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Die Logik und Ökonomie der Ansprüche

Über Ansprüche wird bei der Partnersuche viel gesprochen, und die Meinungen darüber schwanken erheblich. Wie aber kann man sich darüber klar werden, was Ansprüche bedeuten? Eine Analyse in Kurzform.

Fürstliche Ansprüche? Und wie sind Ihre Ansprüche an sich selbst?


Für die Ökonomie der Ansprüche habe ich eine logische Reihe der Möglichkeiten gebildet, wobei ich nicht umhin komme, alle Möglichkeiten als Extreme abzubilden. Im wirklichen Leben sind die Grenzen fließender. Wenn Sie sich selbst beurteilen wollen, sollten Sie sich fragen, welche der vier logischen Ableitungen auf Sie zutrifft und nicht, ob „Sie so sind“. Um dies auch verbal zu demonstrieren, verwende ich in den Überschriften das Wort „kaum“ statt „keine“.

Machen wir und also auf in die Expedition in die Ansprüche und nennen wir die vier extremen Möglichkeiten in Sätzen:

1. Ich habe Ansprüche an mich und an andere.
2. Ich habe Ansprüche an mich, aber nicht an andere.
3. Ich habe kaum Ansprüche an mich, aber an andere.
4. Ich habe kaum Ansprüche an mich und auch nicht an andere.


Versuchen wir nun bitte, zu klären, was die Extrempositionen bedeuten. Dazu will ich sogleich eine Korrektur vornehmen: Menschen können, sollen und dürfen Ansprüche an sich selbst haben, aber nicht an andere. Mal ganz formal ausgedrückt: Sie haben als Person kein Mandat, an andere Ansprüche zu stellen. Sie haben aber vielleicht Anforderungen oder Wünsche, die ich hier einmal als „Forderungen“ einsetze. Und nun Rolle ich die Sache von hinten auf.

1. Ich habe kaum Ansprüche an mich und kaum Forderungen an den Partner

Aus der eigenen Sicht gesehen (also vom ICH aus) könnet man behaupten, hier läge ein harmonisches Verhältnis zwischen dem ICH und der gesuchten Person vor. Dem liegt aber ein Irrtum zugrunde, denn auch andere haben mindestens minimale Wünsche und Forderungen an MICH. In der Regel wird ein Mensch, der keine Ansprüche an sich selbst stellt, als eine schwächliche, wenig standfeste Persönlichkeit angesehen. Bei der Suche werden viele Suchende scheitern, weil andere kaum jemanden treffen wollen, der sich selbst gar keine Ziele setzt, sondern flattert wie ein Blatt im Winde.

2. Ich habe kaum Ansprüche an mich, aber Forderungen an den Partner

Dieser Situation ist kaum etwas Positives abzugewinnen. Dennoch ist sie sehr verbreitet, gerade im sogenannten Online-Dating. Man kann die Ausgangssituation auch umformulieren, um sie zu verdeutlichen: Ich habe nicht viel zu bieten, will aber eine Menge von anderen. Das Problem: Niemand will zugeben, dass er eigentlich wenig zu bieten hat. Es ist ausgesprochen schwer, den Knoten zu lösen, außer sich ernstlich darum zu bemühen, sich realistischer einzuschätzen.

3. Ich habe Ansprüche an mich, aber kaum Forderung an den Partner

Zunächst ist es immer gut, die Ansprüche an sich selbst über die Forderungen an den Partner zu stellen, weil die Suche dadurch realistischer wird. Bekanntlich kann man sich selbst schneller verändern und gegebenenfalls auch anpassen, als man dies bei anderen erreichen kann. Es ist jedoch möglich, dabei an einen Partner zu geraten, der selbst kaum Ansprüche an sich stellt, sondern versucht, Ansprüche an MICH anzumelden. Bei typischen Fernbeziehungen bewährt sich, wenn beide Partner hohe Ansprüche an sich selbst haben, aber kaum Forderungen aneinander.

4. Ich habe Ansprüche an mich, und auch Forderungen an den Partner

Die Konstellation ist auf keinen Fall so ideal, wie sie zunächst zu sein scheint. Wie schon zuvor gesagt, sind erfüllbare Anforderungen an sich selbst immer positiv zu bewerten – doch wir dürfen nicht davon ausgehen, dass unsere Forderungen an andere mit den Ansprüchen übereinstimmen, die andere an sich selbst haben. Das heißt konkret: Ich kann Forderungen nur dann anmelden und durchsetzen, wenn sie mit den Ansprüchen der Partner an sich selbst übereinstimmen und wenn auch deren Anforderungen an MICH erfüllt werden. In der „Spitze“ der Wünsche, Forderungen und Ansprüche ist dabei nur noch sehr, sehr selten Übereinstimmung zu erzielen.

Konklusion

Es ist kaum zu erwarten, dass Sie sich alle an den äußersten Eckpunkten des „Anspruchsquadrats“ bewegen. Sollte dies aber der Fall sein, ist höchste Vorsicht geboten, denn alle Extreme sind nur schwer in Lebenspläne zu integrieren. Wenn Sie sich jedoch von den Spitzen oder auch vom Rand wegbewegen, steigen Ihre Chancen auf erfüllte Beziehungen.

Zu den Ansprüchen hätte ich noch eine winzige Anmerkung: Wer hohe Ansprüche an sich selbst hat, weiß auch, dass er diesen nicht immer gerecht wird. Wenn Sie akzeptieren, dass dies auch auf andere zutrifft, haben Sie eine Weisheit gewonnen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen werden von nahezu allen Fachleuten für die Partnersuche gestützt. Sie basiere auf Logik und in Teilen auf psychologische und ökonomische Erkenntnisse, die anderwärts (z.B. im Marketing) sehr verbreitet sind. Partnersuche unter ökonomischen Gesichtspunkten (Marktgegebenheiten) ist eine Wissenschaft, die immer mehr Zuspruch bekommt. Sie können die hier geäußerte Meinung als durchaus alss Tatsache werten.
Kategorien: datingrat
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