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Immer noch die alten Tricks und Winkelzüge beim Dating – ein Ärgernis

Keine Voraushonorierung - der Herr wollte erste zahlen, wenn er die Kohle der Dame (aka Mitgilft) im Kasten hatte


Die Partnersuche über Medien, Organisationen und und persönliche Partnervermittler ist ein Spiel mit der Illusion des perfekten Glücks. Und um diese Illusion aufrechtzuerhalten, ist es nötig, die Wahrheit zu korrigieren. Die Frage ist jedoch, wer dabei gewinnt, wer verliert und wo die Grenzen zum „gefühlten“ Betrug liegen.

Welche Methoden werden dazu verwendet?

1. Lockvögel
Angeblich setzt man sie niemals ein, die attraktiven Damen und Herrn, die sehnsüchtig auf den Partnersuchenden warten. Und schon gar nicht, wenn man sich als „seriös“ darstellt. Doch selbst bei Online-Partneragenturen wird man nicht behaupten wollen „Wir haben es niemals getan und wir werden es niemals tun.“ Bei Sexbörsen und Casualdating ist das etwas anders: Dort steht oftmals bereits in den AGB, dass man’s tut. Die wieder aufkommenden „händischen“ Partneragenturen stehen zwar nicht pauschal, aber oftmals in Verdacht, mit Profilen nicht existierender Personen zu arbeiten.

Wie lange gib es dies schon? Seit es Ehemakler, Annonce in Zeitungen und ähnliche Phänomene gibt. Je verzweifelter jemand sucht, und je weniger Chance er/sie tatsächlich hat, umso höher ist das Risiko, auf Lockvögel hereinzufallen. Übrigens halten die Betreiber, die Lockvögel verwenden, dies für „ganz legal“ – ihr Unrechtsbewusstsein liegt zumeist auf Eis und wird zudem durch die AGB gedeckelt.

2. Geschönte Beschreibungen
Nahezu jede Beschreibung ist geschönt, gleich, ob sie von einer Agentur oder vom Mitglied einer Partnerbörse stammt. Das ist durchaus legitim, denn wer würde schon seine fragwürdigen Eigenschaften in den Vordergrund stellen? Sollte jedoch das Profil ganz und gar von der Realität abweichen, dann kann man getrost von „Schwindel“ sprechen.

Wie lange gibt es das schon? Seit es einen Bedarf gibt, die eigene Person besonders herauszustellen. Die Tricks waren vor allem typisch für die ersten Ehemakler.

3. Getarnte Ehemakler
In den letzten Jahren sind sie wieder zu Ehren gekommen, die Agenturen, die auftreten, als seien sie Privatpersonen. Die Variante heißt neuerdings „Stellvertreter-Dating“ – und sie wird selbst in der seriösen Presse gelobt. In Wahrheit ist dies eine neue, veränderte Form der Ehemakler, die eine Person mehreren Interessenten anpreisen, um am Ende ein Treffen zu arrangieren.

Wie lange gibt es das schon? In Varianten bereits seit Jahrzehnten, und „fein“ ist es keinesfalls, sondern auch in den „legalen“ Varianten eher etwas anrüchig. Jahrzehntelang wurden Personen durch Zeitungsanzeigen geködert, in den angeblich Privatpersonen Partner suchten. Es war nicht ersichtlich, das es sich um Agenturen handelte. Heute werden Singles in Online-Partnerbörsen von „Privatpersonen“ angesprochen, die in Wahrheit Partner-Makler sind. Allerdings zahlen dabei nur die Suchenden, nicht die Gesuchten.

4. Beschönigung der Aussichten
Nahezu alle Online-Partneragenturen, Partnervermittler, Singlebörsen und Smartphone-Dating-Betreiber „schönen“ die Aussichten, einen Partner zu finden. Die verbreitetste Falschinformation ist, dass alle Personen gleich gute Aussichten hätten und dass es möglich sei, seinen „Traumpartner“ zu finden.

Wie lange gibt es das schon? Solange es Ehemakler gibt. Statistisch sind nicht alle Altersgruppen gleich gut zu vermitteln, und rein mathematisch sinkt die Chance exponential mit den Wünschen an den Partner. Doch die Partnervermittler, ob „online“ oder „real“, preisen die Aussichten auch dann in den höchsten Tönen an, wenn sie in Wahrheit mies sind. Sie wollen schließlich an das Geld ihrer Kunden gelangen.

5. Falsches Spiel mit den Kosten
Die Kosten werden bei kaum einer Partneragentur transparent offengelegt. Oftmals wird dem Kunden bei Online-Agenturen sogar suggeriert, man könne sich „kostenlos“ einen Partner finden lassen. „Online“ entstehen durch Abonnements oft Folgekosten, die am Anfang nicht bedacht werden. Offline-Agenturen (Partnervermittler) haben ebenso eigenartige Preise. Die bloße Einschreibung und das Versprechen, sich um die Partnersuche zu bemühen, kann bis zu 7000 Euro kosten.

Wie lange gibt es das schon? Es gab zwar einige Initiativen, um die schlimmsten Auswüchse von „ganz legalen“ Tricks durch Gesetze oder freiwillige Verpflichtungen zu unterbinden, aber beim Verbraucherschutz fehlt es der deutschen Regierung am Durchsetzungswillen. So mauscheln die Unternehmen, die es betrifft, weiterhin im Graubereich. Schlimm sind nicht nur die Online-Trickser mit ihren Abo-Fallen, sondern vor allem diejenigen Partnervermittler, die erst einmal ein paar Tausender einkassieren und dann kaum für die Vermittlung sorgen.

Zehn unerlässliche Tatsachen für die Partnersuche

Zehn unerlässliche Tatsachen für die Partnersuche - von Gebhard Roese

Wo Fisch ist, wird auch gefischt


1. Wenn Sie viele, möglichst unterschiedliche Menschen kennen, haben Sie die größten Chancen, einen passenden Partner zu finden. Unterschiedlich deshalb, weile es ein kann, dass der passende Partner nicht aus ihrem üblichen Milieu stammt. Wenn nicht -versuchen Sie, in Kreise hereinzukommen, in denen Sie „mitreden“ können.
2. Zum Suchen gehört Wahrnehmen: Wenn Sie suchen, sollen Sie ihre Wahrnehmung schärfen und alle Möglichkeiten wahrnehmen, mit Personen ins Gespräch zu kommen, die als Partner infrage kämen. Einfach ein Gespräch beginnen … am Anfang darf es belanglos sein.
3. Dating-Methoden und organisierte Partnersuche (Online-Partnervermittlungen) sind nur dann gut für Sie, wenn Sie über eine große Lebenserfahrung verfügen und Umgang mit Fremden gewohnt sind. Außerdem sollten Sie wissen, wann und für was Sie sich entscheiden, wenn sich das Date dem Ende zuneigt: Beziehungsversuch, Freundschaft, „Nichts-wie-weg“ oder „Sex ist besser als gar nichts?
4. Mut, Umsicht und Zuversicht sind für alle Methoden der Partnersuche unerlässlich.
5. Sie müssen damit rechnen, dass sich die Partnersuche nach Jahrzehnten (zum Beispiel bei einer Scheidung nach vielen Ehejahren) völlig verändert hat. Sie sollten dann zunächst einmal ein paar „Probedates“ ohne Verbindlichkeit absolvieren, um zu erkennen, wie Frauen/Männer heute reagieren.
6. Versuchen sie, Ihren „Marktwert“ zu erkennen, vor allem nach einer längeren Beziehung. Er kann gestiegen oder gefallen sein. Wenn sie ihn falsch einschätzen, müssen Sie viel Zeit verwenden, um diesen Fehler zu korrigieren.
7. Rechnen Sie damit, dass nicht alle Partner, mit denen sie sich treffen, die feste Absicht haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Das wird oft lautstark beklagt, ist aber ganz normal. Wo Fische sind, wird auch gefischt. Was mit dem Fang passiert, entscheidet jeder für sich selbst - auch, wenn er glaubt, eher den Fisch zu verkörpern als den Fischer.
8. Partnersuche ohne sexuelle Erfahrungen ist nahezu aussichtslos. Sammeln sie möglichst vielfältige und zeitnahe Erfahrungen, bevor Sie Ihren endgültigen Partner suchen.
9. Glauben Sie niemals an irgendwelche Kriterien bei der Partnerwahl, von denen Sie gehört haben. Jeder versucht, sie mit eigenen Meinungen oder angelesenem Halbwissen vollzudröhnen, die Ihnen nichts nützen. Verlassen Sie sich auf ihre Intuition und ihre Menschenkenntnis.
10. Gestatten Sie sich, Fehler zu machen. Finden Sie Strategien für sich selbst, die Fehler in Grenzen zu halten – und falls Sie einen Fehler machen sollten, stehen Sie dazu und lernen Sie daraus.
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Wahrnehmung – Schlüssel zur Partnersuche

Wenn wir wollen, ist es ein Reitpferd - wenn nicht, ist ein bemaltes Stück Holz
Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.

Der Physiker Heinz von Förster.


Der Schlüssel zu dem, was wir erfahren und erleben können, ist unsere Wahrnehmung. Wir nehmen einerseits die Gegenstände wahr, dann aber auch die Umstände und das Verhalten der Menschen um ums herum. Schließlich nehmen wir uns selbst wahr.

Dies alles ist ein sehr komplizierter Prozess, der zum Menschsein gehört. Die Möglichkeiten, diesen Prozess zu beeinflussen, sind ungeheuer vielfältig, und kaum eine Wissenschaft kann uns erklären, wie diese Vorgänge tatsächlich ablaufen. Wir selbst sind dabei Opfer und Täter: Wir schaffen uns Wirklichkeiten und leben mit ihnen, gleich, ob sie „richtig“ oder „falsch“ sind, und wir beurteilen unsere Umgebung danach, wie sie sich für uns darstellt. Unsere Wirklichkeiten ändern sich, teils deutlich und abrupt, teils kaum merklich und sanft. Manchmal bewirken wie die Änderungen, dann wieder kommen die Einflüsse, die zur Veränderung führen, von außen. Wir müssen unsre Leben also oftmals neu überdenken, die „Steuerung“ nachjustieren oder andere Methoden entwickeln, um uns an veränderte Lebensumständen anzupassen.

Warum Sie ihr Schulwissen auf den Müll werfen sollten

Die Psychologie hilft uns dabei kaum. Das psychologische Wissen über die interpersonelle Wahrnehmung wurde inzwischen auf dem Stand eingefroren, den jeder Gymnasiast nachplappern kann. „Es gibt ein Selbstbild und ein Fremdbild, und idealerweise sind beide deckungsgleich.“

Der Satz entspricht ganz der Idee des statischen, unveränderlichen Erwachsenseins. Du machst eine Lehre, danach übst dann bis zur Rente deinen Beruf aus. Du wirst in eine Stadt hineingeboren, lernst ihre Konventionen kennen und kannst ein Leben lang danach handeln. Du entwickelst passende Persönlichkeitsmerkmale, die du als Erwachsener nicht mehr verändern musst. Oder eben: Du entwickelst zuvor dein Selbstbild, das du bestenfalls anpassen musst, wenn es dir andere empfehlen. Und die anderen haben ein Bild von dir, das immer zutreffender ist als dein Eigenes, weil die Mehrheit besser über dich urteilen kann als du selbst.

Die Wirklichkeit spricht gegen die Theorie

Jeder kann bei einigem Nachdenken darauf kommen, dass dies alles nicht zutrifft. Die Lehre, ja selbst das Studium ist nur eine Grundlage für die vielfältigen beruflichen Entwicklungen, die du nehmen kannst. Wenn du die Stadt, das Bundesland oder gar dein Geburtsland verlässt, wirst du anders angesehen als je zuvor und du wirst die Welt in einem neuen Licht sehen. Du wirst erkennen, wie sich deine Persönlichkeitsmerkmale und dein Selbstbewusstsein durch Begegnungen abschwächen oder verstärken. Ja, du wirst erkennen, dass eine veränderte Lebenssicht ganz neu Facetten deiner Persönlichkeit freilegen kann. Dein Selbstbild wird sich mehrfach verändern, vor allem in Beziehungen oder neuen sozialen Kreisen, und du wirst dein Selbstbewusstsein in Zweifel ziehen, ausbauen oder stärken. Je weiter du dich entwickelst, umso mehr wirst du erkennen: Das Bild, das andere von dir haben, wird dir immer gleichgültiger werden, solange du zu dir stehst und damit Erfolg hast.

Warum Sie bei der Partnersuche an der Wirklichkeit versagen

Menschen neigend dazu, sich selbst in bestem Licht zu sehen. Sie erfinden als Erwachsene eine Wirklichkeit, in der sie der Mittelpunkt sind. Bei der Partnersuche wird dies deutlich, wenn Sie diese Sätze befürworten:

1. Sie sind als Partner(in) besser als der Durchschnitt.
2. Sie haben Anspruch auf einen „adäquaten“ Partner.
3. Ihre Eigenschaften als Partner(in) sind bemerkenswert.
4. Sie haben das alleinige Recht, zu wählen.



Sie sind wahrscheinlich bestenfalls Durchschnitt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit trifft all dies auf SIE nicht zu. Das beginnt schon damit, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit (statistisch, mathematisch und auch in Wirklichkeit) eher durchschnittlich sind.
Adäquat gibt es nicht – und ist es erstrebenswert?

Relativ neu ist, dass sich Menschen einen „adäquaten“ Partner wünschen, das heißt, einen Partner „auf Augenhöhe“ mit ausgezeichneten Eigenschaften. Dabei vergessen sie, dass „Augenhöhe“ nichts als die eigene Ansicht der Wirklichkeit ist – nicht die der infrage kommenden Partner. Heute wird als „Augenhöhe“ zumeist „Ausbildungsgrad“ verstanden – und dabei als Argument für die Partnerschaft überschätzt.

Was qualifiziert sie eigentlich als Partner(in)?

Die weitaus meisten Menschen können nicht auf Anhieb sagen, was sie als Partner qualifiziert. Dennoch glauben all diese Personen, sie hätten „bemerkenswert gute“ Eigenschaften für eine Partnerschaft. Wahrscheinlicher ist, dass Sie Ihre Eigenschaften als Partner(in) erst dann entdecken, wenn Sie das erste Mal intensiv mit jemandem zusammenleben. Und mindestens zu Anfang werden Sie entdecken, dass dies Eigenschaften eher unterentwickelt sind.

Das Recht, frei wählen zu können, ist Illusion

Das Recht auf die freie Wahl des Partners ist der größte Irrtum, und nahezu alle Partnersuchenden verfallen ihm dann und wann. Die meisten Partnersuchenden realisieren nicht einmal, welche bodenlose Überheblichkeit darin liegt: Sie wählen, der Rest der Menschheit wird gewählt. In Wahrheit müssen zwei Personen zusammenkommen, die einander wählen. Aus diesem einfachen Satz ergeben sich ungeheuer ernste Konsequenzen, wenn sie Verabredungen eingehen. Zunächst wäre zu sagen: Die meisten Verabredungen enden ohne eine klare Übereinkunft, den anderen zu wählen. Entweder haben beide Einwände, oder einer von beiden wählt den anderen ab. Das ist unvermeidbar: In der Theorie führt nur jede siebte Begegnung zu einer Beziehung, und dies auch nur dann, wenn beide guten Willens sind und eine entsprechende Vorauswahl getroffen haben.

Neuerdings ist dieser Fall typisch für Dates:

Sie trifft ihn. Er signalisiert, dass er sie wählen würde, und sie glaubt ebenfalls, dass sie ihn wählen würde. Dennoch vermeiden einer von beiden, sich festzulegen. Das führt zumeist dazu, schnell das Interesse aneinander zu verlieren.

Wiederholt sich dies in Serie, so ist sicher, dass die Person, für die es sich wiederholt, einen Fehler macht: Sie vergaß, die sich bietende Chance wahrzunehmen.

Was können Sie tun?
Nicht nach Vollkommenheit streben


Je näher Sie der Vollkommenheit kommen wollen, umso mehr werden Sie entdecken, unvollkommen zu sein. Sobald andere also „Ihre Ansprüche“ erfüllen, werden sie enttäuscht feststellen, dass sie nun aber nicht mehr den Wünschen anderer genügen.

Eigene positive Eigenschaften entdecken, entwickeln und anbieten

Statt zu glauben, als Partner(in) ideal zu sein, sollten sie ihre sozialen Fähigkeiten, ihre Möglichkeiten, andere durch ihre Anwesenheit zu erfreuen und ihre erotischen Künste kennenlernen und ausbauen. Überprüfen sie aber auch alle anderen Eigenschaften, ob sie sich günstig auf einer Partnerschaft auswirken könnten. Ein Tipp, der eigentlich selbstverständlich dazugehört: Allein und in der Theorie schaffen sie das nicht. Sie müssen es ausprobieren.

Messlatte tiefer legen

„Legen Sie die Messlatte tiefer“ ist ein Reizbegriff, vor allem für Frauen. Doch denken Sie daran: In den letzten 20 Jahren haben viele Frauen eine bessere Ausbildung genossen, aber sie sind dadurch nicht automatisch auch „besser Partnerinnen“ geworden. Als Partnerin bleiben Sie also das, was Sie an Eigenschaften einbringen - und nicht das, was sie als Zertifikate vorweisen können.

Entscheidungen mutiger fällen und dabei bleiben

Das Hauptmerkmal einer ausgezeichneten Karriere oder einer entsprechenden Partnerschaft besteht darin, bei einem guten Angebot schnell und zielsicher eine Entscheidung zu treffen. Diese Fähigkeit ist vielen Menschen angesichts der sogenannten „Vielfalt der Möglichkeiten“ verloren gegangen. Sie können diese aber leicht zurückgewinnen, indem Sie sich auf Ihre „existenzielle Bedürfnisse“ konzentrieren.
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Warum Sie (immer) den falschen Partner wählen

Vorab ein Satz: Den „falschen Partner“ gibt es so wenig wie den Richtigen – es gibt immer nur geeignetere und ungeeignetere Partner. Aber der Volksmund sagt es nun einmal so: „Ich gerate immer an den falschen Partner.“

10 Gründe, warum Sie den falschen Partner wählen

Fragt sich doch: warum? Und falls Sie es ändern wollen: Fragen Sie gerne nach.

1. Hauptgrund: Sie kennen sich nicht wirklich.
Die eigene Persönlichkeit und die persönlichen Bedürfnisse zu erkennen ist eine Kunst, aber sie ist erlernbar. Wenn Sie sich nicht kennen, wissen Sie auch nicht, was Sie selbst wert sind – und erfahren nie, was Sie für andere wert sind.

2. Sie wissen nicht viel von anderen.

Denken sie nach – was wissen Sie von anderen? Wenig, nicht wahr? Sollen „andere“ sein wie Sie selbst oder sollen Sie ihnen Bedürfnisse erfüllen? Und wenn Sie es tun, was passiert dann?

3. Sie wissen nicht, was „glücklich sein“ bedeutet
Glücklich zu sein bedeutet nicht, wie beispielsweise die Spinner von den Singlebörsen behaupten, sich einen „perfekten Tag“ vorzustellen. Wie erreichen Sie persönlich Glück? Was soll ein anderer Mensch zu Ihrem Glück beitragen? Und warum sollte er das überhaupt tun?

4. Sie hassen es, Single zu sein
Binden Sie sich nicht nur, weil sie nicht länger Single sein wollen. Wenn Sie als Single nicht mit sich zurechtkommen, werden sie es auch schwer haben, in einer Beziehung zufrieden zu sein.

5. Sie sind zu romantisch oder emotional
Romantik in der Liebe ist – im realen Leben – eine Erfindung der Neuzeit. Wer mit übersteigerten Gefühlen umgehen kann, darf wollüstig, romantisch oder berechnend sein. Wer es nicht kann, sollte den praktischen Teil des Lebens in den Vordergrund stellen: Kann ich mit ihm/ihr kochen, eine Wohnung einrichten oder ein Kind großziehen?

6. Sie haben Liebe falsch erlernt
Was ist Liebe für Sie? Hingabe oder Begierde? Selbstlosigkeit oder erotischer Anspruch? Im Grunde wissen Sie nicht, was sie von einer Beziehung erwarten dürfen und können. Vielleicht sind Sie dann und wann verliebt … aber das ist kein Grund, um sich zu binden. Liebe braucht Zeit.

7. Sie glauben, etwas Besonderes zu sein
Ja, das hat man Ihnen erzählt: „Du bist etwas ganz Besonderes, mein Kind, etwas Einmaliges.“ Da sind Sie aber nur für sich selbst, nicht für andere. Theoretisch sind Sie Durchschnitt, manchmal liegen Sie etwas darüber. Aber wenn sie glauben, „etwas Besonderes“ für andere zu sein, und dies nicht genau begründen können, sind Sie in der Regel leider unter Durchschnitt.

8. Sie wollen ein kurzes Glück konservieren
Wenn Sie mit jemandem ein paar Mal Spaß im Bett hatten, schönen Oralverkehr genießen konnten oder mal „hart rangenommen“ wurden, heißt dies nicht, dass er ein guter Lebenspartner ist. Manche „schönen Stunden“ sollten buchstäblich „schöne Stunden“ bleiben.

9. Sie wollen damit aufhören, über sich selbst nachzudenken.

Es kann lästig sein, wenn die eigenen Gedanken nur um sich selbst kreisen. Das ist aber kein Grund, einen Partner zu suchen, sondern eher einer, diese Gedanken nach außen zu tragen. Oder denken Sie, in der Partnerschaft kreisen alle Gedanken nur um sie zwei als Paar?

10. Sie folgen Ihrem Sexualtrieb.
Sie/er vögelt mit Ihnen wie kein Zweiter? Dann ist sie/er als Sexpartner heiß begehrt – und das haben auch schon viele andere erfahren. Und voraussichtlich werden es auch in der Beziehung noch viele erfahren. Besser wäre es, wenn Sie lernen würden, ihre sexuellen Gelüste in der Bedürfnishierarchie neu einzuordnen. Sex ist wichtig - aber nicht jede(r), der guten Sex schenkt, eignet sich für eine Beziehung.

Wenn Sie nicht zustimmen …

Oh, Ihr Grund war nicht dabei? Sie geraten einfach immer nur an den Falschen? Dann belügen Sie sich wahrscheinlich selbst. Das ist ihr gutes Recht, aber kein Grund zum Lamentieren. Sie dürfen so oft falsche Entscheidungen fällen, wie Sie wollen, die Kelche der Lust ausschlürfen, solange Sie wollen und so oft dabei hereinfallen, wie Sie wollen. Nur - falls Sie das tun: Bedauern Sie sich nicht selbst, und rechnen Sie nicht damit, dass andere Sie bedauern.

Dieser Artikel wurde nach einer externen Idee mit neuen, angepassten Inhalten erstellt.

Lesen Sie bitte philosophisch und ausführlich, aber englisch weiter, was andere dazu meinen.

Hinweis: Dieser Artikel erschient auch in der "Liebeszeitung".

Virtual Love Day – schwarzer Tag für die Dating-Branche

Eigentlich sollte der heutige „Virtual Love Day“ eine Art Coming-out für Paare sein, die sich durch Online-Dating kennengelernt haben. Doch Online-Dating hat sich inzwischen als ein zweifelhaftes Geschäft erwiesen, und die Gründe liegen eindeutig bei den Unternehmen, die Online-Dating betreiben. Lassen wir einmal die wenigen Unternehmen weg, die sich öffentlich zu seriösen Geschäftspraktiken verpflichtet haben, so bewegt sich die Masse der Unternehmen immer hart an der Grenze dessen, was für Verbraucher gerade noch erträglich ist.

Bevor man einen „Virtual Love Day“ (Tag der virtuellen Liebe“) feiert, sollte man erst einmal gründlich ausmisten und endlich die Transparenz bieten, die man von einem honorigen Unternehmen erwartet. Doch ob hier überhaupt noch Hoffnungen bestehen, muss angesichts der jüngsten Enthüllungen und Urteile bezweifelt werden.

Hier die Punkte, an denen es hapert:

- Fehlende Preistransparenz.
- Automatische Abo-Verlängerungen.
- Aufblähung der Mitgliederzahl durch Karteileichen.
- Probe-Abonnements mit automatischer Verlängerung.
- Fehlender oder fragwürdiger Support.
- Kostenpflichtige Hotline für Beratungen.
- Sogenannte „Persönlichkeitsgutachten“, die kaum etwas wert sind.
- Bewusster und massiver Einsatz von Animateurinnen.

Nicht alle Unternehmen sind in jedem einzelnen der oben aufgeführten Punkte betroffen, aber nahezu alle Unternehmen, auch die Platzhirsche, sind in wenigstens einem Punkt betroffen. Und das ist ein Ärgernis, das eher eine Trauerfeier wert ist.

Wer sitzt beim ersten Date mit am Tisch?

Sich verstellen, nur weil man ein Date hat? Lieber nicht!


Aufgeklärte Menschen wissen: Je weniger Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche der Single hat, umso weniger kann er bei einem ersten Date enttäuscht werden. Doch das ist nicht alles. Bei sehr vielen Menschen sitzen noch festgefahrene Bilder mit am Tisch. Sehen wir uns doch kurz an, wer alles „mitspielt“, wenn wir ein Date haben:

1. Mein Bild von mir selbst.
Es kann zutreffen oder falsch sein – aber wie es auch ist, ich habe die Absicht, es zu vermitteln. Also sitzt mein Selbstbild mit am Tisch.
2. Das Bild meiner Partnerin von sich selbst.
So, wie ich ein Bild von mir habe, so hat meine Partnerin auch eines von sich – und genau das versucht sie mir zu vermitteln. Es kann richtig, unabsichtlich falsch oder gezielt falsch sein. Ich kann es nicht wissen.
3. Mein Bild von einem Mann, der ein Date hat.
Ich habe normalerweise ein Bild davon, wie sich ein Mann (also nicht nur ich) verhält, der versucht, die Liebe einer Frau zu gewinnen. Es stört immens, wenn ich solche ein Bild hochhalte, aber das weiß ich zu Anfang des Dates noch nicht. Schlimm wird es, wenn ich mich nicht verhalte, wie ich mich verhalten möchte, sondern nach meinem Bild eines Mannes handle, der ein Date hat.
4. Das Bild meiner Partnerin von einer Frau, die ein Date hat.
Ich muss damit rechnen, dass es meiner Partnerin genau so ergeht. Möglicherweise verhält sie sich wie sich nach ihrer Meinung eine Frau verhält, die ein Date hat. Das kann schrecklich sein, gleich, ob sie die Brust aus strategischen Gründen halb freilegt oder die Arme über ihrem Oberkörper verschränkt.
5. Mein Bild von dem Bild, das eine Frau hat, die ein Date hat.
Ich denke, dass du denkst, dass, dass ich denke … der berühmte Psychiater Ronald D. Laing hat darüber sogar einen Gedichtband (1) geschrieben. Des ist wirklich schlimm, wenn ich mich persönlich so verhalte, wie ich glaube, dass meine Partnerin es von mir erwartet und das anspreche, was sie es vermutlich gerne hören würde.
6. Ihr Bild von dem Bild, das ein Mann über ein Date hat.
Wenn sie dieses Bild hat, denkt sie etwas in mich hinein, was ich möglicherweise für sie bin – nur weil ich ein Mann bin. Ich kann aber nicht wissen, welche Erfahrungen sie mit Männern gemacht hat, und warum sie so reagiert. Verhält sie sich so, weil sei glaubt, sie müsse sich so verhalten, weil ich ein Mann bin?

Noch mehr Bilder am Tisch ...

Als wäre dies nicht schon kompliziert genug, finde wir noch zwei weitere Bilder am Tisch:

1. Mein Bild von dem Bild, das eine Frau von einem Mann hat, der mit ihr ein Date hat.
2. Ihr Bild von dem Bild, das ein Mann von einer Frau hat, der mit ihr ein Date hat.

Gefahrenherd Dating-Tipps

Sie werden nun verstehen, dass all dies schon kompliziert genug ist, wenn ich mich NICHT an Dating-Regeln halte. Kommen hingegen solche Regeln hinzu, dann greifen „fremde Instanzen“ in das Verhältnis zwischen mir und der Frau ein, mit der ich gerade versuche, eine Beziehung einzugehen. Ich muss mich dann mit anderen Instanzen auseinandersetzen, die gar nicht am Tisch sitzen.

Entknoten, erster Teil: keine Regeln für niemanden

Es gibt keine Regeln für „erste Begegnungen“ außer Respekt vor dem Anderen – und solange wir an Freiheit und Gleichheit glauben, wird es sie nie geben. Mein wirklich ernstlicher Rat: Geben Sie sich keine Regeln, und nehmen Sie keine an. Gespräche regulieren sich aus dem Gesprächsverlauf heraus von selbst.

Entknoten, zweiter Teil: Das Wort zählt

Sogenannter „Small Talk“ ist gut für Partygespräche, aber nicht für erste Begegnungen. Bei Begegnungen zählt jedes Wort, jeder Satz, jede Frage und jede Antwort. Es ist gut und richtig, am Wort zu hängen, die Art aufzunehmen, indem es gesprochen wird und die Gesten zu beobachten, von denen es begleitet wird. Versuchen Sie also immer, nur den anderen am Tisch zu sehen, und zwar so, wie er sich in diesem Moment zeigt. Wenn ihnen eine Frau ein Theater vorspielt – lächeln sie darüber. Sie braucht Zuschauer. Es ist nicht ihre Aufgabe, herausfinden, warum sie das tut.

Entknoten, dritter Teil: Keine Bilder einbringen, Bilder mitnehmen

Wer (aus der Sicht des Mannes) „sein Bild von dem Bild, das eine Frau hat, die ein Date hat“ in ein erstes Date einbringt, läuft Gefahr, genau dieses Bild zu bedienen. Doch warum sollte der Mann es tun? Mag sein, dass er so etwas braucht, wenn er Trickverführer oder Gigolo sein will. Wer eine Beziehung sucht, benötigt solche Tricks nicht. Das Geheimnis sinnvoller Begegnungen liegt darin, keine Bilder einzubringen, sondern Bilder mitzunehmen.

Hinweis: Dieser Artikel erscheint in Auszügen in mehreren Publikationen.
(1) Knots - Knoten.
Bild: © 2014 by Gebhard Roese
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Das Date – plaudern, bewerben oder verhandeln?

Our dreams are more romantic than the world we see

Oscar Hammerstein (Aus dem Musical “Show Boat”)

Blind Date - Katze im Sack oder Moment der Wahrheit?


Die erste Verabredung zwischen zweien, die sich vielleicht mögen könnten, ist mit vielen Gefühlen besetzt. Zum Beispiel Erwartungen, Wünschen und Hoffnungen, aber auch von romantischen Gefühlen, die sich bald verwirklichen sollen.

Weniger wäre in diesem Fall mehr, denn oftmals sind die Erwartungen zu hoch, die Wünsche unerfüllbar und die Hoffnungen illusionär. Wer von vornherein an Romantik denkt, wird doppelt enttäuscht werden: Sie wir nicht geliefert, sondern muss erst entstehen.

Womit kann man ein erstes Date vergleichen? Mit gar nichts?

Oh doch. Dates nach Online-Begegnungen sind Verhandlungen darüber, wie es mit den beiden Partnern weitergehen soll, die sich zuvor nur schriftlich oder per Telefon kannten. Unbestritten ist, dass dabei Liebe, Lust und Leidenschaft eine Rolle spielen, aber sie sind nicht der erste und wichtigste Grund, zusammenzukommen. Mit einem modernen Begriff will man einfach wissen „ob die Chemie stimmt“, mit einem altmodischen Begriff, ob man einander sympathisch findet. Darüber hinaus ist das Treffen dazu da, die Zukunftspläne miteinander zu vergleichen und herausfinden, inwieweit sie miteinander harmonieren.

Verhandeln, Sex und Dates

Dates sind also Verhandlungen. Der Rechtsanwalt Gerhard I. Nierenberg verglich die Kunst des Verhandelns einmal mit der Aufnahme von Sex: Wir lernen durch „Versuch und Irrtum“. Ein Verhandlungsergebnis ist schwer vorauszusagen, wenn auch Emotionen betroffen sind – und zwischen Dating-Partnern sind immer Emotionen betroffen. Doch, wie wird eigentlich verhandelt?

Teenager-Blödsinn für den Müll

Erstaunlicherweise erleben wir bei dieser Frage zunächst ein Fiasko: Es gibt einige Hundert Dating-Ratgeber, und in vielen davon wird derselbe Quatsch abgesondert. „Offenbare dich nicht, halte dich zurück, sei geheimnisvoll, verstelle dich“ – kurz: Verstecke deine Persönlichkeit, rede nicht über deine Bedürfnisse, Vorstellungen und Wünsche.

Klartext: Das ist US-amerikanischer Teenager-Blödsinn, geschrieben für eine Dating-Kultur, die es in Europa nicht gibt. Da hat das Mädchen süß und geheimnisvoll zu ein, damit „er wieder anruft.“

Zweiter Klartext: Erwachsene Europäer, die sich nicht jeden Tag mit irgendjemandem treffen, um irgendetwas zu unternehmen, sondern einen einzigen Termin haben, um sich „gründlich zu beschnüffeln“, müssen anders vorgehen.

Bewerbungen sind sehr ähnlich

Teils kann man Dates durchaus mit Bewerbungen vergleichen. Im Grunde haben Bewerbungsgespräche einen schlechten Ruf, weil sie als „unsymmetrisch“ gelten. Das ist aber nur der Fall, wenn auf eine Stelle gleich zwei Dutzend Bewerber bereitstehen – oder auf eine Traumfrau, was dem in etwas gleich kommt. Sind hingegen nur wenige Bewerber vorhanden, so wird fair verhandelt: Der zukünftige Mitarbeiter will wissen, ob das Unternehmen zu ihm passt, und das Unternehmen will wissen, ob der Bewerber zum Unternehmen passt.

Ähnlich ist es bei in etwa gleich attraktiven Partnern beim Dating: Jeder will vom anderen wissen, ob es sich lohnt, miteinander die Zukunft anzugehen – und wenn nicht, kann man daran kaum etwas ändern.

Doch was bedeutet dies nun?

Fehler beim Dating: Attraktivität falsch einschätzen

Zunächst der Ausschluss: Wer selbst nur wenig Attraktivität aufweist, sollte nicht nach den Sternen greifen. Attraktivität kann körperlicher, geistiger, emotionaler, sozialer oder gar nur pekuniärer Natur sein. Erst kürzlich konnte ich über ein typisches “Akademikerinnenproblem“ sprechen. Warum sollte ein Mann eine beruflich erfolglose, wenig gefestigte und darüber hinaus arrogante Akademikerin? Oder auch: Warum sollte es einem farblosen Sachbearbeiter mit geringem Einkommen möglich sein, eine „Frau wie aus dem Bilderbuch“ zu treffen?

Andere Komponenten mögen ja wichtig sein, aber wenn ich selbst nicht weiß, worin ich wirklich gut bin und wer ähnlich attraktiv ist wie ich – wie soll ich dann jemals einen halbwegs passablen Partner finden?

Bedürfnisse sind der Schlüssel

Der Schlüssel für die erfolgreiche Begegnung liegt klar darin, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen und die eigenen Bedürfnisse erfüllt zu bekommen und dabei die Aussicht zu haben, dass beides auch langfristig funktioniert. Man trifft sich also, weil Bedürfnisse bestehen, und weil diese Bedürfnisse abgedeckt werden sollen. Es ist müßig, ständig über Ansprüche, Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen zu sprechen – für das erste Date sind sie alle Müll. Aber langfristige Bedürfnisse? Das liegen wir auf der sicheren Seite. Sehen Sie, all diejenigen, die Ansprüche Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen haben, bekommen sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfüllt. Bedürfnisse können aber erfüllt werden – von zusammen essen, über miteinander Sex haben bis hin zu den Bedürfnissen, dich sich aus der Beziehung erst entwickeln.

Wer das will, muss fähig sein, über seine Bedürfnisse angemessen zu kommunizieren – und er sollte dabei nicht vergessen: Gemeinsam zu Zielen zu kommen, bedeutet auch, sie auszuhandeln. Nichts ist wirklich selbstverständlich in einer Paarbeziehung – weder beim erstenn Date noch beim Kauf eines Mehrfamilienhauses.

Wir – klar sind wir „Wir“ – aber auch getrennt sind wir wer

Eine der besten Vorschläge für eine gute Beziehung besteht darin, ein „Wir“ zu entwickeln, aber da jeweilige „Ich“ beizubehalten.

Das ist nicht sehr kompliziert: Wir kennen Aktivitäten, die wir gemeinsam mit unserm Partner unternehmen, Bereiche, ind er wir als Paar einer Meinung sind, und solche, in denen wir (wirtschaftlich, intellektuell und emotional) am selben Strang ziehen.

Dann aber gibt es die Bereiche, die man dem andren mitteilen kann, die der Partner aber nicht zwangsläufig teilt. Und schließlich gibt es dann noch jene Bereiche, die wir als „meins“ und „deins“ ansehen, nicht als „unseres“ und die auch nicht geteilt werden: die persönlichen Geheimnisse.

Nahezu alle Scheidungen könnten vermeiden werden, meinte jüngst der Dresdner Paartherapeut Matthias Stiehler. (1) Er empfiehlt, „nicht nebenher zu leben, aber sich gegenseitig Freiräume zu lassen“. Ganz generell glaubt er, durch die ständige krampfhafte Suche nach „dem Gemeinsamen“ würden sich die Paare das Leben erschweren.

Unabhängig davon, ob er recht hat – ein übertriebenes Harmoniebedürfnis bei unterschiedlichen Interessen führt entweder zur Zerstörung der Ehe oder zu einer überriebenen Abhängigkeit vom Partner. Sollten die Interessen aber nicht wenigsten ein wenig unterschiedlich sein, so zerfällt die Ehe möglicherweise bald durch Überdruss. Besser ist in jedem Fall, die Partner ergänzen einander durch unterschiedliche Fähigkeiten, und Lebenskünste, ziehen den Karren aber ansonsten in die gleiche Richtung.

Als Paare sind wir oftmals „Wir“ – aber da sollte uns niemals hindern, auch wir selbst zu sein.
Ich selbst kann mich gut an diese Anekdote erinnern: Vor den Sommerferien trafen meine Frau und ich ein Ehepaar, und dabei fiel dieser Satz: „Ich habe gehört, ihr bekommt eine erste Klasse?“

Wir haben alle herzlich gelacht, aber etwas in dem Satz stimmte: Wenn sie eine „erste Klasse“ bekommt, dann habe ich sie virtuell nahezu jeden Nachmittag in der Wohnung.

Übrigens ergab sich aus diesem Gespräch dann auch, dass es nahezu allen anderen Lehren, Lehrerinnen und ihren „mitreisenden Begleiterinnen und Begleitern“, wie man es dort ausdrückte, ähnlich ging.

(1) In einem Gespräch mit der "Leipziger Volkszeitung"
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Gibt es "Erfolgssysteme" bei der Partnersuche“?

Erfolg entglitten - irgend etwas lief schief


Erfolgssystem, auch Erfolgsmethoden genannt, waren vor allem in den 1920er Jahren und den 1950er/1960er Jahren ein wahrer Renner. „Der Weg nach oben“ stand angeblich allen offen, auch ohne gediegene Ausbildung. In Deutschland tat sich hier vor allem Gustav Großmann hervor. Großmanns System, das er bereits in den 1920er Jahren entwickelte, hatte einen wesentlichen Vorteil: Es galt für den privaten wie für den geschäftlichen Erfolg.

