaus, im Sport wie auch in allen anderen Lebensbereichen. Tinder ist ein Beispiel, und manche große, strukturarme Singlebörsen sind es auch, Wenn „dabei sein“ alles ist, dann ist es in Ordnung. Sie waren dabei - und gut ist es. Das bedeutet nicht zwangsläufig, keinen Erfolg zu haben. Nur stellt sich der Erfolg dabei entweder ein oder eben nicht, so, als ob Sie zu einer Messe gehen und sich dort zufällig in einen Aussteller verlieben. Es war nicht ihr Ziel – aber es ist eben passiert.

Sich selbst austesten - nahezu unerlässlich für die Partnersuche

Wenn Sie hingegen austesten wollen, in welcher „Liga“ Sie bei der Partnersuche spielen krönen, dann sollte Sie nicht dem Trend unterwerfen, Sie sollten vielmehr ermitteln, welchen Platz Sie einnehmen können, und wie sie von dort aus die besten Chancen wahrnehmen können. Haben Sie einmal die „Liga“ gefunden, dann ist es nicht weit bis zu den Menschen, die als „Jagdbeute“ für Sie infrage kommen.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann und der Markt

Ein klein wenig unterscheidet sich die Partnersuche der Frauen von der Suche der Männer - nicht allein wegen der geschlechtlichen Besonderheiten, sondern wegen der "Marktbedingungen". Für halbwegs gut aussehende Frauen in jungen Jahren (bis etwa 29) können Sie alles sein – vom Kindermädchen bis zur Diplompsychologin. Eine ausreichend gepflegte Sprache, erotische und möglichst auch soziale Fähigkeiten sind die einzigen Voraussetzungen, um viele Verabredungen zu treffen. Der Mann, der sie will, wird um Sie werben - und Sie können dies erst einmal auskosten. Falls Sie dazugehören: Überlegen Sie sich, welchen Lebensweg Sie sich vorstellen. Die Idee, einen reichen, attraktiven Mann zu heiraten, ist durchaus durchsetzbar, mit ihm zu leben ist allerdings oft nicht leicht. Wenn Sie ein selbstständiges, dennoch gebundenes Leben in Liebe und Glück finden wollen, müssen Sie sich auf gezieltere Dates einstellen und sicherlich dabei die eine oder andere Kröte schlucken. Sollten Sie nicht zu diesen privilegierten Frauen gehören, ist Ihre Suche wie das Leben, das Sie führen: durchschnittlich. Indessen hat der "Durchschnitt" durchaus Vorteile, weil die Lebenswege hier überschaubarer und gelegentlich gar zufriedenstellender sind. Sie werden entdecken, dass Sie nicht ausschließlich beworben werden, sondern auch selbst für sich werben müssen – und diesmal sogar um die Männer, die schon eher „Kompromisskandidaten“ sind. Dazu sollten Sie einfach nur wissen, wo sie die Kompromisse machen wollen und können – und vor allem: Sie sollten sich mit diesen Männern treffen und „Tacheles“ reden – dann wird Ihnen bald klar werden, wo Sie Ihren Honig finden könnten.

Die Chancen des Mannes - toll sein, anpassen oder über 50 werden

Reden wir vom Mann? Seine Chancen sind umso günstiger, je besser er aussieht, je mehr Ansehen er genießt und letztendlich auch – je mehr Geld er scheffelt. In den letzten Jahren ist oft das „Wort „Bildung“ in Zusammenhang mit suchenden Akademikerinnen gefallen. Ich kann Sie absolut beruhigen: Ihre Diplome zählen erst ab Doktor oder Professor, bis dahin gilt, dass der wirtschaftliche Erfolg bei der „Damenwahl“ eindeutig die Bildung überspielt.

Nun gut, Sie sagten, dass sie nicht in der Oberliga der Schönen, Starken, Reichen und Mächtigen spielen? Ja, dann gehören Sie leider zur Mehrheit. Ich gebe Ihnen zunächst den gleichen Rat wie den Frauen: Gehen Sie Kompromisse ein, es schmerzt wirklich nicht sonderlich. Und dann diesen Rat: Die wirklich tollen Kerle, die alles in sich vereinen, sind rar, und deswegen gehen auch Frauen oftmals Kompromiss ein. Versuchen Sie, sich trotz mancher Unterschiede mit ihnen zu verabreden. Es lohnt sich, denn Gelegenheit macht Liebe. Ein dritter Rat gefällig? Bitte schön: Frauen wollen immer die „tollsten Eigenschaften“, schätzen aber auch Treue, liebevolle Umgarnung und soziale Fähigkeiten. Haben Sie schon mal versucht, darauf abzuheben?

Vielleicht sollte ich Ihnen noch ein Bonmot dazu übermitteln: Ab ungefähr 50 brauchen Sie sich keine Sorgen mehr über Damen zu machen, denn „wenn sie halbwegs gut ausswehen und Haare auf dem Kopf haben gehen sie weg wie warme Semmeln“. Das hat etwas mit den Gesetzen von Angebot und Nachfrage zu tun: Die Nachfrage nach Männern ab 50 ist bei den über 40-jährigen Frauen enorm groß, das Angebot hingegen gering – voilà. Das ist definitiv alles, was es dazu zu sagen gibt.

Lohnt sich Ehrlichkeit für Berater?

Nein, ich verkauf keine Träume ...
Ehrliche Berater zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie ehrlich sind. Das sei selbstverständlich, meinen Sie? Nein, ist es nicht. Denn viele Berater legen die Elle ihrer eigenen Maßstäbe an, und wenn sie es nicht tun, dann versuchen sie, „psychologisch sanft“ auf ihre Klienten einzugehen, um ihnen auf gar keinen Fall „zu nahe zu treten.“ Der Grund: die meisten Klienten wollend nicht die Wahrheit hörne, sondern sie suchen die Bestätigung, dass sie recht haben. Sagt Ihnen der Berater das Gegenteil, so verdient er kein Geld. Arbeitet er gar an einer Beratungs-Hotline, so kann es ihm passieren, dass seinem Unternehmen die EUR 1,99 aus der Nase gehen, die diese Leute für jede Minute kassieren.

Wie wäre es mit der Wahrheit?

Vermutlich würde der Klient sie nicht einmal verstehen, die Wahrheit. Denn sie ist einfach: „Ändere dich und beobachte, ob diese Änderungen dir den gewünschten Erfolg bringen.“ Das ist das Einzige (zum Mitschreiben: D-A-S E-I-N-Z-I-G-E, was wirklich funktioniert.

Manchmal ist es einfach: Wer ständig „Scheiße aussieht“, kann versuchen, besser auszusehen. Das gelingt oft ganz leicht. Und wer ständig in den falschen Tümpeln fischt, kann einen besseren Fischteich aufsuchen. Doch meistens ist das nicht alles, was geändert werden muss – denn es sind nicht allein äußere Kleinigkeiten, die den Erfolg verhindern. Nein, es ist zumeist nötig, die Denkweise zu korrigieren. Und das fällt verdammt schwer.

Bei der Partnersuche machen nahezu alle Menschen, insbesondere aber Frauen, die Umgebung, das andere Geschlecht, die bösen Umstände oder die Umstände der Vergangenheit dafür verantwortlich, dass sie Misserfolge haben. Nur nicht sich selbst, hier, jetzt und im Moment.

Ich freue mich deshalb über Alice Schön. Sie berät - und schreibt für „Das Magazin“ diesen denkwürdigen Satz:

Lassen Sie die andren … so seltsam und bescheuert sein, wie sie wollen. Und zwar … immer. An sich selbst können Sie nach Lust und Laune arbeiten.


Das heißt: Andere sind, wie sie sind und sie bleiben auch so. Sie ändern sich nicht unseretwegen, sondern höchstens um ihrer selbst willen. Die Anderen verhalten sich merkwürdig oder auch nicht – aber das ist nicht die Frage. Sondern die Frage ist: Warum habe ich diese Person kennengelernt, und was will ich von ihr? Vielleicht sollte ich erwähnen, dass auch dieser tausendfach gehörte Satz einfach idiotisch ist: „Ich gerate immer an den Falschen.“ Frauen, die das sagen, haben mit dem „Falschen“ oft gerne, ausgiebig und durchaus befriedigend gevögelt, sind mit ihm in feine Lokale und zu exklusiven Veranstaltungen gegangen, und hatten auch sonst viel Freude an ihm gehabt. Aber das war ihnen nicht genug. Sie wollten „alles“ – und das war nicht zu haben.

Alice Schön schrieb dies anders, aber ebenso richtig::

Sie können sich zum Beispiel fragen, warum sie jemanden ausgesucht haben, der nicht hundertprozentig zu haben ist.


Ich habe schon manchem Menschen gesagt: Wenn du an einem tollen Lover und Gentleman zu 50 Prozent beteiligt bist, ist das besser, als an einem schlampigen, lustlosen und unzuverlässigen Freund zu 100 Prozent beteiligt zu sein. Aber das sieht niemand ein. Die so Beratenen wenden sich ab und suchen bei einem anderen Berater einen schleimigen Rat, der ihre Seele streichelt.

Genauso ist es mit dem dusseligen Satz: „Ich habe da aber Ansprüche“. Normalerweise sollte ich rückfragen: „Was haben Sie denn zu bieten?“ Denn das ist es, was der Partnermarkt wissen will. Nicht, was die Hochnasenfrau gerne hätte. Der Partnermarkt richtet sich nach Angebot und Nachfrage, nicht nach den Möchtegerns.

Manchmal frage ich es dennoch – aber dann falle ich fast mit Sicherheit auf die Nase – sogar noch bei Frauen, die für sich reklamieren „intelligent“ zu sein. Nein, nein, ich frage: „Welche Eigenschaften sollte er denn haben? In 90 Prozent der Fälle wissen die Damen nicht, welche Eigenschaften sie sich wirklich wünschen, und quälen sich und mich mit „Niveau“ und derartigem Gewäsch.

Mitmenschen, höret: ob euch das nun passt oder nicht: Der Partnermarkt ist ein Markt, und auf ihm kommt derjenige zum Zug, der nachgefragt wird. Die Dummbacken bezeichnen das als „Turbokapitalismus“ oder „Brutaldarwinismus“. In Wahrheit ist es einfach so, dass zu viele Menschen wenig zu bieten haben, aber alles wollen. Die Lösung ist also einfach: „Ansprüche zurückschrauben und die Partner ansprechen, die es tatsächlich gibt.“

Das hilft fürs Erste.

Zitate von Alice Schön, „Das Magazin“, November 2014
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Daten und Emotionen verschenken – und dafür noch zahlen?

Schräge Verhältnisse - ganz normal?


Online-Dating-Portale verlangen mittlerweile horrende Summen dafür, um den Kunden in ihre Datenbank aufzunehmen – das Mehrfache dessen, was nötig wäre, um die Kosten zu decken. Dass sie dennoch nicht viel verdienen, liegt nahezu ausschließlich an dem ruinösen Wettbewerb, den diese Unternehmen einander liefern. Das allerdings haben die Kunden nicht zu verantworten, die hier in Verkennung ihres tatsächlichen Status als „Mitglieder“ bezeichnet werden. Mitglieder? Sie sind nicht einmal Kunden im ursprünglichen Sinne - sie sind die Verfügungsmasse der Betreiber.

