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Wahrnehmung – Schlüssel zur Partnersuche

Wenn wir wollen, ist es ein Reitpferd - wenn nicht, ist ein bemaltes Stück Holz
Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.

Der Physiker Heinz von Förster.


Der Schlüssel zu dem, was wir erfahren und erleben können, ist unsere Wahrnehmung. Wir nehmen einerseits die Gegenstände wahr, dann aber auch die Umstände und das Verhalten der Menschen um ums herum. Schließlich nehmen wir uns selbst wahr.

Dies alles ist ein sehr komplizierter Prozess, der zum Menschsein gehört. Die Möglichkeiten, diesen Prozess zu beeinflussen, sind ungeheuer vielfältig, und kaum eine Wissenschaft kann uns erklären, wie diese Vorgänge tatsächlich ablaufen. Wir selbst sind dabei Opfer und Täter: Wir schaffen uns Wirklichkeiten und leben mit ihnen, gleich, ob sie „richtig“ oder „falsch“ sind, und wir beurteilen unsere Umgebung danach, wie sie sich für uns darstellt. Unsere Wirklichkeiten ändern sich, teils deutlich und abrupt, teils kaum merklich und sanft. Manchmal bewirken wie die Änderungen, dann wieder kommen die Einflüsse, die zur Veränderung führen, von außen. Wir müssen unsre Leben also oftmals neu überdenken, die „Steuerung“ nachjustieren oder andere Methoden entwickeln, um uns an veränderte Lebensumständen anzupassen.

Warum Sie ihr Schulwissen auf den Müll werfen sollten

Die Psychologie hilft uns dabei kaum. Das psychologische Wissen über die interpersonelle Wahrnehmung wurde inzwischen auf dem Stand eingefroren, den jeder Gymnasiast nachplappern kann. „Es gibt ein Selbstbild und ein Fremdbild, und idealerweise sind beide deckungsgleich.“

Der Satz entspricht ganz der Idee des statischen, unveränderlichen Erwachsenseins. Du machst eine Lehre, danach übst dann bis zur Rente deinen Beruf aus. Du wirst in eine Stadt hineingeboren, lernst ihre Konventionen kennen und kannst ein Leben lang danach handeln. Du entwickelst passende Persönlichkeitsmerkmale, die du als Erwachsener nicht mehr verändern musst. Oder eben: Du entwickelst zuvor dein Selbstbild, das du bestenfalls anpassen musst, wenn es dir andere empfehlen. Und die anderen haben ein Bild von dir, das immer zutreffender ist als dein Eigenes, weil die Mehrheit besser über dich urteilen kann als du selbst.

Die Wirklichkeit spricht gegen die Theorie

Jeder kann bei einigem Nachdenken darauf kommen, dass dies alles nicht zutrifft. Die Lehre, ja selbst das Studium ist nur eine Grundlage für die vielfältigen beruflichen Entwicklungen, die du nehmen kannst. Wenn du die Stadt, das Bundesland oder gar dein Geburtsland verlässt, wirst du anders angesehen als je zuvor und du wirst die Welt in einem neuen Licht sehen. Du wirst erkennen, wie sich deine Persönlichkeitsmerkmale und dein Selbstbewusstsein durch Begegnungen abschwächen oder verstärken. Ja, du wirst erkennen, dass eine veränderte Lebenssicht ganz neu Facetten deiner Persönlichkeit freilegen kann. Dein Selbstbild wird sich mehrfach verändern, vor allem in Beziehungen oder neuen sozialen Kreisen, und du wirst dein Selbstbewusstsein in Zweifel ziehen, ausbauen oder stärken. Je weiter du dich entwickelst, umso mehr wirst du erkennen: Das Bild, das andere von dir haben, wird dir immer gleichgültiger werden, solange du zu dir stehst und damit Erfolg hast.

Warum Sie bei der Partnersuche an der Wirklichkeit versagen

Menschen neigend dazu, sich selbst in bestem Licht zu sehen. Sie erfinden als Erwachsene eine Wirklichkeit, in der sie der Mittelpunkt sind. Bei der Partnersuche wird dies deutlich, wenn Sie diese Sätze befürworten:

1. Sie sind als Partner(in) besser als der Durchschnitt.
2. Sie haben Anspruch auf einen „adäquaten“ Partner.
3. Ihre Eigenschaften als Partner(in) sind bemerkenswert.
4. Sie haben das alleinige Recht, zu wählen.



Sie sind wahrscheinlich bestenfalls Durchschnitt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit trifft all dies auf SIE nicht zu. Das beginnt schon damit, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit (statistisch, mathematisch und auch in Wirklichkeit) eher durchschnittlich sind.
Adäquat gibt es nicht – und ist es erstrebenswert?