Seither sind „Erfolgsmethoden“ für den privaten Bereich so gut wie verschwunden. Mit diesen Methoden werden heute vor allem Außendienstmitarbeiter und Führungskräfte der Wirtschaft konfrontiert, die stets unter starkem Leistungsdruck stehen. Durch diese Klientel haben sich auch die Akzente verschoben: Nicht mehr das Lebensglück wird als Erfolg gesehen, sondern nahezu ausschließlich die Leistungssteigerung.

Eigen sich Erfolgssysteme“ also gar nicht für die Partnersuche?

Doch – sie eignen sich, wenn man einige Elemente daraus isoliert und sie gezielt neu einsetzt.

Das Erfolgs-Element Analyse

Das Hauptproblem nahezu aller Partnersuchender, die ich jemals sprechen konnte, bestand darin, keine Analyse ihrer Situation durchgeführt zu haben, die durch Grundfragen so zu beschreiben ist:
„Wer bin ich, wen will ich und für was benötige ich vor allem einen Partner?“
Eine erfolgreiche Analyse verhindert vor allem, sich mit ungeeigneten Partnern zu treffen – und das spart viel Zeit und Aufwand. Ich muss jedoch ergänzen, dass es sich dabei nicht um eine profane „Persönlichkeitsanalyse“ handelt, wie sie teilweise von Partneragenturen angeboten wird. Entscheidend sind nicht tiefenpsychologische Faktoren, sondern ob Wünsche und Möglichkeiten in Einklang mit der erstrebten Zukunft stehen.

Das Erfolgs-Element Planung

Unglaublich wichtig, aber ebenfalls wenig beachtet: Wie planen Sie Ihre Partnersuche? Wenn Sie „offline“ suchen – gehen Sie an die richtigen Orte? Was wollen Sie dort eigentlich? Interessiert Sie dort noch etwas anderes als die Partnersuche? Haben Sie dort Freude? Wenn Sie „online“ suchen: Wie treffen Sie eine Vorselektion? Mit wem wollen Sie ausgehen, und was wollen Sie dabei erreichen? Haben Sie dabei auch wirklich ihre Ziele im Kopf? Wie ist ihr Zeitplan?

Das Erfolgs-Element Problemlösung

Bereits in der Analyse können Sie Methoden der Problemlösung verwenden, weil jeder Lösung eine Analyse vorausgeht. Wichtig werden Problemlösungsmethoden aber erst, wenn Sie glauben, möglicherweise auf einem Holzweg zu sein. Das kommt bei Partnersuchenden nicht selten vor.

Wie Sie zum Erfolg kommen

Leidenschaft als Basis
Wenn es eine „Grundlage des Erfolgs“ gibt, dann ist es der Wunsch, die eigenen Absichten passioniert zum Ziel zu führen. Gerade bei der Partnersuche gibt es für Deutsche noch viel zu tun: Immer wieder hörte ich, dass vor allem deutsche Frauen von der Partnersuche entnervt sind. Doch was Sie nicht aus „einem inneren Brennen“, oder einfach mit Leidenschaft und sinnlicher Freude tun, das können Sie nur unter sehr erschwerten Bedingungen zum Erfolg führen.

Persönlichkeit als Erfolgsgarant
Wenn Sie eine klare Vorstellung haben, welche Art von Persönlichkeit Sie sind, welche Persönlichkeit Sie suchen und wie daraus ein „Wir“ werden kann, dann haben Sie den Partner so gut wie „in der Tasche“. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich und ihre Zukunft halbwegs realistisch einschätzen.

Beharrlichkeit, gepaart mit Realismus und Toleranz
Partnersuche bedingt einen langen Atem und eine gewisse Resistenz gegenüber Enttäuschungen und Fehlschlägen. Auch dabei haben es Deutsche schwer: Wir glauben ja immer, niemals versagen zu dürfen, was uns daran hindert, erträgliche Risiken einzugehen. Also: Partnersuche nicht einstellen, weil mal etwas „schief geht“. Falls Sie ständig auf Probleme stoßen: Waren Sie realistisch genug? Wie sieht es mit ihren Toleranzen aus? Falls Sie wirkliche Probleme mit alldem haben, gehen Sie immer „zurück auf „Start“ und nicht „mit dem Kopf durch die Wand.“

Entscheidungsfreude und Anpassungsbereitschaft
Viel der „modernen“ Suchmethoden, gerade im Online-Bereich, scheitern an der Bereitschaft, sich auf die potenziellen Partner wirklich „einzulassen“. Das heißt: Wissen, wie weit man sich dem anderen anpassen kann – und sich dann schnell und sicher zu entscheiden, also nicht weiterzusuchen.

Erfolgs-Systeme nachrangig verwenden
Kein Erfolgs-System dieser Welt kann „voranging“ verwendet werden – und keines kann von einer anderen Person „übernommen“ werden. Erfolgsmethoden werden also nachrangig eingesetzt, nämlich dann, wenn klar ist, dass Sie mit Leidenschaft, Mut und Beharrlichkeit ein ganz bestimmtes Ziel erreichen wollen. Wenn es die Partnersuche ist, kommen sie nicht ohne eine leidenschaftliche, freudige und vorwärtsschauende Grundeinstellung für Ihre Absichten aus, die auch noch dann anhält, wenn Sie einmal „danebengreifen“.

Partnersuche mit Erfolgs–Methoden oder nicht?
Wir haben gesehen: Der Erfolg ist im Wesentlichen abhängig vom Wollen, der Freude ander Suche, der Persönlichkeit, der Beharrlichkeit und der Bereitschaft, sich auf andere einzulassen. Erfolgsmethoden, wie beispielsweise das moderne und sehr flexible „One Thing“ können Ihnen aber dennoch helfen. Wenn Sie Ihre Leidenschaft und ihre natürlichen Fähigkeiten aktivieren, und sich für eine begrenzte Zeit des Tages nur darauf konzentrieren, lustvoll und begeistert auf Partnersuche zu gehen, dann haben Sie schon mindestens die Hälfte Ihres Erfolgs sicher.

Buch: “The One Thing“, Gary Keller, Jay Papasan,, London 2014 In Deutsch nicht erhältlich.
Bild: Melange aus einem Kupferstich von Rainoldi und dem Gemälde von Biliverti "Joseph et Madame Putiphar"
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Treue – neue Beziehungstendenz?

Treue nimmt einen zentralen Stellenwert in heutigen Beziehungen ein - das glauben jedenfalls 1.127 deutsche Singles zu 84 Prozent. Und 66 Prozent meinen, das würde auch in Zukunft so bleiben.

Nach der Umfrage legen vor allem die Singles unter 30 viel Wert auf Treue: angeblichen 88 Prozent von ihnen war die Treue in der Beziehung wichtig. 72 Prozent behaupteten, noch nie fremdgegangen zu sein und 67 Prozent wollten den Radikalschnitt machen, wenn sich beim Partner eine Untreue herausstellen sollte.

So weit, so gut – und was sagt uns das?

Laut der Hauspsychologin von eDarling, Dr. Wiebke Neberich „lässt sich aus den Umfrage-Ergebnissen eine neue Beziehungstendenz unter Singles ablesen: Der „Ringle“ (Romantic Single)“.

Fragt sich, was „neu“ daran ist und wieso ein um wenige Prozentpunkte höheres Ergebnis beim Wunsch nach Treue bereits eine „Beziehungstendenz“ einer Altersgruppe andeutet. Und der „Ringle“? Den gib es nicht. Schon schlimm genug, dass PARSHIP vor einiger Zeit den „Mingle“ überall mit eingemingelt hat.

Ich sage mal: Spart euch euer blöden Pseudo-Anglizismen, Freunde. Es ist schon schlimm genug, dass ihr dauernd „Alleinlebende“ (Singles) mit Partnersuchenden verwechselt.

Bitte merken: Nicht jeder „Single" ist ein Partnersuchender (und schon gar nicht jederzeit) , und nicht jeder Partnersuchende ist Single. Und irgendwie – sollte man mit dem Begriff „Treue“ nicht so herumferkeln. Dadurch wird er abgegriffen.

Zahlenquelle: Online-Partneragentur eDarling, hier zum Straßeninterview.

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Sind Frauen und Männer unvereinbar unterschiedlich?

Passt er?


Frauen und Männer passen nicht zusammen: Oben nicht, weil beider Nasen ähnlich sind und einander dauernd im Weg stehen, unten nicht, weil Frauen immer kalte Füße haben und Männer daran erschrecken, und in der Mitte nicht, weil das eine blöde Dinge immer erst steif werden muss, und das andere Dinge nie feucht ist, wenn dies unvermittelt geschieht.

Gut, soweit der Humor. Doch tatsächlich wird immer wieder behauptet, Frauen und Männer würden so ganz und gar nicht zusammenpassen, weil ihre Gehirne und damit ihre Welten sich weit voneinander unterscheiden würden.

Dabei gilt, folgendes festzuhalten:

Frauen und Männer unterscheiden sich tatsächlich, beginnend beim äußerlichen anatomischen Bauplan der Natur, aber auch in der Steuerung der Prozesse, die für die Reproduktion nötig sind. Dazu benötigen Männer und Frauen etwas abweichende Gehirnfunktionen, unterschiedliche biochemische Prozesse und – davon beeinflusst – dann und wann eine etwas andere Denkweise.

Der untaugliche Versuch, Geschlechterwelten zu entzweien

Manche Autoren, sogar solche aus der Wissenschaft, versuchen nun, diese Unterschiede zu vertiefen. Sie behaupten beispielsweise, die Gehirnentwicklung verlaufe innerhalb der Pubertät „gegensätzlich“, so dass wir es am Ende mit zwei völlig unterschiedlichen Gehirnen zu tun hätten, die ihrerseits zwei völlig unterschiedliche Denkweisen aufbauen würden. Das ist logisch falsch, denn die wesentlichen Fähigkeiten des Gehirns bestehen ja darin, uns selbst am Leben zu erhalten und zusätzlich die Gedankenkraft zur Erweiterung unseres Wissens und Könnens zu nutzen, jenen Prozess also, den man gemeinhin als „das Denken“ bezeichnet.