Doch was ist die eigentliche Ressource, aus die diese Firmen schöpfen? Es ist der Wert der Datenbank, den SIE (ja, SIE) mit wertvollen Daten gefüllt haben – es beinhaltet Ihr Leben, Ihre Hoffnungen, Ihr emotionales Kapital. Aber – es gehört Ihnen inzwischen schon gar nicht mehr. In vielen AGB steht heute bereits, dass dem „Kunden“ gar nicht mehr gehört: nicht einmal seine E-Mail-Adresse. Die größte Unverfrorenheit der Unternehmen, die es betrifft: Man zahlt noch Geld, um „ganz offiziell“ geistig, emotional und in der Persönlichkeit enteignet zu werden. Manche Unternehmen gehen noch weiter: Sie lassen sich „Card Blanche“ dafür geben, Marionetten auf die Partnersuchenden loszulassen, die von Animateurinnen an unsichtbaren Fäden gezogen werden. Proteste haben selten Erfolg – steht alles in den AGB.

Viel Geld und jeder Menge Ressourcen - und was haben SIE davon?

Wenn zukünftige Paare für einen Dienst Geld bezahlen müssen, den SIE mit ihren einem ganzen Sack voll eigener Daten im Grunde genommen bereits bezahlt haben, ist dies zumindest fragwürdig. Und wenn diese Daten dann weiter vermarktet werden, was tatsächlich oftmals der Fall ist, dann stinkt das zum Himmel.

Horrende Nutzungsgebühren für eine Datenbank

Erinnern wir uns: Wir zahlen für die Nutzung der Datenbank, und wir zahlen dafür viel zu viel, auch dann, wenn unsere Daten diskret behandelt werden. Wir schaffen mit den Daten die Geschäftsgrundlagen der Unternehmen und machen deren Datenbank mit jedem Tag wertvoller. In gleichem Maße füttern wir Investoren und Aktionäre mit Mehrwert, der sich beim Verkauf auch versilbern lässt. Mit anderen Worten: Wir schaffen, oft ohne es zu ahnen, Wert für andere – nicht für uns selbst.

Mag sein, dass Sie nun sagen: ja, aber SIE bekommen etwas dafür – die Möglichkeit, eine Datenbank zu nutzen und am Ende dann auch Ihre Partnerin zu finden. Das mag auch richtig sein, jedoch ist die kaum unter einem Aufwand von etwa 20 Arbeitsstunden pro Monat möglich – die ebenfalls nur teilweise dem „Kunden“ zugutekommen. Wieder streicht der Unternehmer einen großen Teil des Mehrwerts ein, indem jeder Klick zum Profit beiträgt. Doch nicht nur das: Auch andere „Kunden“ werden gebauchpinselt, weil wir ihre Profile besuchen und Kontakte aller Art mit Ihnen aufnehmen. Auch damit schöpfen wir Mehrwert für die Unternehmer.

Wir zahlen sogar bei Erfolg noch drauf

Erfolg ist wunderbar – und es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht versucht, die Paarungserfolge in Beziehungen, Heiraten und Kindern zu vermarkten. Wieder entsteht eine kostenlose Wertschöpfung. Man müsste nun annehmen, dass die Unternehmen diesen Erfolg belohnen, aber das Gegenteil ist der Fall. Denn zwar gehen ihre Erfolgsdaten positiv in die Statistiken ein, werden die Algorithmen damit verbessert und bilden sich kostenlose Multiplikatoren für die Singlebörsen und Online-Partnervermittler. Doch jeder Versuch, sich nach der Aufnahme einer Beziehung oder gar einer Ehe abzumelden, scheitert an dem Evangelium des Online-Datings, AGB genannt. Das Abonnement muss bis zum letzen Tag bezahlt werden, gleichgültig, wann der Erfolg eintrat.

Im Grunde genommen müsste wenigsten jedes erfolgreiche Paar einen Teil der Profite des Unternehmens erhalten, wie der Internet-Guru Jaron Lanier vorschlägt. Doch auch der beißt auf Granit. Denn im Grunde sind die meisten Unternehmen an uns gar nicht interessiert, sondern sie gieren entweder entweder nach unserem Geld oder unseren Daten – und im Extrem eben nach unserem Geld UND unseren Daten.

