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Sind Frauen und Männer unvereinbar unterschiedlich?

Passt er?


Frauen und Männer passen nicht zusammen: Oben nicht, weil beider Nasen ähnlich sind und einander dauernd im Weg stehen, unten nicht, weil Frauen immer kalte Füße haben und Männer daran erschrecken, und in der Mitte nicht, weil das eine blöde Dinge immer erst steif werden muss, und das andere Dinge nie feucht ist, wenn dies unvermittelt geschieht.

Gut, soweit der Humor. Doch tatsächlich wird immer wieder behauptet, Frauen und Männer würden so ganz und gar nicht zusammenpassen, weil ihre Gehirne und damit ihre Welten sich weit voneinander unterscheiden würden.

Dabei gilt, folgendes festzuhalten:

Frauen und Männer unterscheiden sich tatsächlich, beginnend beim äußerlichen anatomischen Bauplan der Natur, aber auch in der Steuerung der Prozesse, die für die Reproduktion nötig sind. Dazu benötigen Männer und Frauen etwas abweichende Gehirnfunktionen, unterschiedliche biochemische Prozesse und – davon beeinflusst – dann und wann eine etwas andere Denkweise.

Der untaugliche Versuch, Geschlechterwelten zu entzweien

Manche Autoren, sogar solche aus der Wissenschaft, versuchen nun, diese Unterschiede zu vertiefen. Sie behaupten beispielsweise, die Gehirnentwicklung verlaufe innerhalb der Pubertät „gegensätzlich“, so dass wir es am Ende mit zwei völlig unterschiedlichen Gehirnen zu tun hätten, die ihrerseits zwei völlig unterschiedliche Denkweisen aufbauen würden. Das ist logisch falsch, denn die wesentlichen Fähigkeiten des Gehirns bestehen ja darin, uns selbst am Leben zu erhalten und zusätzlich die Gedankenkraft zur Erweiterung unseres Wissens und Könnens zu nutzen, jenen Prozess also, den man gemeinhin als „das Denken“ bezeichnet.

Unterschiede aus den Tiefen der Säugetierzeit – noch aktuell?

Wenn wir überhaupt Unterschiede zwischen Frau und Mann feststellen können, so lediglich in dem äußert schmalen Bereich, in dem biochemische Prozesse Einfluss auf unser Fühlen haben. Man muss kein Naturwissenschaftler sein, um sich zu verdeutlichen, dass wir Menschen unseren heutigen Entwicklungsstand, ja, den überragende Erfolg, den unsere Art ausmacht, nicht unsrer emotionalen Kraft, sondern unserer Denkfähigkeit verdanken.

Passt sie?

Wissenschaftsromantik und wirkliches Wissen

Ich will Ihnen ein Beispiel geben:

Forscher behaupten immer wieder, es gäbe eine „weibliche“ und eine „männliche“ Kommunikation, die stark voreinander abweichen würden. Nun können wir zweifellos beobachten, dass Kommunikation im „nonverbalen“ (analogen) Bereich durchaus unterschiedlich sein kann. Mit anderen Worten: manchmal versteht eine Frau eine andere Frau intuitiv besser, weil eine Grundübereinkunft besteht, die nicht „in Worte gefasst“ werden muss. Doch was ist dieser „analoge Bereich?“ Er existiert auch bei Tieren – sollten wir stolz darauf sein, uns hierin als Frau und Mann zu unterscheiden? Die verbale Kommunikation (digitale Kommunikation) ist hingegen eine Errungenschaft der Menschheit, die uns erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Wir können über komplizierteste Sachverhalte kommunizieren, die einen riesenhaften Zeichenvorrat und zahllose Vereinbarungen darüber beinhalten. Das ist unsere Errungenschaft – und nicht die lächerlichen Unterschiede in der Kommunikation, die uns aus unserer Säugetierzeit verlieben sind und die wie heute romantisieren.

Sie dürfen anders sein und anders fühlen

Ich schlage vor, sich nicht „veralbern“ zu lassen von Menschen, die nicht mehr wissen, wer wir sind und warum wir so wurden, sondern die nachträglich einen romantischen Schleier über unser Sein legen wollen. Wir – Frauen wie Männer – dürfen uns ja unterschiedlich fühlen, dürfen voneinander abweichen und gelegentlich auch einmal übereinander schimpfen. Nur ist dies kleinlich, verlogen und hinterhältig, sobald wir es als kulturelle Wahrheit am Markt verbreiten.