Unterschiede aus den Tiefen der Säugetierzeit – noch aktuell?

Wenn wir überhaupt Unterschiede zwischen Frau und Mann feststellen können, so lediglich in dem äußert schmalen Bereich, in dem biochemische Prozesse Einfluss auf unser Fühlen haben. Man muss kein Naturwissenschaftler sein, um sich zu verdeutlichen, dass wir Menschen unseren heutigen Entwicklungsstand, ja, den überragende Erfolg, den unsere Art ausmacht, nicht unsrer emotionalen Kraft, sondern unserer Denkfähigkeit verdanken.

Passt sie?

Wissenschaftsromantik und wirkliches Wissen

Ich will Ihnen ein Beispiel geben:

Forscher behaupten immer wieder, es gäbe eine „weibliche“ und eine „männliche“ Kommunikation, die stark voreinander abweichen würden. Nun können wir zweifellos beobachten, dass Kommunikation im „nonverbalen“ (analogen) Bereich durchaus unterschiedlich sein kann. Mit anderen Worten: manchmal versteht eine Frau eine andere Frau intuitiv besser, weil eine Grundübereinkunft besteht, die nicht „in Worte gefasst“ werden muss. Doch was ist dieser „analoge Bereich?“ Er existiert auch bei Tieren – sollten wir stolz darauf sein, uns hierin als Frau und Mann zu unterscheiden? Die verbale Kommunikation (digitale Kommunikation) ist hingegen eine Errungenschaft der Menschheit, die uns erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Wir können über komplizierteste Sachverhalte kommunizieren, die einen riesenhaften Zeichenvorrat und zahllose Vereinbarungen darüber beinhalten. Das ist unsere Errungenschaft – und nicht die lächerlichen Unterschiede in der Kommunikation, die uns aus unserer Säugetierzeit verlieben sind und die wie heute romantisieren.

Sie dürfen anders sein und anders fühlen

Ich schlage vor, sich nicht „veralbern“ zu lassen von Menschen, die nicht mehr wissen, wer wir sind und warum wir so wurden, sondern die nachträglich einen romantischen Schleier über unser Sein legen wollen. Wir – Frauen wie Männer – dürfen uns ja unterschiedlich fühlen, dürfen voneinander abweichen und gelegentlich auch einmal übereinander schimpfen. Nur ist dies kleinlich, verlogen und hinterhältig, sobald wir es als kulturelle Wahrheit am Markt verbreiten.

Warum überhaupt sollte es erstrebenswert sein, völlig gleich zu sein? Entstehen Innovation etwas dadurch, dass wir alle gleich denken und gleich fühlen sollen? Werden Synergien frei, wenn wir alles dem „Mainstream“ nachplappern und ständig „Friede, Freude, Eierkuchen“ vor uns herbabbeln?
Wahrscheinlich nicht.

Psychologen und Gleichheits-Gegacker

Dennoch hämmert eine bestimmte psychologische Schule auf Partnersuchende ein, sie sollten bitte jemanden „Gleiches“ suchen. Sie sage, in der Gleichheit läge das Lebensglück, und Abweichungen würden eine Gefahr bedeuten. Konflikte müssen offenbar nicht ertragen werden, wenn man liebt, sondern sie müssen tunlichst vermieden werden, bevor man sich verliebt. Für mich ist dies eine äußerlich „schöne heile Welt“, die innerlich von Lügen zerfressen ist. Konflikte gehören zum Menschen, und wenn wir sie nicht mehr bewältigen können, dann kommt es zu Katastrophen.

Es geht nicht ohne Konflikte: Sie bringen uns weiter.

Möglicherweise ist dies der wunde Punkt: Wir haben verlernt, mit Unzulänglichkeiten umzugehen, zugleich aber vergessen, dass wir alle selbst in irgendeiner Weise unzulänglich sind. Deshalb wollen Frauen, dass sich Männer ändern und Männer erwarten, dass sich Frauen ändern. Deshalb gaukeln uns Partneragenturen vor, wie müssten gar keine Konflikte fürchten, wenn wir uns ihrer Gleichheits-Ideologie unterwerfen würden.

Ich habe vor, Ihnen einen Vorschlag zu machen. Mit ihm erreichen Sie voraussichtlich eine wichtige Etappe auf auf ihrer Strecke hin zur Partnerschaft – und vielleicht gar das Ziel.

Die sieben Erkenntnisse, um einen passenden Partner zu finden

1. Männer und Frauen sind in manchen Bereichen unterschiedlich. Akzeptieren Sie dies, nutzen Sie die Möglichkeiten, die es Ihnen bietet, und erfreuen Sie sich an den spannenden Erfahrungen, die Sie dabei machen.
2. Menschen sind von Grund auf unterschiedlich. Versuchen Sie, herausfinden, welche anderen Persönlichkeitsmerkmale sich mit Ihren eigenen am besten vertragen. Lassen Sie aber noch Raum für Unterschiede und Erweiterungen.
3. Überlegen sie, wie Sie in einer Beziehung „Synergien“ erzeugen können, also Energien, die Sie alleine niemals erzeugen könnten, die aber aus Kombinationen beinahe wie von selbst entstehen. Durch Gleichheit oder durch Unterschiede? Ich rate Ihnen gut: alleine durch Gleichheit niemals.
4. Erproben Sie Ihre Standhaftigkeit und ihre Kompromissbereitschaft. Was nützt Ihnen wo und wann am meisten? Wie viel Lebenssinn gewinnen Sie aus Unterschieden, was begeistert Sie an Gemeinsamkeiten? Ziehen Sie Ihre persönlichen Schlüsse aus den Antworten.
5. Pflegen Sie Ihren Gefühlspalast. Ziehen sie sich dann und wann in ihn zurück. Niemand ist Ihnen so gleich, so nahe und so lieb wie Sie selbst. Teilen Sie Gefühle mit anderen nur dann, wenn Sie sicher sind, dass es Ihnen gut tut. Verweigern sie Debatten über Ihre Gefühle.
6. Glauben Sie nichts, was Sie nicht selber sehen, erkennen und erfühlen können. Sie müssen Ihre Leben selber leben – niemand, der Ihnen „Guten Rat“ erteilt, wird es für Sie leben wollen.
7. Meiden Sie am besten alle Ratgeber-Bücher, mindestens aber solche, die Ihnen sagen, wie sich Frauen und Männer unterscheiden. Versuchen Sie stattdessen, sich ein Bild zu machen, was Unterschiede bewirken und vereiteln können.

Sagen Sie mir bitte irgendwann einmal, ob es bei Ihnen funktioniert hat, und vergessen sie nicht, meinen Rat weiterzuempfehlen.
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Partnersuche – Grundlage der Kommunikation beim Date

Ich versuche in diesem Artikel, sie an die Grundlagen der menschlichen Kommunikation heranzuführen und sie beim Date zu verwenden. Im Artikel werden alle Prozesse stark vereinfacht dargestellt. Ich gebe Ihnen gerne mehr Informationen darüber.

So haben Sie das noch nie gesehen: Kommunikation beim Date


Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.

Genesis

Am Anfang eines Dates ist alles wüst und leer und es herrscht innere Finsternis. Und die beiden Partner sind die Menschen, die einander ihre Welt offenbaren, indem sie Licht hineinbringen.

Das ist die Wahrheit. Jede Lüge beginnt nun mit: „Sie müssen, sie sollten, sie dürfen nicht, sie sollten nicht …“ SIE müssen gar nichts. Sie sind die Schöpfer einer neuen Beziehung, und eine neue Beziehung ist eine neue Welt. Sie erleuchten die finstere Tiefe.

So kennen Sie mich nicht? Ich bin kein Christ, also keine Angst – ich rede nicht von Gott. Ich rede von IHNEN.

Das kleine 1x1 der Kommunikation - in der Schule unbekannt

Na schön, Sie wissen vielleicht nicht, was Kommunikation ist. Unser arrogante Schulverwaltung hat noch nicht begriffen, dass Basiskenntnisse darüber zu den Grundlagen-Werkzeugen des sozialen Menschseins gehören, so wie das kleine 1x1 die Basis der Mathematik ist.

Sie haben gelernt, eine Uhr abzulesen und das kleine 1x1 zu verinnerlichen. Nun fehlt Ihnen nur noch ein bisschen Kommunikationslehre. Ihre Ziele dürfen klar sein: Sie wollen dem „Anderen“ Ihre Welt zeigen, und er soll ihnen seien Welt offenbaren. Damit haben Sie gemeinsame, weitgehend identische Ziele - und sie verfügen vermutlich über einen "gemeinsamen Zeichenvorrat" - sie sprechen also die gleiche Sprache. Damit ist schon viel gewonnen.

Die Strukturen sind einfach, denn es gibt nur drei Basiselemente: Fragen, Antworten, Zuhör-Techniken. Was man damit beim Date bewerkstelligen kann, heißt Gedankenaustausch.

Es wäre nun zu schön, wenn dieser reibungslos vonstattengehen würde. Tut er aber nicht. Der ganze Prozess ist ungeheuer kompliziert, also müssen wir ihn vereinfachen.

Gehen wir dazu einen Moment in die Praxis eines Gesprächspsychotherapeuten. Er kennt einen Trick. Er regt sein Gegenüber durch eine Frage an und lässt ihn in aller Ruhe über sich selbst sprechen. Dann versucht er, durch aktives Zuhören den Redefluss möglichst lange konzentriert aufrechtzuerhalten. Den Trick könnten sie sich abschauen. Nur eines ist beim Gesprächspsychotherapeuten anders: Er muss nicht verstehen, was man ihm sagt. (1) Bei Ihnen ist das anders: Sie wollen ja verstehen. Wieder hilft ein Kunstgriff: das Paraphrasieren. Wenn Sie etwas nicht ganz verstanden haben, dann wiederholen sie den Satz mit etwas anderen Worten (Du meinst also, du wärest …“) oder fragen Sie indirekt nach: „Habe ich dich richtig verstanden, dass …“

So weit zu diesem Teil. Achten sie darauf, dass sie das Gespräch ab und zu drehen, falls sie antworten und nicht fragen. „So verbringe ich also meinen Tag – wie verläuft dein Tag?“

Vorsicht bei Gefühlen

Seien Sie vorsichtig mit Gefühlen. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, einem Fremden gegenüber ihre Gefühlswelt so auszubreiten, dass er sie versteht. Das liegt an einer Schwäche unseres Gehirns, das nur mit äußerster Anstrengung „analoge“ Signale (Gefühle) in „digitale Signale“ (Sprache) übersetzen kann. Zurück ist es übrigens genau so schwer. Fragen Sie gar nicht erst einen Wissenschaftler: Die Leute verstehen gar nichts davon. Sie haben sich von der Kybernetik, der Nachrichtentechnik und der Informationsverarbeitung so weit entfernt, dass sie die Bodenhaftung verloren haben. Stattdessen sehen sie sich Gehirne im Magnetresonanzfeld an. Wirklich niedlich. Ich bewundere ihre Möglichkeiten, aber mit Denkprozessen hat dies leider nicht das Geringste zu tun. Gefühle, sprachlich ausgerückt, müssen also durch einen Changierbeutel, den wir auch „Blackbox“ nennen. Während eines Dialogs über Gefühle müssen die Gedanken mehrfach hindurch, was sie zumeist nicht klarer macht.

Es gibt allerdings einen Ausweg: Achten sie auf die Körpersprache. Gefühle erreichen Sie über die Körpersprache wesentlich zeitiger als durch das gesprochene Wort.

Sehen Sie, nun haben sie bereits einige Kenntnisse. Themen? Ja bitte, welche Themen denn? SIE sind das Thema, nicht das Thema ist das Thema. Achten Sie immer darauf: Das Thema ist nur ein Fahrzeug – sonst gar nichts. Und ich kann Ihnen versichern: Sie sind eine hochinteressante Persönlichkeit – jedenfalls für Ihre Gegenüber, sonst würde dieser Mensch sich nicht mit ihnen treffen.

Am Anfang war alles wüst und leer … und am Ende haben Sie Licht in eine kleine Welt gebracht, die vielleicht ihre gemeinsame Welt wird – und wenn nicht, konnten sie vermutlich gar nichts daran ändern. Der andere wollte Sie einfach nicht.

(1) Der Gespächspsychotherapeut versucht, Sie dazu zu bringen, sich selbst zu verstehen, indem sie analog stehende Gedanken und Gefühle digitalisieren.
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Zwei Ziele und zwei Tatsachen für eine optimale Partnersuche

In der Liebe: Nur Ihr Gefühl gilt!
Der Wunsch nach einem Partner ist bei ihnen vorhanden? Das ist eine hervorragende Voraussetzung für die Partnersuche. Nun stellen Sie sich zwei Fragen:

1. Wenn ich eine Affäre mit jemandem hätte, was wäre mein dringendstes Bedürfnis?
2. Wenn ich eine Beziehung mit jemandem wollte, auf welche drei Dinge könnte ich nicht verzichten?

Sie merken daran: Eine Beziehung benötigt eine feste, tiefe, Verankerung, während sie sich bei einer Affäre nur ein Bedürfnis erfüllen müssen. Das ist doch eine Binsenweisheit? Nein, ist es nicht.

Ziel eins: Lust gewinnen

Für eine Affäre sollten sie sich mehr einfallen lassen als „Sex haben“. „Ich will Sex haben“ heißt soviel wie „ich habe Hunger“. Normalerweise ist ihnen nicht ganz gleichgültig, ob Sie Schalentiere oder Currywust essen, nicht wahr? Also überlegen sie sich bitte, welche Form von Lust zu brauchen – nicht einfach „Sex“.

Ziel zwei: sicher über Beziehungsmöglichkeiten werden

Beim Wunsch nach einer Beziehung sollten sie nicht ständig ihr Kriterien, Wünsche und „Ansprüche“ erweitern. Stellen Sie Ihr Leben auf mindestens drei, höchstes aber vier Säulen. Sie werden überrascht sein, wie einfach ist, Männer zu finden, die in den Grundstock von drei bis vier Kriterien passen – und Sie werden feststellen, dass diese Männer zusätzlich positive Eigenschaften haben, mit denen Sie gar nicht gerechnet haben.


Tatsache eins: Liebe ist keine Bausparkasse

Versuchen sie niemals, auf zukünftige Beziehungen zu sparen, wie in eine Bausparkasse. Das heißt: Verschieben sie nichts auf morgen, und sparen sie keine Emotionen an. Sie haben die Ressourcen „Liebe, Lust und Leidenschaft“ bereits – sie müssen also nichts „ansparen“. Ihr Leben sollte jetzt stattfinden, nicht später.

Tatsache zwei: Nichts voraussetzen bringt besser Erlebnisse

Wenn Sie Dates eingehen: Kalkulieren sie ein „offenes Ende“ ein. Wie groß ist das „Fenster“, das Sie für Ihre Emotionen geöffnet haben? Sobald sie erwachsen sind, können Sie wählen, wie und wo der Abend enden soll.

Jüngst schreib die SHZ dazu:

Wäre man … tiefenentspannt unterwegs (und wollte) … nicht gleich wissen … woran man ist, wohin das führt und … (wenn) … man nicht spätestens nach einer Woche schon ein Etikett finden muss, für das, was da gerade passiert, dann … könnte es ja vielleicht … noch etwas werden mit der Liebe.


Im Artikel in der SHZ st die Rede von Frauen über 50, nun mal nebenbei bemerkt, aber diese Sätze, die ich veröffentliche, haben allgemeine Geltung.

Verlassen Sie sich ausschließlich auf sich selbst

Ignorieren Sie alle Ratschläge, Meinungen und psychologischen Partnertests – es gelten Ihre Kriterien – und keine anderen.

Darf ich dies für Sie noch mal zusammenfassen?


1. Weniger bringt mehr.
2. Bei Affären: Nur ein Bedürfnis verfolgen, dies aber präzisieren.
3. Bei Beziehungswünschen: Drei bis vier Pfeiler einschlagen, was sein muss – der Rest findet sich.
4. Nicht auf „Beziehungen sparen“. Sie leben jetzt.
5. Keine Beziehungsform vordenken – sehen, was möglich ist.
6. Auf nichts anderes vertrauen als auf sich selbst.

Konnte ich Ihnen helfen? Dann sagen Sie es weiter. Wenn nicht, dann sagen Sie es mir.

Die Zeichnung (etwas aufgehellt) stammt aus "Alice im Wunderland", illustriert von Arthur Rackham (1907).
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Die Beratung für Partnersuchende – ist eine Revision nötig?

Manche meiner Leser in den weithin bekannten Medien „Liebepur“ und „Liebeszeitung“ glauben, in den letzten Monaten einen Meinungswechsel bei mir erkannt zu haben. Das trifft teilweise zu, allerdings nur in einem Punkt: Ich versuche meiner Klientel (sei sie persönlich bekannt oder virtuell vorhanden) stärker auf ein Ziel zu fokussieren: Einen Partner zu finden, der ihren Bedürfnissen gerecht wird.

Normalerweise glauben Berater, sie müssten Menschen auf den richtigen Weg führen, also den richtigen Beruf zu finden, die richtige Wohnung oder den richtigen Lebenspartner. Das heißt, der Klient soll erst lernen, was er will, um dann erfolgreich zu handeln.

Die falsche Berater-Sichtweise:ohne mich werden Sie scheitern

Ein ganz anderer Weg, besteht darin, zu handeln, um dabei zu lernen, was man wirklich will. Nun sagen manche Berater, dieser Weg sei aber gefährlich, weil der Suchende dabei leicht scheitern kann. Darin liegt eine Ideologie: Zu scheitern sei eine Katastrophe.

Sehen Sie, Menschen wir ich erkennen im Scheitern keine Katastrophe, sondern eine Chance, und sie glauben, dass „natürliches Lernen“ am Leben wichtiger ist als jeder noch so gut gemeinte Rat.

Was gleich bliebt und was sich ändert

Nachdem dies gesagt und geschrieben ist, kommt nun eine Änderung: Ich glaube nach wie vor, dass es gut und richtig ist, zu lernen, wer man ist und herauszufinden, was man will. Und ich rate nach wie vor, dies ausführlich und möglichst differenziert festzustellen. Aber: Ich rate Ihnen nun auch, dabei nicht zu übertreiben. Wenn Sie mehr als drei Wünsche an ihren Lebenspartner haben, wird die Suche schwieriger, bei mehr als fünf Wünschen geraten Sie an die Grenzen, und mit jedem weiteren Wunsch wird die Sache aussichtsloser.

Deswegen rate ich Ihnen seit Kurzem, sich auf ganz wenige Eigenschaften zu Fokussieren, die Sie selbst haben und die Sie am anderen suchen, und dabei präzis auf ein wesentliches Bedürfnis zu konzentrieren, dass Sie JETZT erfüllt bekommen wollen.

Zurück in die Zukunft ...

Ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, als sie sehr jung waren und zum ersten Mal ernsthaft auf Partnersuche. Da sind sie voraussichtlich nicht mit einer Strichliste herumgegangen, welche Eigenschaften ihr(e) Partner(in) haben soll. Sonder Sie sind ausgegangen, um herauszufinden, ob jemand ihre momentan wichtigen Bedürfnisse erfüllen kann.

Sehen Sie, und genau das möchte ich bei Ihnen erreichen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre „eine Sache“, die Sie jetzt bewegt, und für die Sie jetzt eine Lösung brauchen. Dann passiert das, was auch in Ihrer Jugend geschehen ist: Die erste Lösung zieht weitere Lösungen nach sich. Mache Berater sagen dazu auch: Wenn der Flaschenhals frei ist, fließen die Lösungen wie von selbst.

Meine Grundlagen - enthüllt

Übrigens, falls Sie wirklich interessiert, nach welchen Grundsätzen ich berate: Carl Rogers ist die Basis – das heißt: Sie finden die Lösung selbst mit wenig Hilfe des Beraters. Die Problemlösungstechnik (sie hat viele Autoren) ist das Werkzeug, mit dem Sie sich selbst helfen können. Sie ist einfach und pragmatisch, erfordert aber Übung und Konsequenz. Hinzu kommen Theorien von Ronald D. Laing (Selbstbild vs. Fremdbild, Paradoxien) , Eric Berne (Transaktions-Analyse), Paul Watzlawick (Kommunikation, Interventionen) und solche aus der Logik, der Kybernetik (1) und der Ökonomie. Ich selbst bevorzuge und verwende seit 38 Jahre dreistufige Entscheidunsgformen (Feature-Function-Benefit), die ich jedem empfehle (2). In den letzten Jahren folgte ich dem Trend, nicht die Psychologie, sondern die Ökonomie zu bevorzugen, wenn es um die Grundlagen der Partnerwahl geht. Dabei bin ich in guter Gesellschaft. Ohne ihm mental einseitig zu folgen, hatte in den letzten Monaten zweifellos auch der Erfolgsautor Gary Keller („The One Thing“) einen gewissen Einfluss auf meine Denkweise.

(1) Die Kybernetik lehrt unter anderem sinngemäß, Energie auf die Steuerung zu verwenden, da die Kraft aus sich selbst heraus wirkt, wenn sie geschickt gelenkt wird. Populärer ist möglicherweise die Geschichte von den "Sieben Faulen", die nach ähnlichen Prinzipien handelten).
(2) (Feature-Function-Benefit) heißt auf Deutsch: „Merkmal, Funktion und Nutzen“. Es ist ein Gliederungssystem aus der Wirtschaft, um erfolgreich Argumente vorzutragen und Entscheidungen zu fällen, aber auch ein wundervolles System, um im Alltag strukturiert zu denken.

Partnersuche: Hören Sie endlich auf, sich selbst zu belügen!

Dieser Artikel kann Ihr Leben verändern – und das ist auch sein Ziel. Er zeigt Ihnen, wie Sie aus der Falle herauskommen, keinen Partner zu finden und „Frust zu schieben“. Zuerst müssen Sie allerdings einige Kröten schlucken. Denn das Hauptproblem Ihrer Partnersuche liegt in all den „frommen“ Lügen übers sich selbst. Mein Rat: Wenn Sie sofort aufhören, sich ständig selbst zu belügen, klappt auch ihre Partnersuche.

Schönheit? Aussehen? Nein, Ihre Lügen hindern sie, einen Partner zu finden!


Lüge Nummer EINS: ich bin eigentlich bescheiden

Nahezu alle Singles, mit denen ich spreche, sagen mir, dass sie ja „eigentlich“ nur einen Menschen zum Kuscheln und Kosen suchen, der auch charakterlich etwas taugt und nicht gerade am unteren Ende der Sozialskala dahinvegetiertet. Wäre es so, dann hätten alle Töpfchen längst ihr Deckelchen. Ein zweiter Blick zeigt: Es ist gelogen. In Wahrheit lauern dahinter sogenannte „Ansprüche“.

Constanze Klein von der SHZ schreibt dazu:

Es ist schon erstaunlich: Fragt man Singles nach ihrem Beuteschema, steigen die meisten erstmal niedrig ein. Sagen, sie wünschten sich eigentlich nur einen Menschen zum Liebhaben, mit dem man sonntags im Bett frühstücken und alt werden kann. Erkundigt man sich jedoch nach den Details, zeigt sich oft eine Gnadenlosigkeit gegen die selbst das beinharte Auswahlverfahren bei ‚Germany’s next Topmodel’ wie ein Streichelzoo wirkt.

Mathematisch und logisch ist die Sache sehr einfach: Mit jeder Eigenschaft, die gefordert wird, sinkt die Möglichkeit, einen Partner zu finden. Bei sehr vielen Ansprüchen geht sie gegen „null“. Sie lügen sich also in den Misserfolg hinein, wenn Sie sagen, dass sie bescheiden sind. Ich muss an dieser Stelle einmal äußert brutal werden: Wenn Sie sich zu ihren Ansprüchen bekennen, wird nichts besser. Oder, schlicht ausgedrückt: Ansprüche führen in den Abgrund.

Lüge Nummer ZWEI: Ich bin überdurchschnittlich

Auch zu diesem Phänomen will ich zunächst Frau Klein zitieren (SHZ):

Zum anderen läuft man Gefahr, sich an den eigenen Maßstäben messen lassen zu müssen. Wer viel verlangt, muss mindestens ebenso viel zu bieten haben. Und nicht nur gleich am Anfang und bloß einen Abend.

Nun ist auch dies leicht beweisbar, allerdings wieder mit der ungeliebten Logik: Wenn ich nichts als Durchschnitt bin, kann ich nur auf Durchschnitt als Partner hoffen. Die meisten Menschen glauben aber, weit über dem Durchschnitt zu liegen – was logischer Unsinn ist. Es gibt auch eine Theorie darüber, die diesen „Overconfidence-Effekt“ beschreibt. Dazu müssen Sie aber kein Wissenschaftler sein: Normalerweise sind Sie nichts als Durchschnitt. Mit sehr viel Mühe können Sie sich etwas über den Durchschnitt abheben, aber das fällt kaum auf. Die größer Wahrscheinlichkeit ist, dass Sie unter dem Durchschnitt liegen, zumal, wenn sie schon längere Zeit Single sind. Wenn Sie mit 31, 33 oder 35 Jahren an den Partnermarkt gehen, können Sie davon ausgehen, dass die wirklich überdurchschnittlichen Partner schon vergeben sind. Sie sind also mit großer Wahrscheinlichkeit „unter Durchschnitt“. Mit anderen Worten: Sie überschätzen Ihren Marktwert bei Weitem.

Lüge Nummer DREI: Es gibt keinen Markt, und ich biete mich nicht an

Nun kommt aber noch etwas hinzu: So gut wie 90 Prozent der Singles wissen nicht, ob Sie „marktgerecht“ sind und falls nicht, wie sie dies verbessern können. Allein die Erwähnung des Wortes Markt führ oft zu heftigen Reaktionen, wie etwa „ich bin doch keine Ware“. Nein, SIE sind keine WARE, aber sie sind im Angebot und konkurrieren dort mit einigen Hundert anderen Personen, die sich dort auch anbieten. Da müsste eigentlich die Frage erlaubt sein – „und welche Merkmale haben Sie, die Sie von anderen abheben? Ich garantiere Ihnen, dass nahezu jeder, den Sie dies fragen, zunächst eine Sendepause einlegt. JA, SIE sind am MARKT, Sie sind im ANGEBOT, und Sie haben jede Menge Konkurrenten oder Konkurrentinnen.

Wie SIE die Kurve kriegen

Was können Sie tun? Gibt s einen Ausweg?

Als Erstes hören sie auf, sich selbst belügen. Ein Teil dieser Vorschläge betrifft vor allem Frauen, ein anderer Teil alle Partnersuchenden.

Stellen Sie Ihre nackte Bedürftigkeit fest

Machen Sie sich dann emotional nackt – was bleibt dann von Ihnen übrig? Sie werden sehen, dass sie in der einen oder anderen weise bedürftig sind. Was benötigen Sie am Dringendsten? Einen Partner zum Reden? Starke Arme, die Sie emotional auffangen? Erregende Liebesnächte? Versuchen Sie, die Frage endlich aufrecht zu beantworten, und belügen Sie sich nicht erneut. Beginnen Sie stets mit einem einzigen Bedürfnis – nicht mit einem Paket.

Was haben Sie zum Verschenken?

Als Nächstes stellen Sie fest, was Sie schenken können. Jawohl, schenken, nicht vermarkten. Falls Sie an Ihre Schönheit denken sollten: Ihren Körper können sie nur in der Sport-, Unterhaltungs- oder Adult-Branche vermarkten, aber nicht am Heiratsmarkt. Das Beste, was Sie normalerweise zu verschenken haben, sind Ihre „besseren“ sozialen Fähigkeiten. Schenken Sie diese freizügig – sie sind die Würmer an ihrem Angelhaken. Wenn Sie Macht besitzen, lassen Sie andere daran ein wenig teilhaben. Ihre erotischen Künste können ebenfalls wichtige Geschenke sein – machen Sie diese nicht zum „Gegenstand von Verhandlungen“. (1)

Gehen Sie mutig an den Markt

Wenn Sie wissen, was Sie schenken können, dann ist es Zeit, an den Markt zu gehen und zu erproben, wie gut ihre Geschenke dort ankommen. Sie werden bald finden, dass es manchmal Gegengeschenke gibt und manchmal nicht. Wenn Sie ausgewogene Verhältnisse vorfinden, sollten Sie die Gelegenheit nutzen und sich mit Ihrem neuen Partner über eine gemeinsame Zukunft zu unterhalten.

Drei Punkte, die Ihr Leben verändern können

Nutzen Sie diese Möglichkeiten! Ich fasse sie noch einmal zusammen:

1. Stellen Sie Ihre Bedürfnisse fest. Nehmen Sie sich ein Bedürfnis (nur Eines!) vor, dass der Partner in jedem Fall erfüllen muss.
2. Verkaufen Sie sich nicht, sondern verschenken Sie großzügig Eigenschaften, die ständig nachwachsen: Güte, Humor und ein liebevolles Lächeln, beispielsweise.
3. Treffen Sie viele Menschen (auch per Online-Dating), und stellen sie fest, welche Ihrer tollen Eigenschaften wirklich gefragt sind.

Vielleicht sind Sie von diesen Zeilen überrascht. Möglicherweise werden Sie auch gerade bleich, wenn Sie dies lesen. Das ist nicht wichtig. Das einzig Wichtige: Wann fangen Sie damit an, die Vorschläge zu verwirklichen?

(1) Das bedeutet zum Beispiel: Kalkulieren Sie nicht, wann sie sich zuerst küssen, umarmen oder miteinander schlafen. Tun Sie einfach, wozu sie Lust haben.
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