Wenn Frauen über 40 suchen … die Erfolgsrezepte

Es gibt viele Meinungen über die Partnersuche. Die meisten werden von konservativ eingestellten Personen gegeben, die sich einen „weißen Fuß“ bei den Adressaten machen wollen. Besonders gilt dies für die eher an den Konventionen und Ritualen eingestellten Frauen zwischen 40 und 50.

Die wirklich sinnreichen Lösungen für die Partnersuche von Frauen Frauen über 40

1. Halten Sie sich ihre Lebenswelt in jeder Hinsicht offen. Erwägen Sie, ihr Lebensglück in den Vordergrund zu stellen und dafür auch den Arbeitsplatz, die Lebensumgebung oder ihre bisherige soziale Verankerung aufzugeben. Wenn Sie das nicht wollen: Versuchen Sie, in Zukunft nicht so sehr auf Alter, Status und Finanzen der infrage kommenden Partner zu achten, sondern ob Sie Freude daran haben, mit ihm zusammen zu sein.

2. Leben Sie mit Wünschen, nicht mit Ansprüchen. Lassen Sie sich einzelne emotionale, erotische oder sexuelle Wünsche auch spontan und ohne Beziehung erfüllen, wenn es Ihnen gut tut. Versuchen Sie, Ihre langfristigen Wünsche zu konkretisieren. Geben Sie alle Ansprüche auf, und ersetzen sie diese durch eine differenzierte Wunschliste.

3. Vergessen Sie das Wort „Augenhöhe“, weil es dafür keinen objektiven Maßstab gibt. Augenhöhe hat viele Bedeutungen: emotionale, Körperliche, bildungsbezogene, soziale und finanzielle – und ob Ihr persönlicher Zollstock genau misst – besser, Sie bezweifeln dies. Prüfen sie lieber, welche Ebene (oder welches Gefälle) sich für Sie am besten für Beziehungen eignet, und testen Sie aus, wie und wann sie sich am Wohlsten fühlen.

4. Geben ist seliger als Nehmen. Das gilt auch in der Liebe. Finden Sie zuerst heraus, was Sie besonders gut schenken können, bevor Sie auch nur daran denken etwas zu bekommen. Was ist es, was Sie auszeichnet? Männer beißen selten an Bildung, Status und dergleichen an. Sie wünschen sich feminine Ausstrahlung, Humor, Verständnis und Lebensklugheit. Dies alles zählt weitaus mehr als Schönheit oder Sex. Haben sie es nicht gewusst?

5. „Finden lassen“ ist das nahezu sichere Ende der Beziehungssuche ab 40. Sie werden schon deshalb nicht gefunden, weil die Konkurrentinnen alles dafür tun, sich anzubieten. Wollen Sie wirklich, dass Ihre wundervollen Eigenschaften nur durch Zufall bemerkt werden? Nein? Dann werden Sie sich darüber klar, dass Sie Ihre „Alleinstellungsmerkmale“ gezielt auf den Markt werfen sollten, damit die Interessenten auch „zugreifen“ können. Niemand nimmt Sie, weil sie Ihre Künste und Fähigkeiten verstecken.

Mut, keine Furcht

Der wichtigste Tipp: Zum Suchen über 40 gehört der Mut, Neues zu erproben. Lassen sie sich weder von Ihrer Mutter noch von Ihrer Tochter daran hindern, alles zu erproben, was sie als „für Sie tolerabel“ ansehen. Der Weg hinaus aus dem „inneren Gefängnis“ der fremdbestimmten Wertvorstellungen ist der Weg mitten durch das Abenteuer Liebe. Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn Ihnen mal etwas „danebengeht“? Stellen Sie sich diese Frage – Sie werden feststellen, dass alles, was wirklich „schlimm“ sein könnte, sich durch einfache Maßnahmen verhindern lässt. Nur Ihre Furcht – die müssen Sie schon selbst überwinden.


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Masochistische Wonne, nostalgische Romantik - worum geht es Frauen?

