Skip to content

Wir – klar sind wir „Wir“ – aber auch getrennt sind wir wer

Eine der besten Vorschläge für eine gute Beziehung besteht darin, ein „Wir“ zu entwickeln, aber da jeweilige „Ich“ beizubehalten.

Das ist nicht sehr kompliziert: Wir kennen Aktivitäten, die wir gemeinsam mit unserm Partner unternehmen, Bereiche, ind er wir als Paar einer Meinung sind, und solche, in denen wir (wirtschaftlich, intellektuell und emotional) am selben Strang ziehen.

Dann aber gibt es die Bereiche, die man dem andren mitteilen kann, die der Partner aber nicht zwangsläufig teilt. Und schließlich gibt es dann noch jene Bereiche, die wir als „meins“ und „deins“ ansehen, nicht als „unseres“ und die auch nicht geteilt werden: die persönlichen Geheimnisse.

Nahezu alle Scheidungen könnten vermeiden werden, meinte jüngst der Dresdner Paartherapeut Matthias Stiehler. (1) Er empfiehlt, „nicht nebenher zu leben, aber sich gegenseitig Freiräume zu lassen“. Ganz generell glaubt er, durch die ständige krampfhafte Suche nach „dem Gemeinsamen“ würden sich die Paare das Leben erschweren.

Unabhängig davon, ob er recht hat – ein übertriebenes Harmoniebedürfnis bei unterschiedlichen Interessen führt entweder zur Zerstörung der Ehe oder zu einer überriebenen Abhängigkeit vom Partner. Sollten die Interessen aber nicht wenigsten ein wenig unterschiedlich sein, so zerfällt die Ehe möglicherweise bald durch Überdruss. Besser ist in jedem Fall, die Partner ergänzen einander durch unterschiedliche Fähigkeiten, und Lebenskünste, ziehen den Karren aber ansonsten in die gleiche Richtung.

Als Paare sind wir oftmals „Wir“ – aber da sollte uns niemals hindern, auch wir selbst zu sein.
Ich selbst kann mich gut an diese Anekdote erinnern: Vor den Sommerferien trafen meine Frau und ich ein Ehepaar, und dabei fiel dieser Satz: „Ich habe gehört, ihr bekommt eine erste Klasse?“

Wir haben alle herzlich gelacht, aber etwas in dem Satz stimmte: Wenn sie eine „erste Klasse“ bekommt, dann habe ich sie virtuell nahezu jeden Nachmittag in der Wohnung.

Übrigens ergab sich aus diesem Gespräch dann auch, dass es nahezu allen anderen Lehren, Lehrerinnen und ihren „mitreisenden Begleiterinnen und Begleitern“, wie man es dort ausdrückte, ähnlich ging.

(1) In einem Gespräch mit der "Leipziger Volkszeitung"
Kategorien: lebensrat | 0 Kommentare
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 2708 Klicks

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen