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Das erste Date – welche Gespräche sind sinnvoll?

Die Meinungen von Singles über Gespräche beim ersten Date bin Ehren – aber Meinungen sind nicht unbedingt Erfolgsversprechen. Und ein Gespräch bei einem Blind Date ist nicht dasselbe wie ein notgedrungener Small Talk bei einem Sektempfang in der Botschaft.

Notanker Döntjes?

Small Talk hat seinen Platz -aber nicht während eines Blind Dates
„Erzähl doch mal einen Schwank aus deinem Leben“ – sagen manche Menschen, wenn es absolut keine sinnvollen Themen gibt. Offenbar sind Singles ähnlicher Meinung – laut einer jüngst verbreiteten Umfrage Sie meinen zu 44 Prozent, „Anekdoten“ (Döntjes, 1) aus dem Alltag von sich zu geben. An zweiter Stelle standen „Träume und Visionen“, während Zukunftspläne mit 21 Prozent stark abfielen. Zudem behauptet die von dem Online-Dating-Unternehmen ElitePartner verbreitete Umfrage, Frauen würden lieber plaudern, während Männer sich ernsthaft unterhalten wollten. Weiterhin wird behauptet, Männer wollten beim ersten Date „mehr über ihr Gegenüber erfahren“, während Frauen bei allgemeinen Themen verharren wollten.

Falsche Themen, falsche Sichtweisen

Selbst, wenn diese Sichtweisen seriöse ermittelt sein sollten, sind sie dennoch „nicht zielführend“ wie es im Neudeutsch heißt. Einfacher ausgedrückt: Die Sichtweisen der Singles sind blödinnig. Denn kaum ein Gespräch ist so wichtig wie ein erstes Date – vergleichbar ist es höchstens noch mit einem Bewerbungsgespräch. Wer also aus einem Blind Date nichts als Döntjes zu erzählen weiß, hat ungefähr die gleichen Chancen wie bei einer Bewerbung, in der er eine Clown-Nummer abzieht.

Regeln für wichtige Gespräche

Richtig an den Betrachtungen der Befragten Singles ist nur eines: Gespräche mit Fremden sollte man grundsätzlich locker einleiten. Danach versuchen Sie, die Gesprächsführung zu übernehmen (2) und den Partner dadurch anzuregen. Danach sollte Ihre Gespräch ohne eine bestimmte Themenwahl entweder "laufen wie geschmiert" oder auch nicht, Falls nicht, liegt es jedenfalls nicht an den Themen. Leider kann ich dazu hier nicht viele Details veröffentlichen - Sie können mich aber fragen.

Sobald diese Einleitung erfolgreich absolviert wurde und das „Eis gebrochen ist“ wird es allerdings Zeit, die Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Wer wenig bewandert in Gesprächsführung ist, glaubt immer, dass Themen die zentralen Punkte in der Kommunikation sind – das ist aber nicht der Fall. Der Fachmann weiß: Nicht das Thema zeigt uns die Persönlichkeit, sondern die Art, in der jemand davon spricht. Das Thema in einem Gespräch, in dem die Persönlichkeit erforscht werden soll, ist also immer nur der „Aufhänger“.

Das Thema ist nur ein Vehikel, nicht die Kommunikation als solche

Nehmen wir ein beliebtes Thema – den Beruf. Immerhin noch angebliche 40 Prozent der Befragten in der zuvor erwähnten Umfrage wollten ja darüber sprechen. Wer jedoch wirklich etwas erfahren will, sollte sich nicht an Worte klammern, sondern auf die Zwischentöne hören: Was mag er/sie am beruf? Wie verhält er/sie sich gegenüber Gleichgestellten, Vorgesetzten und eventuellen untergeordneten Mitarbeitern? Worin erkennt er/sie die Verantwortung? Was hat Priorität, beispielsweise die soziale Gemeinschaft (Kollegen), das Einkommen oder die Karriere (Stellung im Unternehmen)?

Wollen Frauen wirklich „nur plaudern“?

Ist unter diesen Voraussetzungen glaubhaft, dass „Frauen nur plaudern“ wollen?

Ich halte dieses Ergebnis für höchst unglaubwürdig. Ob Frau oder Mann: Wer maximal eine Stunde Zeit hat, um die Basis für tiefer gehende Gespräche zu legen, kann dies durch „plaudern“ nicht erreichen – und es ist überaus fragwürdig, ob dies die befragten Frauen wirklich so verstanden haben. Wenn Frauen beispielsweise angeblich nur zu 17 Prozent an konkreten Zukunftsplänen ihres Gegenübers interessiert sind, aber zu über 42 Prozent an den Träumen und Visionen der Männer, dann gibt es dafür nur zwei Begründungen. Die eine wäre, dass ein besonders hoher Anteil dieser Frauen einen „Sprung in der Schüssel“ hat, was ich nicht für sehr wahrscheinlich halte. Die andere Möglichkeit wäre, dass bei der Befragung etwas missverstanden wurde. Die Befrager selber geben einen Hinweis darauf. Nach Ihrer Meinung drückt die Antwort: „Ich möchte über Träume und Visionen reden“, die Frage aus: Was will er noch erreichen im Leben, was unbedingt machen? Ich halte dies für eine Frage nach Zukunftsplänen, nicht nach Träumen oder gar Visionen.

Themen: Völlig falscher Ansatz

Wobei sich am Ende natürlich die folgende Frage hergibt: Welchen Schluss sollen wir aus einer derart oberflächlichen, teils unsinnigen Befragung schließen? Sollen wir glauben, dass wir bei Anwendung der geäußerten Meinungen mehr Erfolg haben? Welchen Sinn hat es überhaupt, „Themen des Gesprächs“ statt „aufgenommene Inhalte des Gesprächs“ als Maßstab zu nehmen? Oder hatten die Menschen, die die Befragung entwickelt hatten, keine blasse Ahnung davon, was Kommunikation bedeutet?

Wie auch immer: Es gibt Regeln, die über Themen hinausgehen – und die nützen Ihnen wirklich. Ein Grundkurs in Kommunikation (3), vielleicht einen Schnupper- oder Basiskurs in „Transaktionsanalyse“? Die Themenorientierung nützt ihnen nicht die Bohne – und sie kann außerdem äußerst schädlich sein. Kommunikation -. das sollte eigentlich jeder Laie wissen, ist ein Prozess, in dem sich Gedanken fortentwicklen. Wer da ein bisschen Pingpong mit Gedanken spielen will, ist kein Gesprächspartner, sondern ein Taschenspieler.


(1) Döntjes - Niederdeutsch für Anekdoten.
(2) die Gesprächsführung können Sie am einfachsten durch sogenannte "offene Fragen" übernehmen.
(3) hüten sei sich vor Sektierern, versuchen sie, einen Kurs nach den Grundsätzen von Paul Watzlawick oder Schulz von Thun zu bekommen.
Hinweis: Alle Kurzzitate und Zahlen aus einem Beitrag von ElitePartner im hauseigenen Magazin.

Bild: © 2007 by Liebesverlag.de

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