Warum überhaupt sollte es erstrebenswert sein, völlig gleich zu sein? Entstehen Innovation etwas dadurch, dass wir alle gleich denken und gleich fühlen sollen? Werden Synergien frei, wenn wir alles dem „Mainstream“ nachplappern und ständig „Friede, Freude, Eierkuchen“ vor uns herbabbeln?
Wahrscheinlich nicht.

Psychologen und Gleichheits-Gegacker

Dennoch hämmert eine bestimmte psychologische Schule auf Partnersuchende ein, sie sollten bitte jemanden „Gleiches“ suchen. Sie sage, in der Gleichheit läge das Lebensglück, und Abweichungen würden eine Gefahr bedeuten. Konflikte müssen offenbar nicht ertragen werden, wenn man liebt, sondern sie müssen tunlichst vermieden werden, bevor man sich verliebt. Für mich ist dies eine äußerlich „schöne heile Welt“, die innerlich von Lügen zerfressen ist. Konflikte gehören zum Menschen, und wenn wir sie nicht mehr bewältigen können, dann kommt es zu Katastrophen.

Es geht nicht ohne Konflikte: Sie bringen uns weiter.

Möglicherweise ist dies der wunde Punkt: Wir haben verlernt, mit Unzulänglichkeiten umzugehen, zugleich aber vergessen, dass wir alle selbst in irgendeiner Weise unzulänglich sind. Deshalb wollen Frauen, dass sich Männer ändern und Männer erwarten, dass sich Frauen ändern. Deshalb gaukeln uns Partneragenturen vor, wie müssten gar keine Konflikte fürchten, wenn wir uns ihrer Gleichheits-Ideologie unterwerfen würden.

Ich habe vor, Ihnen einen Vorschlag zu machen. Mit ihm erreichen Sie voraussichtlich eine wichtige Etappe auf auf ihrer Strecke hin zur Partnerschaft – und vielleicht gar das Ziel.

Die sieben Erkenntnisse, um einen passenden Partner zu finden

1. Männer und Frauen sind in manchen Bereichen unterschiedlich. Akzeptieren Sie dies, nutzen Sie die Möglichkeiten, die es Ihnen bietet, und erfreuen Sie sich an den spannenden Erfahrungen, die Sie dabei machen.
2. Menschen sind von Grund auf unterschiedlich. Versuchen Sie, herausfinden, welche anderen Persönlichkeitsmerkmale sich mit Ihren eigenen am besten vertragen. Lassen Sie aber noch Raum für Unterschiede und Erweiterungen.
3. Überlegen sie, wie Sie in einer Beziehung „Synergien“ erzeugen können, also Energien, die Sie alleine niemals erzeugen könnten, die aber aus Kombinationen beinahe wie von selbst entstehen. Durch Gleichheit oder durch Unterschiede? Ich rate Ihnen gut: alleine durch Gleichheit niemals.
4. Erproben Sie Ihre Standhaftigkeit und ihre Kompromissbereitschaft. Was nützt Ihnen wo und wann am meisten? Wie viel Lebenssinn gewinnen Sie aus Unterschieden, was begeistert Sie an Gemeinsamkeiten? Ziehen Sie Ihre persönlichen Schlüsse aus den Antworten.
5. Pflegen Sie Ihren Gefühlspalast. Ziehen sie sich dann und wann in ihn zurück. Niemand ist Ihnen so gleich, so nahe und so lieb wie Sie selbst. Teilen Sie Gefühle mit anderen nur dann, wenn Sie sicher sind, dass es Ihnen gut tut. Verweigern sie Debatten über Ihre Gefühle.
6. Glauben Sie nichts, was Sie nicht selber sehen, erkennen und erfühlen können. Sie müssen Ihre Leben selber leben – niemand, der Ihnen „Guten Rat“ erteilt, wird es für Sie leben wollen.
7. Meiden Sie am besten alle Ratgeber-Bücher, mindestens aber solche, die Ihnen sagen, wie sich Frauen und Männer unterscheiden. Versuchen Sie stattdessen, sich ein Bild zu machen, was Unterschiede bewirken und vereiteln können.

Sagen Sie mir bitte irgendwann einmal, ob es bei Ihnen funktioniert hat, und vergessen sie nicht, meinen Rat weiterzuempfehlen.
Kategorien: datingrat | 0 Kommentare
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