Relativ neu ist, dass sich Menschen einen „adäquaten“ Partner wünschen, das heißt, einen Partner „auf Augenhöhe“ mit ausgezeichneten Eigenschaften. Dabei vergessen sie, dass „Augenhöhe“ nichts als die eigene Ansicht der Wirklichkeit ist – nicht die der infrage kommenden Partner. Heute wird als „Augenhöhe“ zumeist „Ausbildungsgrad“ verstanden – und dabei als Argument für die Partnerschaft überschätzt.

Was qualifiziert sie eigentlich als Partner(in)?

Die weitaus meisten Menschen können nicht auf Anhieb sagen, was sie als Partner qualifiziert. Dennoch glauben all diese Personen, sie hätten „bemerkenswert gute“ Eigenschaften für eine Partnerschaft. Wahrscheinlicher ist, dass Sie Ihre Eigenschaften als Partner(in) erst dann entdecken, wenn Sie das erste Mal intensiv mit jemandem zusammenleben. Und mindestens zu Anfang werden Sie entdecken, dass dies Eigenschaften eher unterentwickelt sind.

Das Recht, frei wählen zu können, ist Illusion

Das Recht auf die freie Wahl des Partners ist der größte Irrtum, und nahezu alle Partnersuchenden verfallen ihm dann und wann. Die meisten Partnersuchenden realisieren nicht einmal, welche bodenlose Überheblichkeit darin liegt: Sie wählen, der Rest der Menschheit wird gewählt. In Wahrheit müssen zwei Personen zusammenkommen, die einander wählen. Aus diesem einfachen Satz ergeben sich ungeheuer ernste Konsequenzen, wenn sie Verabredungen eingehen. Zunächst wäre zu sagen: Die meisten Verabredungen enden ohne eine klare Übereinkunft, den anderen zu wählen. Entweder haben beide Einwände, oder einer von beiden wählt den anderen ab. Das ist unvermeidbar: In der Theorie führt nur jede siebte Begegnung zu einer Beziehung, und dies auch nur dann, wenn beide guten Willens sind und eine entsprechende Vorauswahl getroffen haben.

Neuerdings ist dieser Fall typisch für Dates:

Sie trifft ihn. Er signalisiert, dass er sie wählen würde, und sie glaubt ebenfalls, dass sie ihn wählen würde. Dennoch vermeiden einer von beiden, sich festzulegen. Das führt zumeist dazu, schnell das Interesse aneinander zu verlieren.

Wiederholt sich dies in Serie, so ist sicher, dass die Person, für die es sich wiederholt, einen Fehler macht: Sie vergaß, die sich bietende Chance wahrzunehmen.

Was können Sie tun?
Nicht nach Vollkommenheit streben


Je näher Sie der Vollkommenheit kommen wollen, umso mehr werden Sie entdecken, unvollkommen zu sein. Sobald andere also „Ihre Ansprüche“ erfüllen, werden sie enttäuscht feststellen, dass sie nun aber nicht mehr den Wünschen anderer genügen.

Eigene positive Eigenschaften entdecken, entwickeln und anbieten

Statt zu glauben, als Partner(in) ideal zu sein, sollten sie ihre sozialen Fähigkeiten, ihre Möglichkeiten, andere durch ihre Anwesenheit zu erfreuen und ihre erotischen Künste kennenlernen und ausbauen. Überprüfen sie aber auch alle anderen Eigenschaften, ob sie sich günstig auf einer Partnerschaft auswirken könnten. Ein Tipp, der eigentlich selbstverständlich dazugehört: Allein und in der Theorie schaffen sie das nicht. Sie müssen es ausprobieren.

Messlatte tiefer legen

„Legen Sie die Messlatte tiefer“ ist ein Reizbegriff, vor allem für Frauen. Doch denken Sie daran: In den letzten 20 Jahren haben viele Frauen eine bessere Ausbildung genossen, aber sie sind dadurch nicht automatisch auch „besser Partnerinnen“ geworden. Als Partnerin bleiben Sie also das, was Sie an Eigenschaften einbringen - und nicht das, was sie als Zertifikate vorweisen können.

Entscheidungen mutiger fällen und dabei bleiben

Das Hauptmerkmal einer ausgezeichneten Karriere oder einer entsprechenden Partnerschaft besteht darin, bei einem guten Angebot schnell und zielsicher eine Entscheidung zu treffen. Diese Fähigkeit ist vielen Menschen angesichts der sogenannten „Vielfalt der Möglichkeiten“ verloren gegangen. Sie können diese aber leicht zurückgewinnen, indem Sie sich auf Ihre „existenzielle Bedürfnisse“ konzentrieren.
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