Wenn Sie erwarten, in diesem Artikel etwas über Sadomasochismus zu lesen, muss ich sie enttäuschen. Obgleich man durchaus zu der Meinung kommen könnte, die Autorinnen erotischer Romane würden zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen schwanken. Oder sie gar zusammenführen, wie dies in den „Shades of Grey“ und der Nachahmerliteratur geschehen ist.

Hier ist die Rede von den Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über die Partnersuche. Gegenwärtig überbieten sie sich darin, zu sagen, wie „beschissen“ Männer sind. Na klar, Männer wollen sowieso nur F*** und hintergehen Frauen mit allen erdenklichen Tricks, um das Ziel zu erreichen.

Partnersuche ist in falsche Hände geraten. Offenbar haben manche Frauen eine geradezu masochistische Wonne daran, über die eigenartigen, befremdlichen oder erniedrigenden Ergebnisse ihrer Partnersuche zu berichten – und sie schreibe nicht dazu, wie viel sie selbst dazu beigetragen haben. Dazu kommen Zickenblogs, in denen ständig von fehlgeschlagenen Dates berichtet wird – und wieder sind die Männer bösartige, wahlweise auch abartige Wichte.

Ich rede hier gar nicht von den absolut aus der Luft gegriffenen Ratschlägen oder den irrsinnigen Warnungen von „Lügen“. Eher frage ich mich: Was soll man eigentlich von Frauen halten, die mit nostalgisch verklärtem Rückbezug auf die Romantik der Großmütter heute zu einem Date gehen?

Das Zickengemecker soll lustig sein – sagen Frauen. Und sie kaufen die Bücher über fehlgeschlagene Dates, widerliche, hässliche Zwerge und schwanzgesteuerte Sex-Drängler. Doch was steht dahinter? Eine masochistisch motivierte Reise in das innere Selbst? Stolpern auf dem Pflaster der Realität? Die nostalgische Suche nach der verloren gegangenen Romantik? Eines ist es sicherlich nicht: das Eingeständnis, wie niederträchtig und hinterhältig die Autorinnen waren, als sie (angeblich?) recherchierten.

Ich nenne sie armselige Gestalten, und sicher nicht, weil sie Erfolg haben – sondern weil sie Flurschaden anrichten.

Die Wahrheit über den Umgang der Presse mit der Partnersuche? Auf der Liebe Pur.

Immer noch die alten Tricks und Winkelzüge beim Dating – ein Ärgernis

Keine Voraushonorierung - der Herr wollte erste zahlen, wenn er die Kohle der Dame (aka Mitgilft) im Kasten hatte


Die Partnersuche über Medien, Organisationen und und persönliche Partnervermittler ist ein Spiel mit der Illusion des perfekten Glücks. Und um diese Illusion aufrechtzuerhalten, ist es nötig, die Wahrheit zu korrigieren. Die Frage ist jedoch, wer dabei gewinnt, wer verliert und wo die Grenzen zum „gefühlten“ Betrug liegen.

Welche Methoden werden dazu verwendet?

1. Lockvögel
Angeblich setzt man sie niemals ein, die attraktiven Damen und Herrn, die sehnsüchtig auf den Partnersuchenden warten. Und schon gar nicht, wenn man sich als „seriös“ darstellt. Doch selbst bei Online-Partneragenturen wird man nicht behaupten wollen „Wir haben es niemals getan und wir werden es niemals tun.“ Bei Sexbörsen und Casualdating ist das etwas anders: Dort steht oftmals bereits in den AGB, dass man’s tut. Die wieder aufkommenden „händischen“ Partneragenturen stehen zwar nicht pauschal, aber oftmals in Verdacht, mit Profilen nicht existierender Personen zu arbeiten.

Wie lange gib es dies schon? Seit es Ehemakler, Annonce in Zeitungen und ähnliche Phänomene gibt. Je verzweifelter jemand sucht, und je weniger Chance er/sie tatsächlich hat, umso höher ist das Risiko, auf Lockvögel hereinzufallen. Übrigens halten die Betreiber, die Lockvögel verwenden, dies für „ganz legal“ – ihr Unrechtsbewusstsein liegt zumeist auf Eis und wird zudem durch die AGB gedeckelt.

2. Geschönte Beschreibungen
Nahezu jede Beschreibung ist geschönt, gleich, ob sie von einer Agentur oder vom Mitglied einer Partnerbörse stammt. Das ist durchaus legitim, denn wer würde schon seine fragwürdigen Eigenschaften in den Vordergrund stellen? Sollte jedoch das Profil ganz und gar von der Realität abweichen, dann kann man getrost von „Schwindel“ sprechen.

Wie lange gibt es das schon? Seit es einen Bedarf gibt, die eigene Person besonders herauszustellen. Die Tricks waren vor allem typisch für die ersten Ehemakler.

3. Getarnte Ehemakler
In den letzten Jahren sind sie wieder zu Ehren gekommen, die Agenturen, die auftreten, als seien sie Privatpersonen. Die Variante heißt neuerdings „Stellvertreter-Dating“ – und sie wird selbst in der seriösen Presse gelobt. In Wahrheit ist dies eine neue, veränderte Form der Ehemakler, die eine Person mehreren Interessenten anpreisen, um am Ende ein Treffen zu arrangieren.

Wie lange gibt es das schon? In Varianten bereits seit Jahrzehnten, und „fein“ ist es keinesfalls, sondern auch in den „legalen“ Varianten eher etwas anrüchig. Jahrzehntelang wurden Personen durch Zeitungsanzeigen geködert, in den angeblich Privatpersonen Partner suchten. Es war nicht ersichtlich, das es sich um Agenturen handelte. Heute werden Singles in Online-Partnerbörsen von „Privatpersonen“ angesprochen, die in Wahrheit Partner-Makler sind. Allerdings zahlen dabei nur die Suchenden, nicht die Gesuchten.

4. Beschönigung der Aussichten
Nahezu alle Online-Partneragenturen, Partnervermittler, Singlebörsen und Smartphone-Dating-Betreiber „schönen“ die Aussichten, einen Partner zu finden. Die verbreitetste Falschinformation ist, dass alle Personen gleich gute Aussichten hätten und dass es möglich sei, seinen „Traumpartner“ zu finden.

Wie lange gibt es das schon? Solange es Ehemakler gibt. Statistisch sind nicht alle Altersgruppen gleich gut zu vermitteln, und rein mathematisch sinkt die Chance exponential mit den Wünschen an den Partner. Doch die Partnervermittler, ob „online“ oder „real“, preisen die Aussichten auch dann in den höchsten Tönen an, wenn sie in Wahrheit mies sind. Sie wollen schließlich an das Geld ihrer Kunden gelangen.

5. Falsches Spiel mit den Kosten
Die Kosten werden bei kaum einer Partneragentur transparent offengelegt. Oftmals wird dem Kunden bei Online-Agenturen sogar suggeriert, man könne sich „kostenlos“ einen Partner finden lassen. „Online“ entstehen durch Abonnements oft Folgekosten, die am Anfang nicht bedacht werden. Offline-Agenturen (Partnervermittler) haben ebenso eigenartige Preise. Die bloße Einschreibung und das Versprechen, sich um die Partnersuche zu bemühen, kann bis zu 7000 Euro kosten.

Wie lange gibt es das schon? Es gab zwar einige Initiativen, um die schlimmsten Auswüchse von „ganz legalen“ Tricks durch Gesetze oder freiwillige Verpflichtungen zu unterbinden, aber beim Verbraucherschutz fehlt es der deutschen Regierung am Durchsetzungswillen. So mauscheln die Unternehmen, die es betrifft, weiterhin im Graubereich. Schlimm sind nicht nur die Online-Trickser mit ihren Abo-Fallen, sondern vor allem diejenigen Partnervermittler, die erst einmal ein paar Tausender einkassieren und dann kaum für die Vermittlung sorgen.