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Misserfolg bei der Partnersuche – muss man sich selbst ändern?

Trugbilder und Wunschbilder - schlecht, wenn man darauf fixiert ist

Wenn es eine Klage gibt, die das ganze Leben der Berater für die Partnersuche durchzieht, dann ist es dies: „Ich finde keinen Partner, obgleich ich alles versucht habe.“

Fragt man nach, so sieht die Sache differenzierter aus: Ja, gelegentlich habe man schon Kontakte, Treffen und dergleichen gehabt, aber entweder sei’s dann nicht der Richtige gewesen oder die Sache sei nach kurzer Zeit schon wieder auseinandergegangen.

Die Problemanalyse – wirkungsvoll, aber nur ein Anfang

Was kann man dann noch tun? Nun, es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, man lässt sich eine Problemanalyse erstellen. Das kling sehr hochtraben, ist aber kaum mehr als eine Betrachtung dessen, was man schon gemacht hat und was man damit erreichen wollte, gefolgt von einem Vorschlag, was man noch tun könne.

Selbstveränderung mit Sorgfalt und Bedacht – oder Profi-Hilfe

Oder aber, man geht ernsthaft eine Selbstveränderung an, besucht ein eher konservativ aufgebautes Kommunikationsseminar (1) oder versucht, professionelle Hilfe durch einen Verhaltenstherapeuten zu bekommen.

Was dabei am Ende herauskommt, ist im ungünstigsten Fall eine geringfügige Änderung, die Ihnen „ein bisschen“ nützt. Im besten Fall bauen sie Ihre Persönlichkeit aus vorhandenen Bestandteilen neu auf, bekommen positive Rückkoppelung von überall und leben hinfort glücklicher. In jedem Fall allerdings empfinden Sie hinterher: Oh, das alles passt hervorragend in mein Leben – und ich wollte genau dorthin, wo ich hingekommen bin.

Bevor Sie jetzt in Euphorie verfallen: Das dauert alles ein bisschen. Denn die Menschen sind von Natur aus faul: Sie behalten lieber Ihr unvorteilhaftes Verhalten bei, das sie kennen, als ein neues Verhalten zu erlernen, von dem sie noch nicht recht wissen, wie sich’s auswirkt.

Übrigens: Auch die Problemanalyse, oder wie ich sie nenne, die Problem- und Chancenanalyse bringt nicht in jedem Fall eine Lösung, sondern nur dann, wenn sich herausstellt, dass Sie ein Problem mit den falschen Methoden angegangen sind. Dazu kann Ihnen Paul Watzlawick mehr sagen – der hat dazu eine wichtige Theorie entwickelt (2). Sie sehen, ich greife nichts aus der Luft.

Der "letzte Schrei" - wasch Dir selbst das Gehirn

Was gäbe es sonst? Natürlich noch etwas Anderes. Sozusagen der „letzte Schrei“. Es ist eine Kombination von Selbstverleugnung und Selbstbetrug, die man auch als Do-It-Youself-Gehirnwäsche bezeichnen könnte.

Gehirnwäsche bedeutet ja, alles, was uns „eigen“ ist, also unser gegenwärtiges Selbst, zu zerstören und ein gefälschtes, fremdes Bild anzunehmen. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und typisch für verbrecherische Geheimdienste und totalitäre Regime in Ost und West.

Was, wenn man es selber tut oder sich beraten lässt, wie man es sich selbst antun kann? Ist es nicht verführerisch, einmal jemand „ganz anderer“ zu sein?

Die Leute, die so etwas lehren, haben einen Trick. Sie sagen, dass man nicht gleich das „ganze Selbst“, also die „Komplette Person“ umkippen muss, sondern dass man einen Teil des Verhaltens isolieren, neu programmieren und dann an die Stelle des alten Teils setzen kann. Dann geht man auf die Pirsch, und sobald man dies tut, ist es so, als ob der freundliche und charmante „Dr. Jekyll“ sich an der Tür zur Bar in den sexdurstigen Verführer „Mr. Hyde“ verwandelt würde. Das bedeutet so ungefähr: Mr. Hyde reißt die Frauen auf, vögelt sie und schmeißt sie fort, wie er will – und Dr. Jekyll weiß dies zwar, kann aber nichts dagegen tun.

Ach, das glauben Sie nicht?

Dann lesen Sie mal dies(3):

(Ich konnte mit diesen Methoden) … nur Frauen klarmachen, mit denen ich nicht reden konnte, geschweige denn zusammen sein wollte. Ich wollte jemanden, der interessanter ist.


Inzwischen hatte der Mann die Methoden allerdings schon so schwer in sein Hirn eingebrannt, dass es ihm schwerfiel, in „normalen“ Kategorien zu denken.

Fragt sich, wer sich so etwas antun will. Insbesondere aber, wie man das einprogrammierte Verhalten wieder zurückprogrammieren kann und welchen Nutzen (außer ein paar gefüllten Kondomen) jemand hat, der sich so vor sich selbst erniedrigen muss.

(1) Nach Eric Berne, Paul Watzlawick oder nach der Methode des Friedemann Schulz von Thun.
(2) „Lösungen“, gemeinsam mit John Waekland und Richard Fish, Bern 1974.
(3) Zitat aus „Fiese Kerle“ , Seite 243, Hamburg 2013
„Klarmachen“: Rumkriegen, abschleppen, flachlegen, alsbald vögeln.
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