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Guter Rat wird jetzt teuer

Bei mir war guter Rat immer kostenlos – das ist vermutlich ein Fehler gewesen, denn ein kostenloser Rat ist nichts wert.

Nun wird guter Rat teuer, denn ich verabschiede mich von Ihnen als Ratgeber. Fallen Sie bitte nicht auf Leute herein, die Ihnen CDs und Bücher verkaufen wollen oder die Ihnen Wunder-Seminare anbieten. Es gibt keine Wunder. Sich ändern lernen kostet viel Kraft und Mühe, und wenn Sie diese aufbringen, dann erreichen Sie auch ihre Ziele.

Alles, was Sie brauchen, wissen Freunde, Bekannte, Eltern und Großeltern. Was diese nicht wissen, finden Sie in Buchhandlungen zum fairen Preis. Kurse bekommen Sie an Volkshochschulen preiswert und meist in guter Qualität. Und falls Sie etwas wirklich bedrückt: Fragen Sie Ihren Arzt um Rat und Hilfe – auch bei emotionalen Problemen.

Wenn Sie mich noch ein bisschen lesen wollen – lesen Sie mich auf sehpferd oder auf der liebepur.

Sind Berater für Lebensführung sinnvoll?

Sind Berater für Lebensführung sinnvoll? Kann man Partnersuchende überhaupt beraten? Auf "Datingrat" finden Sie die Antworten

Das Problem auf dem Weg - kleines Steinchen oder falsche Schuhe?

Auf keinem Gebiet der Lebensführung wird soviel Hokuspokus und offenkundiger Unsinn geredet wie auf dem Gebiet der Partnersuche. Würden Berufs- oder Karriereberater so viel Blech reden, wie es die selbst berufenen oder nicht-einmal-berufenen Berater für die Partnersuche tun – dann müssten sie ihre Büros längst schließen.

Zunächst ein paar Worte zu den allgemeinen Beratungen zur Lebensführung, die sozusagen die „Mutter aller Beratungsmodelle“ ist. Der typische Ratsuchende ist in einer Sackgasse, das heißt, er ist festgefahren und findet weder den Weg zurück noch den Weg, der ihn weiterführt. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, zu glauben, er sie zwar auf einem Weg, der weiterführt, aber dieser habe sich als ungeeignet erwiesen. Nur selten finden wir Menschen, die zwar auf dem richtigen Weg sind, die aber nicht über die nötigen Werkzeuge und Vehikel verfügen, um auf diesem Weg voranzuschreiten.

Berater lieben die "einfachen Fälle"

Sie werden unschwer feststellen, dass Berater diese dritte Kategorie lieben, sie gerne privat auf ihren Sesseln sitzen sehen und sich freuen, wenn sie in ihre Seminare kommen. Ihnen kann man leicht imponieren mit Phrasen wie „Selbstmotivation“, „Zeitmanagement“ , Erfolgsmethoden und ähnlichen Schlagworten. Es ist nun keinesfalls so, dass diese Methoden nicht anwendbar sind – doch sie eignen sich nicht für jeden Menschen in gleicher Weise.

Ich selbst bekenne, eine dieser Methoden zu verwenden, die allerdings weitgehend unerkannt ist: die Problemanalyse, die ich gemeinsam mit anderen und andere „strukturellen“ und logischen Methoden anwende. Sie ist nicht vor mir – hat sich aber bestens bei mir bewährt. Ich habe daraus eine Mini-Methode entwickelt, die den Vorteil hat, Abweichungen innerhalb kürzerer Zeit zu ermitteln, wenn das Problem nicht allzu komplex ist.

Die Kernfrage der Lebensführung

In der Lebensführung ist die Kernfrage ja stets: „Wo bin ich und wo will ich eigentlich hin?“ Wer eine andere Frage zuerst stellt, macht sich die Antworten unnötig kompliziert. Diese Frage stellt aber kein Problem dar, sondern gehört zu den Lebensumständen, denen der freie und selbstbestimmte Mensch jeden Tag ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Ein Sklave würde sich diese Frage ebenso wenig stellen wie ein Handwerker im Mittelalter oder eine Ehefrau in der Blüte des Bürgertums.

Zweifeln ist ein Privileg des freien Menschen

Nur beim freien, selbstbestimmten Menschen tauchen die zeittypischen Probleme auf. Sie bestehen normalerweise darin, dass ein Wunsch, eine Vorstellung nicht verwirklicht werden konnte, oder ein Ziel nicht erreicht wird. Ist dieser Fall gegeben, gibt es zwei Methoden: Entweder sich als „nicht verantwortlich“ zu erklären oder aber sein Leben neu zu ordnen und den Versuch zu wiederholen.

Etwas ändern, ohne dass sich etwas ändert – das Paradoxon

Dies ist der Punkt, an dem Beratung sinnvoll sein kann. Die übliche Forderung an den Berater besteht darin, „den Klienten zu waschen, ohne ihm das Fell nass zumachen.“ Das mag bereits paradox klingen, aber in der Praxis ist alles noch paradoxer:

„Ich will mein Leben grundlegende verändern, aber bitte so, dass möglichst alles so bleibt, wie es ist.“

Man geht also zu Beratern mit einem Problem, behauptet, eine Lösung zu wollen, verhindert sie aber zugleich dadurch, dass man die meisten Lösungen bereist ausschließt.

Warum Menschen keine Lösungen mehr haben

Ich denke, Sie als Leserin oder Leser erkennen nun, warum es keine „einfachen, bequemen Lösungen“ gibt. Trügerische Berater versuchen in dieser Situation, das Prinzip: „Sie müssen nur …“ zu verkaufen, um zu behaupten, dass es sie eben doch gibt, die einfachen Lösungen. In diesem Artikel (und nur hier) nenne ich Ihnen den Hintergrund, warum es keine „einfachen Lösungen“ gibt. Hätte der Ratsuchende sie nämlich, die „eingebauten“ einfachen Lösungen, so wären sie längst vom Gehirn aktiviert worden. Mit einem treffenden, aber leider brutalen Satz heißt es dann „Probleme hat nur, wem die Lösungen fehlen“. Das Ziel ist also, die Erfahrungen des Klienten soweit wieder zu aktivieren, dass er selbst die für ihn passende Lösung findet.

Wertloser Rat aus der Konserve

Viele Autoren – unter anderem Paul Watzlawick, Dr. Ankowitsch, aber auch ich, haben mehrfach darauf hingewiesen, wie trügerisch einfache Lösungen sind. Den Grund kannte schon der humorvolle Dichter Eugen Roth, der schrieb:

Zwar stimmte jeder Rat genau,
doch jeweils nicht für jede Frau.


Ein Rat der „schrecklichen Vereinfacher“ unserer Tage ist meist noch weniger wert: Er betrifft nicht uns, und er trifft nicht unsere Absichten.

Doch welche Lösungen gibt es denn? Nun, zunächst kann ich Ihnen sagen: Mehr als eine. Dann kann ich Ihnen verraten: Je anpassungsfähiger das Verfahren, dass sie verwenden, umso sicherer haben Sie die Erfolge im Kasten.

Das ist Ihnen sicher nicht genug an Information, nicht wahr? Dann verrate ich Ihnen jetzt, dass ich hier bald weiterschreibe. Und so viel kündige ich Ihnen an: Es gibt den Weg „erst feststellen, was machbar ist“ und den Weg „erst feststellen, wer ich bin“. Und dazu noch viele, viele andere Wege, die davon abhängig sind, welche Erfahrungen Sie persönlich bisher gemacht haben, und welche Lösungswege bisher in die Irre führten.

Hinweis: Dieser Artikel kann - in ähnlicher Weise - mehrfach im Internet erscheinen. Wie umfangreich die Folgen werden, entscheiden Sie - durch Klicks, Verlinkungen und sinnreiche Kommentare.
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Lügen, nichts als Lügen: an den Falschen geraten

Sich schmücken, genießen und auf wenige Wochen hinaus planen ... eine Lösung?


Bevor Sie ihr schickes Empörungskleid aus dem Schrank holen: Es gibt auch Männer, die nicht zu sich selbst stehen und sich selbst belügen und bemitleiden. Hier allerdings ist von Frauen die Rede – und falls Sie anderer Meinung sein sollten, ist es Ihr gutes Recht, zu widersprechen.

Sie haben sicherlich schon einmal den Satz gehört „Ich gerate immer an den Falschen“. Was haben Sie empfunden, als Sie diesen Satz hörten? Mitleid, Mitgefühl, Anteilnahme?

Dann sind Sie der Frau auf den Leim gegangen, die es sagt. Denn das ist genau das, was sie erreichen will: In den Arm genommen würden, weil sie sich nicht bemüht, ihr Gefühlsleben in Ordnung zu bringen.

Ist es falsch, Trost zu suchen?

Es ist doch nicht falsch, Trost zu suchen, sagen Sie?

Nein, es ist nicht falsch. Solange die Dame, die da Trost sucht, wahrhaftig etwas an ihrem verkorksten Gefühlsleben ändern will. Aber es ist ganz falsch, wenn diese Frau morgen wieder genau mit den gleichen Methoden genau dieselben Fehler machen wird.

Warum die freundschaftliche Beraterin oft die „Lackierte“ ist

Der „Angeschmierte“ sind dabei Sie, die Sie als Trösterin oder Tröster fungiert haben – sie waren nichts als der Seelenmülleimer. Denn diese Frau will dies von Ihnen:

1. Sie will hören, dass sie nicht verantwortlich für ihr Unglück ist.
2. Sie will ihre Seele befreien, aber denkt gar nicht daran, echte Reue zu zeigen, weil sie ja an nichts „Schuld“ ist.
3. Sie wird (und will) morgen wieder die gleichen Fehler machen, weil sie kurzfristig einen Nutzen daraus zieht.

Die knallharte Wahrheit: alles nichts als Lüge

Wer Sätze analysieren kann, wird diesen Satz ohnehin als Lüge identifizieren:

Ich gerate immer an den Falschen.


Sie haben sicher bemerkt, dass hier die Passivform genutzt wird. Mit „ich gerate“ will Ihnen die Person sagen, dass sie auf keinen Fall für irgendetwas, was sie tut, verantwortlich sein kann – sie „gerät“ ja in Situationen. Wer in eine Situation „gerät“ hat aber keine oder nur eine sehr geringe Verantwortung. Verräterisch ist zum Zweiten das Wort „immer“ – es weist darauf hin, dass die Frau mehrfache „Wiederholungstäterin“ ist. Das heißt, sie hat aus keiner ihrer Beziehungen etwas gelernt und niemals ernsthaft versucht, etwas zu verändern. Der „Falsche“ schließlich ist ein typisches Hohlwort – denn es gibt den „Richtigen“ ebenso wenig wie den „Falschen“. Es gibt nur Menschen, die Eigenschaften haben.

Also – was machen wir mit einer Person, die behauptet, sie gerate „immer an den Falschen?

Hilfe – professionell oder anderweitig?

Wir haben nicht viele Möglichkeiten, zu helfen – die schicke ich voraus. Aber wer ernsthaft behauptet „Ich gerate immer an den Falschen“, der benötigt keinen Trost, sondern Hilfe.

Ein Psychoanalytiker würde in dieser Situation tief schürfen und sich fragen: „Warum gerät sie an die Falschen?“, oder richtiger: „Warum sucht sie sich immer die Falschen?“ Wenn dieser Analytiker ein Mensch „alter Schule ist“, durchwühl er dabei Kindheit, Pubertät und noch mehr. Die Rechnung wird dabei immer höher, und Sie werden immer älter. Ob jemand dabei herausfindet, warum er an den Falschen gerät? Es ist möglich, aber nicht sicher. Und ob sich aus dem Erkannten eine Verhaltensänderung ergibt, ist nicht sicher. Dennoch will ich nicht ausschließen, dass Psychoanalyse helfen kann.

Das Verhalten analysieren?

Wahrscheinlicher ist, dass einer Betroffenen jemand helfen kann, der ihr Verhalten analysiert. Das können manche Berater oder – als Königslösung – Verhaltenstherapeuten. Allerdings kann sie dies auch jeder selbst tun. Mit Problemanalysen, Soll-Ist-Vergleichen und Prioritätenlisten kann man ein gutes Stück weiterkommen. Das erfordert allerdings knochenharte Ehrlichkeit und den Willen, etwas zu verändern.

Paradox intervenieren

Möglich ist auch, dass eine „Paradoxe Intervention“ hilft. Dabei rät der Therapeut, in Zukunft auf alle Fälle nur mit den „Falschen“ zu flirten, auszugehen und zu schlafen. Da dies so gut wie unmöglich ist, könnte sich das Problem von selbst lösen.

Einfach und effizient: Akzeptieren, dass man so ist

Es gibt jedoch noch einen anderen Weg, der viele Frauen erstaunen mag: das eigne Verhalten zu akzeptieren und nicht als ausweglos anzusehen.

Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Was ist eigentlich schlecht daran, ständig an „den Falschen zu geraten“? Doch wohl nur, dass die Beziehung nicht hält. Daraus ergibt sich: Warum sollte die betroffene Frau nicht versuchen, diesen stetigen Wechsel für sich zu akzeptieren du die schönen und lustvollen Momente darin auszukosten? Es mag ja nicht gerade von „sehr Erwachsen sein“ zeugen, wenn man nach dem Lustprinzip lebt, aber es ist immerhin ein Weg, sich vom Zwang des „Richtigen“ zu befreien. Damit würde ein ungeheurer Erfolg erzielt.

Wenn das Problem schon die Idee des „Richtigen“ ist

Warum? Weil die Suche nach „dem Richtigen“ im Grunde ein unlösbares Problem ist. Dazu müsste ich nun aber zu weit ausholen. Ich will hier nur dies sagen: Die Suche nach dem „Absoluten“, also „dem Richtigen“ verhindert die besseren Lösungen, die darin liegen, nach dem „Möglichen“ oder auch nach dem „Ungewöhnlichen“ zu suchen. In der Rangordnung der Probleme wären dies sogenannte Lösungen erster und zweiter Ordnung. Sie hätten den Vorzug, erheblich sicherer zum Erfolg zu führen.

Ab dem folgenden Punkt sechs habe ich noch einige rein pragmatische Methoden aufgeführt, die nicht jedem Menschen möglich sind. Versuchen können Sie es aber in jedem Fall. Der Vorteil: Die Vorschläge mit den Zahlen sechs bis neun können Sie schon morgen erproben.

Fassen wir alles zusammen?

Das Fazit: 10 Lösungen für „ich gerate immer an den Falschen“

Dann gäbe es also folgende Lösungen:

1. „Das Fell waschen lassen“ – (von Freund oder Freundin) setzt unmittelbare Einsicht voraus.
2. Psychotherapie – langwierig und unsicher.
3. Verhaltenstherapie – schnell, setzt aber Änderungswillen voraus.
4. Paradoxe Intervention – in Deutschland umstritten.
5. Selbsthilfe- und Problemlösungsmethoden – für all diese Methoden ist eine enorme Selbstdisziplin erforderlich.
6. Sich vom Zwang befreien, den „Richtigen“ zu suchen, sondern das zu genießen, was möglich ist.
7. Selbst „paradox intervenieren“ – kann man erproben, in dem man bewusst keine Beziehung sucht, sondern sich dem Moment hingibt.
8. Kürzer zu planen. Nicht auf Monate sondern Woche für Woche.
9. Sich auf das „Naschen“ verlegen. Gar nicht daran zu denken, dass eine Beziehung lange halten könnte oder gar „muss“.
10. In andere Länder gehen, andere Kulturen ansehen. Erfahren, warum man hier nicht nach dem „Richtigen“ sucht.

Feedback: Sagen Sie mir bitte, was Sie davon halten.

Hinweise: Paradoxe Interventionen und ander Methoden der Verhaltenstherapie werden bei Watzlawick, Weakland und Fisch eindrucksvoll beschrieben.
Vom selben Autor zum gleichen Thema – Liebepur.
Andere Sichtweisen: Von Eric Hegmann.
Dieser Artikel erscheint parallel in der „Liebeszeitung und in „Datingrat“
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Die Dating-Algorithmen – „Psycho-Fritzchens kleine Trickkiste“

Sie sehen, wie einfach Matching sein kann ...

Während sich ein bekanntes US-amerikanische Unternehmen felsenfest an die Dating-Algorithmen klammert, räumt die Konkurrenz ein, dass „Magie“ (auch Liebe genannt) scharf mit Computer-Algorithmen konkurriert.

Mit anderen Worten: Leute, die der Computer als „kompatibel“ bezeichnet, sind es noch lange nicht. Sie stimmen – wenn alles mit rechten Dingen zugeht – nur in bestimmten Eigenschaften überein. Dieser Meinung sind, entweder hinter vorgehaltener Hand oder gar öffentlich – übrigens sehr viele Dating-Fachleute, Psychologen und Programmierer. Kurz gesagt: Alles, was sich programmieren lässt, ist in den Grundlagen eine Folge von Schaltzuständen, die man als „0“ und „1“ bezeichnen könnte, während Menschen in keiner Weise binär sind.

Wem das zu primitiv ist, dem kann ich ein anderes Beispiel geben, das plausibler ist: Die Fragebögen, die dazu dienen, die Dating-Algorithmen zu erstellen, zwingen einzelne Persönlichkeiten in ein Kästchen aus Daten, das nicht den Menschen repräsentiert, sondern einen Homunkulus.

Kommen die beide „gefundenen“ Partner dann zusammen, erkennen sie zuerst, dass ihre „Gestalt“ zählt und nicht der magere Extrakt, den der Computer gefunden hat. Wenn man Programmierer statt Psychologen nach Dating-Algorithmen fragen würde, wäre der Zauber schnell als das entlarvt, was er ist: Psycho-Fritzchens kleine Trickkiste. Aber man fragt sie vorsichtshalber nicht, sondern erklärt, dass sie von den höheren Weihen der Psychologie nichts verstehen. Dreht man den Satz um, dann kann man genauso gut behaupten, dass es eine elendigliche Frechheit von Psychologen ist, das dumme Zeug, das sie zusammenfaseln, in reale Daten umzusetzen.

Ob ich da zu weit gehe? Ich bin längst nicht mehr im IT-Geschäft, habe also keine Privatinteressen, dies alles zu behaupten. Im Grunde genommen hat diese Betrachtung nicht einmal etwas mit Informationstechnologie zu tun. Eher schon etwas mit einem Beobachter, der sich hinter einem Zauberkünstler befindet und die Tricks aus einer anderen Perspektive sieht als das begeisterte Publikum.

Im Bereich der Sofort-Begegnungen, die ja inzwischen hinreichend bekannt sind, ist „Matching“ einfach: Beide sind geil, und wenn sie nicht gerade voreinander davon laufen, dann vögeln sie.

Das ist offenbar die einzige Matchingformel, die wirklich funktioniert. Alle anderen Paare sollten sich, wie ich finde, zu schade dazu sein, ihr Leben den Psycho-Fritzchen zu überlassen, die Matching-Algorithmen basteln.

Sie können mehr dazu (in englischer Sprache) der "Nationalpost" lesen)
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Dating-Regeln: der abgekupferte Blödsinn

Regeln? Welche Regeln?

Nachdem der Kölner Stadtanzeiger sich die Mühe machte, eine Expertenrunde zum Thema Dating-Regeln einzuladen, gibt nun mancher „Experte“ im Internet seinen Senf dazu. Dabei wird versucht, die Fragen nochmals zu beantworten – natürlich besser als zuvor. Wobei mich mal wieder der Hafer sticht und ich an Karl Valentin denke: „Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.“

Falls Sie trotzdem wissen wollen, wie ich über Dating-Regeln denke (1), dann lesen Sie bitte weiter – wenn nicht, lesen Sie die Ausführungen im „Kölner Stadtanzeiger“, die sich allerdings auf einen Satz reduzieren lassen, den ich gerne zitiere:

Dating-Regeln sind unangebracht, weil … unbewusste Vorgänge darüber entscheiden, wer wen anziehend findet oder nicht – und sich das durch einen Verhaltenskodex nicht steuern oder erzwingen lässt.


Das ist tatsächlich das Ergebnis der hochkarätig besetzten Expertenrunde, die damit den Nagel auf den Kopf trifft.

Woher kommt der ganze Müll an Dating-Regeln?

Die Antwort ist einfach: aus den USA. Die Amis haben irgendwann mal Regeln gebraucht, die einem „anständigen“ Mädchen erlaubten, mit verschiedenen Kerlen auszugehen, und dabei nicht gleich als Schlampen zu gelten. Und wie es bei Regeln so ist: Die bleiben in den Köpfen von Großmüttern und Mamis – und landen schließlich bei den Töchtern.

Wer verbreitet den Blödsinn in den USA?

Auch einfach: Außer in den Hirnen der Mütter stehen diese Regeln in beliebten Büchern, die jedem jungen Mädchen „alternativlos“ anempfohlen werden. Jede Frau, die auf ihren untadelig-jungfräulichen Ruf Wert legt, wird angehalten, die Regeln zu befolgen.

Wie kam der Unrat nach Europa?

Das ist nun wirklich interessant. Der Grund liegt darin, dass eine Anzahl von fragwürdigen Autorinnen und Autoren, die keine Ahnung von der Partnersuche hatten, aber viel Erfahrung mit dem Abschreiben, in die Ami-Bücher gelinst haben. Nachdem die ersten Autoren alles abgekupfert hatten, was drin stand, brauchte die nächste Welle von Kopierkatzen nur noch dort abzuschreiben. Nachdem der ganze Quatsch überall stand, haben tatsächlich einige deutsche Frauen geglaubt, die Regeln hätten irgendeinen Wert.

Und wie werden wir den Unfug "Datingregeln" wieder los?

Sehr, sehr einfach: indem wir uns daran erinnern, wie man sich selbstbewusst gegenüber Fremden verhält. Ein Mensch beim Blind Date ist nichts als ein Fremder, der von sich behauptet, auf Partnersuche zu sein. Es gelten also die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Unbekannten. Was man wirklich wissen muss: Die meisten Probleme mit Partnersuchenden entstehen nicht durch Täuschung, sondern durch Selbst-Täuschung. Heißt im Klartext: Je höher die Erwartungen, umso eher kann man enttäuscht werden. Übrigens ist jeder Mensch gut beraten, seine eigenen Regeln für seinen Lebensweg aufzustellen, statt sie aus Büchern zu beziehen.

Was ist mit dem „Gesprächsknigge“?

Es gibt nur zwei wirklich wichtige Grundregeln. Die eine heißt „offene Fragen stellen“, die andere „jederzeit gut hinhören. Dafür gibt es eine Faustformel: Wenn Sie glauben, nur ein Drittel der Zeit selbst gesprochen zu haben, haben Sie in Wahrheit mindesten die Hälfte der Zeit gesprochen. Das hat aber nichts mit „Dating“ zu tun.

Worauf muss man sich wirklich vorbereiten?

Auf Ablehnungen und auf Geschlechtsverkehr. Entwickeln Sie Ihre individuelle Ablehnungs- und Lustkultur, dann versäumen sie einerseits nichts und werden andererseits nicht zu sehr enttäuscht.

Wenn Sie Zweifel an den Aussagen haben, sagen Sie es mir – wenn Sie diese Aussagen als richtig empfinden, verbreiten Sie den Inhalt, soweit nicht anderweitig geschützt, überall.

(1) Ich stehe jederzeit jeder Redakteurin und jedem Redakteur zur Verfügung, um die Fragen zu vertiefen.
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Liebe und Partnersuche - ökonomisch

Der Aufwand der Liebe ... und die Wirtschaftlichkeit

Eine ökonomische Betrachtung zu Liebe und Partnersuche

Falls Sie sich fragen, was dies mit der Liebe zu tun hat – Sie finden die Antwort im letzten Kapitel. Dieser Artikel benutzt als Ansprache das „ich“. Das bedeutet: Gemeint sind Sie, höchstpersönlich. Sollten Sie sich fragen, warum dieser Artikel keine wissenschaftliche Referenz hat: Die Ökonomie der Liebe ist den meisten Forscher „zu heiß“, und Ökonomen interessieren sich ohnehin nur am Rande für die Liebe.

Das vereinfachte ökonomische Modell der Partnersuche

Das ökonomische Modell der Partnersuche hat hat zwei Seiten:

1. Wen begehre ich?
2. Wer begehrt mich?

Die Frage ist also: Wie kann ich jemanden finden, den ich ausgesprochen geeignet finde, und der zugleich auch mich will?

Die Antwort ist im Grunde einfach, erfordert aber etwas Einsicht:

Wenn ich mich auf einen Partnermarkt begebe, auf dem mich viele Menschen als „geeignet“ einstufen, habe ich mehr Chancen, als wenn ich auf einen Markt gehe, auf den sich Menschen befinden, die meinem Wunschbild entsprechen.

Also ist es günstiger, meine Forderungen an den späteren Partner einzuschränken und stattdessen bei jenen zu suchen, für die ich selbst wertvoll bin. Dabei könnte es sein, dass ich mich „unter Wert“ verkaufe. Aber solange ich nicht wirklich weiß, welchen Wert ich am Partnermarkt habe, kann ich mich werde zu billig noch zu teuer verkaufen – mit anderen Worten: Ich bin selbst gar nicht Herr meiner Entscheidungen.

Ökonomie von Gleichheit und Unterschiedlichkeit

Aus ökonomischer Sicht ist die psychologische Wertediskussion um „Gleich und Gleich“ oder „Gegensätze ziehen sich an“ völlig irrelevant. Gleichwohl öffnen Unterschiede eher neue Perspektiven, während manche (aber nicht alle) Gleichheiten uns vorantreiben, so wie ein Gespann mit zwei Zugpferden. Das bedeutet auch: Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften können einander ergänzen, was zur persönlichen Vervollkommnung beider beiträgt, während Menschen mit gleichen Eigenschaften ihre Defizite beibehalten.

Wem das zu kompliziert erscheint, den nehme ein einfacheres Beispiel. Wenn sich zwei Partner finden, die beide „moderne Massenmöbel“ besitzen, entsteht eine einheitliche, aber meist etwas sterile Wohnumgebung. Hat der eine jedoch individuelle Möbel (Schreiner- Design- oder Antikmöbel“ und der andere moderne Massenmöbel, so entsteht eine vergleichsweise interessantere Wohnumgebung.

Die Suche aus ökonomischer Sicht

Die Frage ist nicht „Wie kann ich das Beste finden? Sondern „Wie kann ich das Beste mit den Mitteln finden, die ich in die Wagschale werfen kann?“ Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil sie zumeist auf Versuch und Irrtum basiert. Am besten lässt sich dies beschreiben, indem man sich sagt: Ich muss suchen, bewerten, und dann herausfinden, wie ich selbst bewertet werde. Dabei muss ich sowohl damit rechnen, jemanden abzulehnen, wie auch ich einkalkulieren muss, selbst abgelehnt zu werden. Problematisch daran ist nicht die Tatsache, dass ich ablehne oder angelehnt werde, sondern wie häufig dies geschieht. Lehne ich zu oft ab, muss ich zurück auf die Basis („Wen begehre ich?“), denn dann sind meine Erwartungen zumeist zu hoch. Es kann auch sein, dass ich dann auf dem falschen Markt gesucht habe, aber das trifft deutlich seltener zu. Werde ich zu oft abgelehnt, so muss ich mir die Frage erneut stellen: „Wer begeht mich?“ Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich mein Verhalten (möglicherweise auch nur mein Suchverhalten) dann ändern muss, um begehrter zu werden.

Die Funktion der Ablehnung aus ökonomischer Sicht

Wenn ich abgelehnt werde, habe ich den Vorteil, nach den Gründen fragen zu können. Je nachdem, wie ich Frage, bekomme, ich ausweichende oder ehrliche Antworten. Jede ehrliche Antwort ist ein Gewinn, also kann jede Ablehnung ein Gewinn sein. Über die Ökonomie hinaus kann ich mir dann überlegen, ob ich mich selbst genau kenne und wie ich mich selbst bessre kennenlernen kann.

Werde ich nicht abgelehnt, kann ich selbst ablehnen oder dem potenziellen Partner ein Angebot unterbreiten, wie der nächste Schritt aussehen soll und die Suche damit (zumindest vorläufig) beenden. Falls ich ablehne, muss ich weitersuchen, was mich Zeit, Geld und Mühe kosten wird. Eine brauchbare Strategie dabei ist das Prinzip, jeweils ein Maximumziel und ein Minimumziel zu verfolgen und zuzugreifen, falls der Partner über dem minimalen Ziel liegt.

Ökonomie und hohe Erwartungen

Hohe Erwartungen (volkstümlich auch Ansprüche genannt) sind erfüllbar, wenn ich selbst ein „Premium-Angebot“ aus der Sicht anderer bin. Das ist ehr selten der Fall. Ich muss mich also voraussichtlich in diejenigen Personen einordnen, die knapp über oder knapp unter dem Durchschnitt liegen. Wer also hohe Erwartungen hat (und behält) wird länger, teurer und zeitraubender suchen müssen, ohne die Gewissheit zu haben, einen Partner zu finden. Es gibt drei Wege, die Partnersuche in diesem Fall zu verändern:

1. Intensiver suchen.
2. Gezielter suchen.
3. Unter veränderten Kriterien suchen.

Allerdings hat die Lösung (1) kaum Chancen, weil die Intensität nicht beliebig gesteigert werden kann. Die Lösung (2) hat Chancen, wenn die Suche bisher eher ziellos war. („Mal sehen, was kommt“) . Langfristig bringt nur die Lösung (3) die erwünschten Erfolge.

Kann denn Liebe ökonomisch sein?

Ja, sie kann. Denn wie und ob überhaupt das Gefühl der Liebe entsteht, ist abhängig davon, ob ein liebenswerter Partner gefundene wird. Mit jedem Tag, an dem ich ihn nicht finde, entgeht mir eine wichtige Kraftquelle, die mein Leben bereichert.

Bild: Historisch.
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Misserfolg bei der Partnersuche – muss man sich selbst ändern?

Trugbilder und Wunschbilder - schlecht, wenn man darauf fixiert ist

Wenn es eine Klage gibt, die das ganze Leben der Berater für die Partnersuche durchzieht, dann ist es dies: „Ich finde keinen Partner, obgleich ich alles versucht habe.“

Fragt man nach, so sieht die Sache differenzierter aus: Ja, gelegentlich habe man schon Kontakte, Treffen und dergleichen gehabt, aber entweder sei’s dann nicht der Richtige gewesen oder die Sache sei nach kurzer Zeit schon wieder auseinandergegangen.

Die Problemanalyse – wirkungsvoll, aber nur ein Anfang

Was kann man dann noch tun? Nun, es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, man lässt sich eine Problemanalyse erstellen. Das kling sehr hochtraben, ist aber kaum mehr als eine Betrachtung dessen, was man schon gemacht hat und was man damit erreichen wollte, gefolgt von einem Vorschlag, was man noch tun könne.

Selbstveränderung mit Sorgfalt und Bedacht – oder Profi-Hilfe

Oder aber, man geht ernsthaft eine Selbstveränderung an, besucht ein eher konservativ aufgebautes Kommunikationsseminar (1) oder versucht, professionelle Hilfe durch einen Verhaltenstherapeuten zu bekommen.

Was dabei am Ende herauskommt, ist im ungünstigsten Fall eine geringfügige Änderung, die Ihnen „ein bisschen“ nützt. Im besten Fall bauen sie Ihre Persönlichkeit aus vorhandenen Bestandteilen neu auf, bekommen positive Rückkoppelung von überall und leben hinfort glücklicher. In jedem Fall allerdings empfinden Sie hinterher: Oh, das alles passt hervorragend in mein Leben – und ich wollte genau dorthin, wo ich hingekommen bin.

Bevor Sie jetzt in Euphorie verfallen: Das dauert alles ein bisschen. Denn die Menschen sind von Natur aus faul: Sie behalten lieber Ihr unvorteilhaftes Verhalten bei, das sie kennen, als ein neues Verhalten zu erlernen, von dem sie noch nicht recht wissen, wie sich’s auswirkt.

Übrigens: Auch die Problemanalyse, oder wie ich sie nenne, die Problem- und Chancenanalyse bringt nicht in jedem Fall eine Lösung, sondern nur dann, wenn sich herausstellt, dass Sie ein Problem mit den falschen Methoden angegangen sind. Dazu kann Ihnen Paul Watzlawick mehr sagen – der hat dazu eine wichtige Theorie entwickelt (2). Sie sehen, ich greife nichts aus der Luft.

Der "letzte Schrei" - wasch Dir selbst das Gehirn

Was gäbe es sonst? Natürlich noch etwas Anderes. Sozusagen der „letzte Schrei“. Es ist eine Kombination von Selbstverleugnung und Selbstbetrug, die man auch als Do-It-Youself-Gehirnwäsche bezeichnen könnte.

Gehirnwäsche bedeutet ja, alles, was uns „eigen“ ist, also unser gegenwärtiges Selbst, zu zerstören und ein gefälschtes, fremdes Bild anzunehmen. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und typisch für verbrecherische Geheimdienste und totalitäre Regime in Ost und West.

Was, wenn man es selber tut oder sich beraten lässt, wie man es sich selbst antun kann? Ist es nicht verführerisch, einmal jemand „ganz anderer“ zu sein?

Die Leute, die so etwas lehren, haben einen Trick. Sie sagen, dass man nicht gleich das „ganze Selbst“, also die „Komplette Person“ umkippen muss, sondern dass man einen Teil des Verhaltens isolieren, neu programmieren und dann an die Stelle des alten Teils setzen kann. Dann geht man auf die Pirsch, und sobald man dies tut, ist es so, als ob der freundliche und charmante „Dr. Jekyll“ sich an der Tür zur Bar in den sexdurstigen Verführer „Mr. Hyde“ verwandelt würde. Das bedeutet so ungefähr: Mr. Hyde reißt die Frauen auf, vögelt sie und schmeißt sie fort, wie er will – und Dr. Jekyll weiß dies zwar, kann aber nichts dagegen tun.

Ach, das glauben Sie nicht?

Dann lesen Sie mal dies(3):

(Ich konnte mit diesen Methoden) … nur Frauen klarmachen, mit denen ich nicht reden konnte, geschweige denn zusammen sein wollte. Ich wollte jemanden, der interessanter ist.


Inzwischen hatte der Mann die Methoden allerdings schon so schwer in sein Hirn eingebrannt, dass es ihm schwerfiel, in „normalen“ Kategorien zu denken.

Fragt sich, wer sich so etwas antun will. Insbesondere aber, wie man das einprogrammierte Verhalten wieder zurückprogrammieren kann und welchen Nutzen (außer ein paar gefüllten Kondomen) jemand hat, der sich so vor sich selbst erniedrigen muss.

(1) Nach Eric Berne, Paul Watzlawick oder nach der Methode des Friedemann Schulz von Thun.
(2) „Lösungen“, gemeinsam mit John Waekland und Richard Fish, Bern 1974.
(3) Zitat aus „Fiese Kerle“ , Seite 243, Hamburg 2013
„Klarmachen“: Rumkriegen, abschleppen, flachlegen, alsbald vögeln.
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Partnersuche: dem Trend folgen oder einen eigenen Wege gehen?

Dem Trend folgen oder seine eigene Methode entwickeln? Dieser Orang hat den eignen Weg gewählt
Einem Trend zu folgen hat ohne Zweifel seien Vorteile – aber auch, sich dem Trend zu verweigern. Denn dort, wo der Trend verläuft, treffen wir auf die Massen, und „die Konkurrenz ist groß“, wie man so sagt. Folgen Sie also dem Trend, so müssen Sie sicher sein, „in der ersten Reihe“ jener zu stehen, die am Partnermarkt begehrt sind.

Nun gut, sie könnten auch noch in der zweiten oder dritten Reihe sitzen, das erscheint logisch, nicht wahr? Aber je weiter hinten sie im Trendzug sitzen, umso schwieriger4 wird für es für Sie, einen Partner zu finden.

Wenn Sie ein Trendreiter sind, müssen Sie ganz vorne reiten

Das Problem dabei: Sie wissen zumeist gar nicht, wo sie „sitzen“, denn das ist abhängig davon, wie gut ihre Eigenschaften in den Markt passen, wie gut sie für sich werben können und ob Sie sicher „zugreifen“, wenn sich der richtige Partner endlich in Ihre Nähe begeben hat.

Sicher, das gilt für Sie auch, wenn Sie nicht dem Trend folgen, sondern „ganz normal“ auf Partnersuche sind. Aber es ist ungleich schwerer, die eigene Position in der „großen Masse“ zu ermitteln als in einem überschaubaren Kreis. Insofern stimmt zwar, was die Marketingleute sagen: Ist das Angebot überschaubar, so sind die Marktchancen besser. Aber leider stimmt das nicht ganz. Denn während auf dem Markt der Konfitüren, auf dem man solche Marketing-Spielchen zelebriert, nur der Kunde entscheidet, was gekauft wir, entscheiden auf dem Partnermarkt beide, ob sie zueinander passen. Und insofern bleibt die Frage: Kann ich mich richtig einschätzen als Anbeter und als Gesuchter?

Nicht gegen den Trend handeln - sondern anders damit umgehen

Was also sollte jemanden bewegen, nicht dem „großen Trend“ zu folgen? Und wie hat man damit Erfolg?

Zunächst einmal sollen Sie sich fragen, ob sie bei der Partnersuche wie in einem Marathon mitlaufen wollen, ohne jemals eine Chance auf den Erfolg zu haben. Das tun Menschen durchaus, im Sport wie auch in allen anderen Lebensbereichen. Tinder ist ein Beispiel, und manche große, strukturarme Singlebörsen sind es auch, Wenn „dabei sein“ alles ist, dann ist es in Ordnung. Sie waren dabei - und gut ist es. Das bedeutet nicht zwangsläufig, keinen Erfolg zu haben. Nur stellt sich der Erfolg dabei entweder ein oder eben nicht, so, als ob Sie zu einer Messe gehen und sich dort zufällig in einen Aussteller verlieben. Es war nicht ihr Ziel – aber es ist eben passiert.

Sich selbst austesten - nahezu unerlässlich für die Partnersuche

Wenn Sie hingegen austesten wollen, in welcher „Liga“ Sie bei der Partnersuche spielen krönen, dann sollte Sie nicht dem Trend unterwerfen, Sie sollten vielmehr ermitteln, welchen Platz Sie einnehmen können, und wie sie von dort aus die besten Chancen wahrnehmen können. Haben Sie einmal die „Liga“ gefunden, dann ist es nicht weit bis zu den Menschen, die als „Jagdbeute“ für Sie infrage kommen.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann und der Markt

Ein klein wenig unterscheidet sich die Partnersuche der Frauen von der Suche der Männer - nicht allein wegen der geschlechtlichen Besonderheiten, sondern wegen der "Marktbedingungen". Für halbwegs gut aussehende Frauen in jungen Jahren (bis etwa 29) können Sie alles sein – vom Kindermädchen bis zur Diplompsychologin. Eine ausreichend gepflegte Sprache, erotische und möglichst auch soziale Fähigkeiten sind die einzigen Voraussetzungen, um viele Verabredungen zu treffen. Der Mann, der sie will, wird um Sie werben - und Sie können dies erst einmal auskosten. Falls Sie dazugehören: Überlegen Sie sich, welchen Lebensweg Sie sich vorstellen. Die Idee, einen reichen, attraktiven Mann zu heiraten, ist durchaus durchsetzbar, mit ihm zu leben ist allerdings oft nicht leicht. Wenn Sie ein selbstständiges, dennoch gebundenes Leben in Liebe und Glück finden wollen, müssen Sie sich auf gezieltere Dates einstellen und sicherlich dabei die eine oder andere Kröte schlucken. Sollten Sie nicht zu diesen privilegierten Frauen gehören, ist Ihre Suche wie das Leben, das Sie führen: durchschnittlich. Indessen hat der "Durchschnitt" durchaus Vorteile, weil die Lebenswege hier überschaubarer und gelegentlich gar zufriedenstellender sind. Sie werden entdecken, dass Sie nicht ausschließlich beworben werden, sondern auch selbst für sich werben müssen – und diesmal sogar um die Männer, die schon eher „Kompromisskandidaten“ sind. Dazu sollten Sie einfach nur wissen, wo sie die Kompromisse machen wollen und können – und vor allem: Sie sollten sich mit diesen Männern treffen und „Tacheles“ reden – dann wird Ihnen bald klar werden, wo Sie Ihren Honig finden könnten.

Die Chancen des Mannes - toll sein, anpassen oder über 50 werden

Reden wir vom Mann? Seine Chancen sind umso günstiger, je besser er aussieht, je mehr Ansehen er genießt und letztendlich auch – je mehr Geld er scheffelt. In den letzten Jahren ist oft das „Wort „Bildung“ in Zusammenhang mit suchenden Akademikerinnen gefallen. Ich kann Sie absolut beruhigen: Ihre Diplome zählen erst ab Doktor oder Professor, bis dahin gilt, dass der wirtschaftliche Erfolg bei der „Damenwahl“ eindeutig die Bildung überspielt.

Nun gut, Sie sagten, dass sie nicht in der Oberliga der Schönen, Starken, Reichen und Mächtigen spielen? Ja, dann gehören Sie leider zur Mehrheit. Ich gebe Ihnen zunächst den gleichen Rat wie den Frauen: Gehen Sie Kompromisse ein, es schmerzt wirklich nicht sonderlich. Und dann diesen Rat: Die wirklich tollen Kerle, die alles in sich vereinen, sind rar, und deswegen gehen auch Frauen oftmals Kompromiss ein. Versuchen Sie, sich trotz mancher Unterschiede mit ihnen zu verabreden. Es lohnt sich, denn Gelegenheit macht Liebe. Ein dritter Rat gefällig? Bitte schön: Frauen wollen immer die „tollsten Eigenschaften“, schätzen aber auch Treue, liebevolle Umgarnung und soziale Fähigkeiten. Haben Sie schon mal versucht, darauf abzuheben?

Vielleicht sollte ich Ihnen noch ein Bonmot dazu übermitteln: Ab ungefähr 50 brauchen Sie sich keine Sorgen mehr über Damen zu machen, denn „wenn sie halbwegs gut ausswehen und Haare auf dem Kopf haben gehen sie weg wie warme Semmeln“. Das hat etwas mit den Gesetzen von Angebot und Nachfrage zu tun: Die Nachfrage nach Männern ab 50 ist bei den über 40-jährigen Frauen enorm groß, das Angebot hingegen gering – voilà. Das ist definitiv alles, was es dazu zu sagen gibt.

Lohnt sich Ehrlichkeit für Berater?

Nein, ich verkauf keine Träume ...
Ehrliche Berater zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie ehrlich sind. Das sei selbstverständlich, meinen Sie? Nein, ist es nicht. Denn viele Berater legen die Elle ihrer eigenen Maßstäbe an, und wenn sie es nicht tun, dann versuchen sie, „psychologisch sanft“ auf ihre Klienten einzugehen, um ihnen auf gar keinen Fall „zu nahe zu treten.“ Der Grund: die meisten Klienten wollend nicht die Wahrheit hörne, sondern sie suchen die Bestätigung, dass sie recht haben. Sagt Ihnen der Berater das Gegenteil, so verdient er kein Geld. Arbeitet er gar an einer Beratungs-Hotline, so kann es ihm passieren, dass seinem Unternehmen die EUR 1,99 aus der Nase gehen, die diese Leute für jede Minute kassieren.

Wie wäre es mit der Wahrheit?

Vermutlich würde der Klient sie nicht einmal verstehen, die Wahrheit. Denn sie ist einfach: „Ändere dich und beobachte, ob diese Änderungen dir den gewünschten Erfolg bringen.“ Das ist das Einzige (zum Mitschreiben: D-A-S E-I-N-Z-I-G-E, was wirklich funktioniert.

Manchmal ist es einfach: Wer ständig „Scheiße aussieht“, kann versuchen, besser auszusehen. Das gelingt oft ganz leicht. Und wer ständig in den falschen Tümpeln fischt, kann einen besseren Fischteich aufsuchen. Doch meistens ist das nicht alles, was geändert werden muss – denn es sind nicht allein äußere Kleinigkeiten, die den Erfolg verhindern. Nein, es ist zumeist nötig, die Denkweise zu korrigieren. Und das fällt verdammt schwer.

Bei der Partnersuche machen nahezu alle Menschen, insbesondere aber Frauen, die Umgebung, das andere Geschlecht, die bösen Umstände oder die Umstände der Vergangenheit dafür verantwortlich, dass sie Misserfolge haben. Nur nicht sich selbst, hier, jetzt und im Moment.

Ich freue mich deshalb über Alice Schön. Sie berät - und schreibt für „Das Magazin“ diesen denkwürdigen Satz:

Lassen Sie die andren … so seltsam und bescheuert sein, wie sie wollen. Und zwar … immer. An sich selbst können Sie nach Lust und Laune arbeiten.


Das heißt: Andere sind, wie sie sind und sie bleiben auch so. Sie ändern sich nicht unseretwegen, sondern höchstens um ihrer selbst willen. Die Anderen verhalten sich merkwürdig oder auch nicht – aber das ist nicht die Frage. Sondern die Frage ist: Warum habe ich diese Person kennengelernt, und was will ich von ihr? Vielleicht sollte ich erwähnen, dass auch dieser tausendfach gehörte Satz einfach idiotisch ist: „Ich gerate immer an den Falschen.“ Frauen, die das sagen, haben mit dem „Falschen“ oft gerne, ausgiebig und durchaus befriedigend gevögelt, sind mit ihm in feine Lokale und zu exklusiven Veranstaltungen gegangen, und hatten auch sonst viel Freude an ihm gehabt. Aber das war ihnen nicht genug. Sie wollten „alles“ – und das war nicht zu haben.

Alice Schön schrieb dies anders, aber ebenso richtig::

Sie können sich zum Beispiel fragen, warum sie jemanden ausgesucht haben, der nicht hundertprozentig zu haben ist.


Ich habe schon manchem Menschen gesagt: Wenn du an einem tollen Lover und Gentleman zu 50 Prozent beteiligt bist, ist das besser, als an einem schlampigen, lustlosen und unzuverlässigen Freund zu 100 Prozent beteiligt zu sein. Aber das sieht niemand ein. Die so Beratenen wenden sich ab und suchen bei einem anderen Berater einen schleimigen Rat, der ihre Seele streichelt.

Genauso ist es mit dem dusseligen Satz: „Ich habe da aber Ansprüche“. Normalerweise sollte ich rückfragen: „Was haben Sie denn zu bieten?“ Denn das ist es, was der Partnermarkt wissen will. Nicht, was die Hochnasenfrau gerne hätte. Der Partnermarkt richtet sich nach Angebot und Nachfrage, nicht nach den Möchtegerns.

Manchmal frage ich es dennoch – aber dann falle ich fast mit Sicherheit auf die Nase – sogar noch bei Frauen, die für sich reklamieren „intelligent“ zu sein. Nein, nein, ich frage: „Welche Eigenschaften sollte er denn haben? In 90 Prozent der Fälle wissen die Damen nicht, welche Eigenschaften sie sich wirklich wünschen, und quälen sich und mich mit „Niveau“ und derartigem Gewäsch.

Mitmenschen, höret: ob euch das nun passt oder nicht: Der Partnermarkt ist ein Markt, und auf ihm kommt derjenige zum Zug, der nachgefragt wird. Die Dummbacken bezeichnen das als „Turbokapitalismus“ oder „Brutaldarwinismus“. In Wahrheit ist es einfach so, dass zu viele Menschen wenig zu bieten haben, aber alles wollen. Die Lösung ist also einfach: „Ansprüche zurückschrauben und die Partner ansprechen, die es tatsächlich gibt.“

Das hilft fürs Erste.

Zitate von Alice Schön, „Das Magazin“, November 2014
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Wenn Frauen über 40 suchen … die Erfolgsrezepte

Es gibt viele Meinungen über die Partnersuche. Die meisten werden von konservativ eingestellten Personen gegeben, die sich einen „weißen Fuß“ bei den Adressaten machen wollen. Besonders gilt dies für die eher an den Konventionen und Ritualen eingestellten Frauen zwischen 40 und 50.

Die wirklich sinnreichen Lösungen für die Partnersuche von Frauen Frauen über 40

1. Halten Sie sich ihre Lebenswelt in jeder Hinsicht offen. Erwägen Sie, ihr Lebensglück in den Vordergrund zu stellen und dafür auch den Arbeitsplatz, die Lebensumgebung oder ihre bisherige soziale Verankerung aufzugeben. Wenn Sie das nicht wollen: Versuchen Sie, in Zukunft nicht so sehr auf Alter, Status und Finanzen der infrage kommenden Partner zu achten, sondern ob Sie Freude daran haben, mit ihm zusammen zu sein.

2. Leben Sie mit Wünschen, nicht mit Ansprüchen. Lassen Sie sich einzelne emotionale, erotische oder sexuelle Wünsche auch spontan und ohne Beziehung erfüllen, wenn es Ihnen gut tut. Versuchen Sie, Ihre langfristigen Wünsche zu konkretisieren. Geben Sie alle Ansprüche auf, und ersetzen sie diese durch eine differenzierte Wunschliste.

3. Vergessen Sie das Wort „Augenhöhe“, weil es dafür keinen objektiven Maßstab gibt. Augenhöhe hat viele Bedeutungen: emotionale, Körperliche, bildungsbezogene, soziale und finanzielle – und ob Ihr persönlicher Zollstock genau misst – besser, Sie bezweifeln dies. Prüfen sie lieber, welche Ebene (oder welches Gefälle) sich für Sie am besten für Beziehungen eignet, und testen Sie aus, wie und wann sie sich am Wohlsten fühlen.

4. Geben ist seliger als Nehmen. Das gilt auch in der Liebe. Finden Sie zuerst heraus, was Sie besonders gut schenken können, bevor Sie auch nur daran denken etwas zu bekommen. Was ist es, was Sie auszeichnet? Männer beißen selten an Bildung, Status und dergleichen an. Sie wünschen sich feminine Ausstrahlung, Humor, Verständnis und Lebensklugheit. Dies alles zählt weitaus mehr als Schönheit oder Sex. Haben sie es nicht gewusst?

5. „Finden lassen“ ist das nahezu sichere Ende der Beziehungssuche ab 40. Sie werden schon deshalb nicht gefunden, weil die Konkurrentinnen alles dafür tun, sich anzubieten. Wollen Sie wirklich, dass Ihre wundervollen Eigenschaften nur durch Zufall bemerkt werden? Nein? Dann werden Sie sich darüber klar, dass Sie Ihre „Alleinstellungsmerkmale“ gezielt auf den Markt werfen sollten, damit die Interessenten auch „zugreifen“ können. Niemand nimmt Sie, weil sie Ihre Künste und Fähigkeiten verstecken.

Mut, keine Furcht

Der wichtigste Tipp: Zum Suchen über 40 gehört der Mut, Neues zu erproben. Lassen sie sich weder von Ihrer Mutter noch von Ihrer Tochter daran hindern, alles zu erproben, was sie als „für Sie tolerabel“ ansehen. Der Weg hinaus aus dem „inneren Gefängnis“ der fremdbestimmten Wertvorstellungen ist der Weg mitten durch das Abenteuer Liebe. Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn Ihnen mal etwas „danebengeht“? Stellen Sie sich diese Frage – Sie werden feststellen, dass alles, was wirklich „schlimm“ sein könnte, sich durch einfache Maßnahmen verhindern lässt. Nur Ihre Furcht – die müssen Sie schon selbst überwinden.


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Zehn unerlässliche Tatsachen für die Partnersuche

Zehn unerlässliche Tatsachen für die Partnersuche - von Gebhard Roese

Wo Fisch ist, wird auch gefischt


1. Wenn Sie viele, möglichst unterschiedliche Menschen kennen, haben Sie die größten Chancen, einen passenden Partner zu finden. Unterschiedlich deshalb, weile es ein kann, dass der passende Partner nicht aus ihrem üblichen Milieu stammt. Wenn nicht -versuchen Sie, in Kreise hereinzukommen, in denen Sie „mitreden“ können.
2. Zum Suchen gehört Wahrnehmen: Wenn Sie suchen, sollen Sie ihre Wahrnehmung schärfen und alle Möglichkeiten wahrnehmen, mit Personen ins Gespräch zu kommen, die als Partner infrage kämen. Einfach ein Gespräch beginnen … am Anfang darf es belanglos sein.
3. Dating-Methoden und organisierte Partnersuche (Online-Partnervermittlungen) sind nur dann gut für Sie, wenn Sie über eine große Lebenserfahrung verfügen und Umgang mit Fremden gewohnt sind. Außerdem sollten Sie wissen, wann und für was Sie sich entscheiden, wenn sich das Date dem Ende zuneigt: Beziehungsversuch, Freundschaft, „Nichts-wie-weg“ oder „Sex ist besser als gar nichts?
4. Mut, Umsicht und Zuversicht sind für alle Methoden der Partnersuche unerlässlich.
5. Sie müssen damit rechnen, dass sich die Partnersuche nach Jahrzehnten (zum Beispiel bei einer Scheidung nach vielen Ehejahren) völlig verändert hat. Sie sollten dann zunächst einmal ein paar „Probedates“ ohne Verbindlichkeit absolvieren, um zu erkennen, wie Frauen/Männer heute reagieren.
6. Versuchen sie, Ihren „Marktwert“ zu erkennen, vor allem nach einer längeren Beziehung. Er kann gestiegen oder gefallen sein. Wenn sie ihn falsch einschätzen, müssen Sie viel Zeit verwenden, um diesen Fehler zu korrigieren.
7. Rechnen Sie damit, dass nicht alle Partner, mit denen sie sich treffen, die feste Absicht haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Das wird oft lautstark beklagt, ist aber ganz normal. Wo Fische sind, wird auch gefischt. Was mit dem Fang passiert, entscheidet jeder für sich selbst - auch, wenn er glaubt, eher den Fisch zu verkörpern als den Fischer.
8. Partnersuche ohne sexuelle Erfahrungen ist nahezu aussichtslos. Sammeln sie möglichst vielfältige und zeitnahe Erfahrungen, bevor Sie Ihren endgültigen Partner suchen.
9. Glauben Sie niemals an irgendwelche Kriterien bei der Partnerwahl, von denen Sie gehört haben. Jeder versucht, sie mit eigenen Meinungen oder angelesenem Halbwissen vollzudröhnen, die Ihnen nichts nützen. Verlassen Sie sich auf ihre Intuition und ihre Menschenkenntnis.
10. Gestatten Sie sich, Fehler zu machen. Finden Sie Strategien für sich selbst, die Fehler in Grenzen zu halten – und falls Sie einen Fehler machen sollten, stehen Sie dazu und lernen Sie daraus.
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Wahrnehmung – Schlüssel zur Partnersuche

Wenn wir wollen, ist es ein Reitpferd - wenn nicht, ist ein bemaltes Stück Holz
Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.

Der Physiker Heinz von Förster.


Der Schlüssel zu dem, was wir erfahren und erleben können, ist unsere Wahrnehmung. Wir nehmen einerseits die Gegenstände wahr, dann aber auch die Umstände und das Verhalten der Menschen um ums herum. Schließlich nehmen wir uns selbst wahr.

Dies alles ist ein sehr komplizierter Prozess, der zum Menschsein gehört. Die Möglichkeiten, diesen Prozess zu beeinflussen, sind ungeheuer vielfältig, und kaum eine Wissenschaft kann uns erklären, wie diese Vorgänge tatsächlich ablaufen. Wir selbst sind dabei Opfer und Täter: Wir schaffen uns Wirklichkeiten und leben mit ihnen, gleich, ob sie „richtig“ oder „falsch“ sind, und wir beurteilen unsere Umgebung danach, wie sie sich für uns darstellt. Unsere Wirklichkeiten ändern sich, teils deutlich und abrupt, teils kaum merklich und sanft. Manchmal bewirken wie die Änderungen, dann wieder kommen die Einflüsse, die zur Veränderung führen, von außen. Wir müssen unsre Leben also oftmals neu überdenken, die „Steuerung“ nachjustieren oder andere Methoden entwickeln, um uns an veränderte Lebensumständen anzupassen.

Warum Sie ihr Schulwissen auf den Müll werfen sollten

Die Psychologie hilft uns dabei kaum. Das psychologische Wissen über die interpersonelle Wahrnehmung wurde inzwischen auf dem Stand eingefroren, den jeder Gymnasiast nachplappern kann. „Es gibt ein Selbstbild und ein Fremdbild, und idealerweise sind beide deckungsgleich.“

Der Satz entspricht ganz der Idee des statischen, unveränderlichen Erwachsenseins. Du machst eine Lehre, danach übst dann bis zur Rente deinen Beruf aus. Du wirst in eine Stadt hineingeboren, lernst ihre Konventionen kennen und kannst ein Leben lang danach handeln. Du entwickelst passende Persönlichkeitsmerkmale, die du als Erwachsener nicht mehr verändern musst. Oder eben: Du entwickelst zuvor dein Selbstbild, das du bestenfalls anpassen musst, wenn es dir andere empfehlen. Und die anderen haben ein Bild von dir, das immer zutreffender ist als dein Eigenes, weil die Mehrheit besser über dich urteilen kann als du selbst.

Die Wirklichkeit spricht gegen die Theorie

Jeder kann bei einigem Nachdenken darauf kommen, dass dies alles nicht zutrifft. Die Lehre, ja selbst das Studium ist nur eine Grundlage für die vielfältigen beruflichen Entwicklungen, die du nehmen kannst. Wenn du die Stadt, das Bundesland oder gar dein Geburtsland verlässt, wirst du anders angesehen als je zuvor und du wirst die Welt in einem neuen Licht sehen. Du wirst erkennen, wie sich deine Persönlichkeitsmerkmale und dein Selbstbewusstsein durch Begegnungen abschwächen oder verstärken. Ja, du wirst erkennen, dass eine veränderte Lebenssicht ganz neu Facetten deiner Persönlichkeit freilegen kann. Dein Selbstbild wird sich mehrfach verändern, vor allem in Beziehungen oder neuen sozialen Kreisen, und du wirst dein Selbstbewusstsein in Zweifel ziehen, ausbauen oder stärken. Je weiter du dich entwickelst, umso mehr wirst du erkennen: Das Bild, das andere von dir haben, wird dir immer gleichgültiger werden, solange du zu dir stehst und damit Erfolg hast.

Warum Sie bei der Partnersuche an der Wirklichkeit versagen

Menschen neigend dazu, sich selbst in bestem Licht zu sehen. Sie erfinden als Erwachsene eine Wirklichkeit, in der sie der Mittelpunkt sind. Bei der Partnersuche wird dies deutlich, wenn Sie diese Sätze befürworten:

1. Sie sind als Partner(in) besser als der Durchschnitt.
2. Sie haben Anspruch auf einen „adäquaten“ Partner.
3. Ihre Eigenschaften als Partner(in) sind bemerkenswert.
4. Sie haben das alleinige Recht, zu wählen.



Sie sind wahrscheinlich bestenfalls Durchschnitt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit trifft all dies auf SIE nicht zu. Das beginnt schon damit, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit (statistisch, mathematisch und auch in Wirklichkeit) eher durchschnittlich sind.
Adäquat gibt es nicht – und ist es erstrebenswert?

Relativ neu ist, dass sich Menschen einen „adäquaten“ Partner wünschen, das heißt, einen Partner „auf Augenhöhe“ mit ausgezeichneten Eigenschaften. Dabei vergessen sie, dass „Augenhöhe“ nichts als die eigene Ansicht der Wirklichkeit ist – nicht die der infrage kommenden Partner. Heute wird als „Augenhöhe“ zumeist „Ausbildungsgrad“ verstanden – und dabei als Argument für die Partnerschaft überschätzt.

Was qualifiziert sie eigentlich als Partner(in)?

Die weitaus meisten Menschen können nicht auf Anhieb sagen, was sie als Partner qualifiziert. Dennoch glauben all diese Personen, sie hätten „bemerkenswert gute“ Eigenschaften für eine Partnerschaft. Wahrscheinlicher ist, dass Sie Ihre Eigenschaften als Partner(in) erst dann entdecken, wenn Sie das erste Mal intensiv mit jemandem zusammenleben. Und mindestens zu Anfang werden Sie entdecken, dass dies Eigenschaften eher unterentwickelt sind.

Das Recht, frei wählen zu können, ist Illusion

Das Recht auf die freie Wahl des Partners ist der größte Irrtum, und nahezu alle Partnersuchenden verfallen ihm dann und wann. Die meisten Partnersuchenden realisieren nicht einmal, welche bodenlose Überheblichkeit darin liegt: Sie wählen, der Rest der Menschheit wird gewählt. In Wahrheit müssen zwei Personen zusammenkommen, die einander wählen. Aus diesem einfachen Satz ergeben sich ungeheuer ernste Konsequenzen, wenn sie Verabredungen eingehen. Zunächst wäre zu sagen: Die meisten Verabredungen enden ohne eine klare Übereinkunft, den anderen zu wählen. Entweder haben beide Einwände, oder einer von beiden wählt den anderen ab. Das ist unvermeidbar: In der Theorie führt nur jede siebte Begegnung zu einer Beziehung, und dies auch nur dann, wenn beide guten Willens sind und eine entsprechende Vorauswahl getroffen haben.

Neuerdings ist dieser Fall typisch für Dates:

Sie trifft ihn. Er signalisiert, dass er sie wählen würde, und sie glaubt ebenfalls, dass sie ihn wählen würde. Dennoch vermeiden einer von beiden, sich festzulegen. Das führt zumeist dazu, schnell das Interesse aneinander zu verlieren.

Wiederholt sich dies in Serie, so ist sicher, dass die Person, für die es sich wiederholt, einen Fehler macht: Sie vergaß, die sich bietende Chance wahrzunehmen.

Was können Sie tun?
Nicht nach Vollkommenheit streben


Je näher Sie der Vollkommenheit kommen wollen, umso mehr werden Sie entdecken, unvollkommen zu sein. Sobald andere also „Ihre Ansprüche“ erfüllen, werden sie enttäuscht feststellen, dass sie nun aber nicht mehr den Wünschen anderer genügen.

Eigene positive Eigenschaften entdecken, entwickeln und anbieten

Statt zu glauben, als Partner(in) ideal zu sein, sollten sie ihre sozialen Fähigkeiten, ihre Möglichkeiten, andere durch ihre Anwesenheit zu erfreuen und ihre erotischen Künste kennenlernen und ausbauen. Überprüfen sie aber auch alle anderen Eigenschaften, ob sie sich günstig auf einer Partnerschaft auswirken könnten. Ein Tipp, der eigentlich selbstverständlich dazugehört: Allein und in der Theorie schaffen sie das nicht. Sie müssen es ausprobieren.

Messlatte tiefer legen

„Legen Sie die Messlatte tiefer“ ist ein Reizbegriff, vor allem für Frauen. Doch denken Sie daran: In den letzten 20 Jahren haben viele Frauen eine bessere Ausbildung genossen, aber sie sind dadurch nicht automatisch auch „besser Partnerinnen“ geworden. Als Partnerin bleiben Sie also das, was Sie an Eigenschaften einbringen - und nicht das, was sie als Zertifikate vorweisen können.

Entscheidungen mutiger fällen und dabei bleiben

Das Hauptmerkmal einer ausgezeichneten Karriere oder einer entsprechenden Partnerschaft besteht darin, bei einem guten Angebot schnell und zielsicher eine Entscheidung zu treffen. Diese Fähigkeit ist vielen Menschen angesichts der sogenannten „Vielfalt der Möglichkeiten“ verloren gegangen. Sie können diese aber leicht zurückgewinnen, indem Sie sich auf Ihre „existenzielle Bedürfnisse“ konzentrieren.
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Wer sitzt beim ersten Date mit am Tisch?

Sich verstellen, nur weil man ein Date hat? Lieber nicht!


Aufgeklärte Menschen wissen: Je weniger Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche der Single hat, umso weniger kann er bei einem ersten Date enttäuscht werden. Doch das ist nicht alles. Bei sehr vielen Menschen sitzen noch festgefahrene Bilder mit am Tisch. Sehen wir uns doch kurz an, wer alles „mitspielt“, wenn wir ein Date haben:

1. Mein Bild von mir selbst.
Es kann zutreffen oder falsch sein – aber wie es auch ist, ich habe die Absicht, es zu vermitteln. Also sitzt mein Selbstbild mit am Tisch.
2. Das Bild meiner Partnerin von sich selbst.
So, wie ich ein Bild von mir habe, so hat meine Partnerin auch eines von sich – und genau das versucht sie mir zu vermitteln. Es kann richtig, unabsichtlich falsch oder gezielt falsch sein. Ich kann es nicht wissen.
3. Mein Bild von einem Mann, der ein Date hat.
Ich habe normalerweise ein Bild davon, wie sich ein Mann (also nicht nur ich) verhält, der versucht, die Liebe einer Frau zu gewinnen. Es stört immens, wenn ich solche ein Bild hochhalte, aber das weiß ich zu Anfang des Dates noch nicht. Schlimm wird es, wenn ich mich nicht verhalte, wie ich mich verhalten möchte, sondern nach meinem Bild eines Mannes handle, der ein Date hat.
4. Das Bild meiner Partnerin von einer Frau, die ein Date hat.
Ich muss damit rechnen, dass es meiner Partnerin genau so ergeht. Möglicherweise verhält sie sich wie sich nach ihrer Meinung eine Frau verhält, die ein Date hat. Das kann schrecklich sein, gleich, ob sie die Brust aus strategischen Gründen halb freilegt oder die Arme über ihrem Oberkörper verschränkt.
5. Mein Bild von dem Bild, das eine Frau hat, die ein Date hat.
Ich denke, dass du denkst, dass, dass ich denke … der berühmte Psychiater Ronald D. Laing hat darüber sogar einen Gedichtband (1) geschrieben. Des ist wirklich schlimm, wenn ich mich persönlich so verhalte, wie ich glaube, dass meine Partnerin es von mir erwartet und das anspreche, was sie es vermutlich gerne hören würde.
6. Ihr Bild von dem Bild, das ein Mann über ein Date hat.
Wenn sie dieses Bild hat, denkt sie etwas in mich hinein, was ich möglicherweise für sie bin – nur weil ich ein Mann bin. Ich kann aber nicht wissen, welche Erfahrungen sie mit Männern gemacht hat, und warum sie so reagiert. Verhält sie sich so, weil sei glaubt, sie müsse sich so verhalten, weil ich ein Mann bin?

Noch mehr Bilder am Tisch ...

Als wäre dies nicht schon kompliziert genug, finde wir noch zwei weitere Bilder am Tisch:

1. Mein Bild von dem Bild, das eine Frau von einem Mann hat, der mit ihr ein Date hat.
2. Ihr Bild von dem Bild, das ein Mann von einer Frau hat, der mit ihr ein Date hat.

Gefahrenherd Dating-Tipps

Sie werden nun verstehen, dass all dies schon kompliziert genug ist, wenn ich mich NICHT an Dating-Regeln halte. Kommen hingegen solche Regeln hinzu, dann greifen „fremde Instanzen“ in das Verhältnis zwischen mir und der Frau ein, mit der ich gerade versuche, eine Beziehung einzugehen. Ich muss mich dann mit anderen Instanzen auseinandersetzen, die gar nicht am Tisch sitzen.

Entknoten, erster Teil: keine Regeln für niemanden

Es gibt keine Regeln für „erste Begegnungen“ außer Respekt vor dem Anderen – und solange wir an Freiheit und Gleichheit glauben, wird es sie nie geben. Mein wirklich ernstlicher Rat: Geben Sie sich keine Regeln, und nehmen Sie keine an. Gespräche regulieren sich aus dem Gesprächsverlauf heraus von selbst.

Entknoten, zweiter Teil: Das Wort zählt

Sogenannter „Small Talk“ ist gut für Partygespräche, aber nicht für erste Begegnungen. Bei Begegnungen zählt jedes Wort, jeder Satz, jede Frage und jede Antwort. Es ist gut und richtig, am Wort zu hängen, die Art aufzunehmen, indem es gesprochen wird und die Gesten zu beobachten, von denen es begleitet wird. Versuchen Sie also immer, nur den anderen am Tisch zu sehen, und zwar so, wie er sich in diesem Moment zeigt. Wenn ihnen eine Frau ein Theater vorspielt – lächeln sie darüber. Sie braucht Zuschauer. Es ist nicht ihre Aufgabe, herausfinden, warum sie das tut.

Entknoten, dritter Teil: Keine Bilder einbringen, Bilder mitnehmen

Wer (aus der Sicht des Mannes) „sein Bild von dem Bild, das eine Frau hat, die ein Date hat“ in ein erstes Date einbringt, läuft Gefahr, genau dieses Bild zu bedienen. Doch warum sollte der Mann es tun? Mag sein, dass er so etwas braucht, wenn er Trickverführer oder Gigolo sein will. Wer eine Beziehung sucht, benötigt solche Tricks nicht. Das Geheimnis sinnvoller Begegnungen liegt darin, keine Bilder einzubringen, sondern Bilder mitzunehmen.

Hinweis: Dieser Artikel erscheint in Auszügen in mehreren Publikationen.
(1) Knots - Knoten.
Bild: © 2014 by Gebhard Roese
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Gibt es "Erfolgssysteme" bei der Partnersuche“?

Erfolg entglitten - irgend etwas lief schief


Erfolgssystem, auch Erfolgsmethoden genannt, waren vor allem in den 1920er Jahren und den 1950er/1960er Jahren ein wahrer Renner. „Der Weg nach oben“ stand angeblich allen offen, auch ohne gediegene Ausbildung. In Deutschland tat sich hier vor allem Gustav Großmann hervor. Großmanns System, das er bereits in den 1920er Jahren entwickelte, hatte einen wesentlichen Vorteil: Es galt für den privaten wie für den geschäftlichen Erfolg.

Seither sind „Erfolgsmethoden“ für den privaten Bereich so gut wie verschwunden. Mit diesen Methoden werden heute vor allem Außendienstmitarbeiter und Führungskräfte der Wirtschaft konfrontiert, die stets unter starkem Leistungsdruck stehen. Durch diese Klientel haben sich auch die Akzente verschoben: Nicht mehr das Lebensglück wird als Erfolg gesehen, sondern nahezu ausschließlich die Leistungssteigerung.

Eigen sich Erfolgssysteme“ also gar nicht für die Partnersuche?

Doch – sie eignen sich, wenn man einige Elemente daraus isoliert und sie gezielt neu einsetzt.

Das Erfolgs-Element Analyse

Das Hauptproblem nahezu aller Partnersuchender, die ich jemals sprechen konnte, bestand darin, keine Analyse ihrer Situation durchgeführt zu haben, die durch Grundfragen so zu beschreiben ist:
„Wer bin ich, wen will ich und für was benötige ich vor allem einen Partner?“
Eine erfolgreiche Analyse verhindert vor allem, sich mit ungeeigneten Partnern zu treffen – und das spart viel Zeit und Aufwand. Ich muss jedoch ergänzen, dass es sich dabei nicht um eine profane „Persönlichkeitsanalyse“ handelt, wie sie teilweise von Partneragenturen angeboten wird. Entscheidend sind nicht tiefenpsychologische Faktoren, sondern ob Wünsche und Möglichkeiten in Einklang mit der erstrebten Zukunft stehen.

Das Erfolgs-Element Planung

Unglaublich wichtig, aber ebenfalls wenig beachtet: Wie planen Sie Ihre Partnersuche? Wenn Sie „offline“ suchen – gehen Sie an die richtigen Orte? Was wollen Sie dort eigentlich? Interessiert Sie dort noch etwas anderes als die Partnersuche? Haben Sie dort Freude? Wenn Sie „online“ suchen: Wie treffen Sie eine Vorselektion? Mit wem wollen Sie ausgehen, und was wollen Sie dabei erreichen? Haben Sie dabei auch wirklich ihre Ziele im Kopf? Wie ist ihr Zeitplan?

Das Erfolgs-Element Problemlösung

Bereits in der Analyse können Sie Methoden der Problemlösung verwenden, weil jeder Lösung eine Analyse vorausgeht. Wichtig werden Problemlösungsmethoden aber erst, wenn Sie glauben, möglicherweise auf einem Holzweg zu sein. Das kommt bei Partnersuchenden nicht selten vor.

Wie Sie zum Erfolg kommen

Leidenschaft als Basis
Wenn es eine „Grundlage des Erfolgs“ gibt, dann ist es der Wunsch, die eigenen Absichten passioniert zum Ziel zu führen. Gerade bei der Partnersuche gibt es für Deutsche noch viel zu tun: Immer wieder hörte ich, dass vor allem deutsche Frauen von der Partnersuche entnervt sind. Doch was Sie nicht aus „einem inneren Brennen“, oder einfach mit Leidenschaft und sinnlicher Freude tun, das können Sie nur unter sehr erschwerten Bedingungen zum Erfolg führen.

Persönlichkeit als Erfolgsgarant
Wenn Sie eine klare Vorstellung haben, welche Art von Persönlichkeit Sie sind, welche Persönlichkeit Sie suchen und wie daraus ein „Wir“ werden kann, dann haben Sie den Partner so gut wie „in der Tasche“. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich und ihre Zukunft halbwegs realistisch einschätzen.

Beharrlichkeit, gepaart mit Realismus und Toleranz
Partnersuche bedingt einen langen Atem und eine gewisse Resistenz gegenüber Enttäuschungen und Fehlschlägen. Auch dabei haben es Deutsche schwer: Wir glauben ja immer, niemals versagen zu dürfen, was uns daran hindert, erträgliche Risiken einzugehen. Also: Partnersuche nicht einstellen, weil mal etwas „schief geht“. Falls Sie ständig auf Probleme stoßen: Waren Sie realistisch genug? Wie sieht es mit ihren Toleranzen aus? Falls Sie wirkliche Probleme mit alldem haben, gehen Sie immer „zurück auf „Start“ und nicht „mit dem Kopf durch die Wand.“

Entscheidungsfreude und Anpassungsbereitschaft
Viel der „modernen“ Suchmethoden, gerade im Online-Bereich, scheitern an der Bereitschaft, sich auf die potenziellen Partner wirklich „einzulassen“. Das heißt: Wissen, wie weit man sich dem anderen anpassen kann – und sich dann schnell und sicher zu entscheiden, also nicht weiterzusuchen.

Erfolgs-Systeme nachrangig verwenden
Kein Erfolgs-System dieser Welt kann „voranging“ verwendet werden – und keines kann von einer anderen Person „übernommen“ werden. Erfolgsmethoden werden also nachrangig eingesetzt, nämlich dann, wenn klar ist, dass Sie mit Leidenschaft, Mut und Beharrlichkeit ein ganz bestimmtes Ziel erreichen wollen. Wenn es die Partnersuche ist, kommen sie nicht ohne eine leidenschaftliche, freudige und vorwärtsschauende Grundeinstellung für Ihre Absichten aus, die auch noch dann anhält, wenn Sie einmal „danebengreifen“.

Partnersuche mit Erfolgs–Methoden oder nicht?
Wir haben gesehen: Der Erfolg ist im Wesentlichen abhängig vom Wollen, der Freude ander Suche, der Persönlichkeit, der Beharrlichkeit und der Bereitschaft, sich auf andere einzulassen. Erfolgsmethoden, wie beispielsweise das moderne und sehr flexible „One Thing“ können Ihnen aber dennoch helfen. Wenn Sie Ihre Leidenschaft und ihre natürlichen Fähigkeiten aktivieren, und sich für eine begrenzte Zeit des Tages nur darauf konzentrieren, lustvoll und begeistert auf Partnersuche zu gehen, dann haben Sie schon mindestens die Hälfte Ihres Erfolgs sicher.

Buch: “The One Thing“, Gary Keller, Jay Papasan,, London 2014 In Deutsch nicht erhältlich.
Bild: Melange aus einem Kupferstich von Rainoldi und dem Gemälde von Biliverti "Joseph et Madame Putiphar"
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Sind Frauen und Männer unvereinbar unterschiedlich?

Passt er?


Frauen und Männer passen nicht zusammen: Oben nicht, weil beider Nasen ähnlich sind und einander dauernd im Weg stehen, unten nicht, weil Frauen immer kalte Füße haben und Männer daran erschrecken, und in der Mitte nicht, weil das eine blöde Dinge immer erst steif werden muss, und das andere Dinge nie feucht ist, wenn dies unvermittelt geschieht.

Gut, soweit der Humor. Doch tatsächlich wird immer wieder behauptet, Frauen und Männer würden so ganz und gar nicht zusammenpassen, weil ihre Gehirne und damit ihre Welten sich weit voneinander unterscheiden würden.

Dabei gilt, folgendes festzuhalten:

Frauen und Männer unterscheiden sich tatsächlich, beginnend beim äußerlichen anatomischen Bauplan der Natur, aber auch in der Steuerung der Prozesse, die für die Reproduktion nötig sind. Dazu benötigen Männer und Frauen etwas abweichende Gehirnfunktionen, unterschiedliche biochemische Prozesse und – davon beeinflusst – dann und wann eine etwas andere Denkweise.

Der untaugliche Versuch, Geschlechterwelten zu entzweien

Manche Autoren, sogar solche aus der Wissenschaft, versuchen nun, diese Unterschiede zu vertiefen. Sie behaupten beispielsweise, die Gehirnentwicklung verlaufe innerhalb der Pubertät „gegensätzlich“, so dass wir es am Ende mit zwei völlig unterschiedlichen Gehirnen zu tun hätten, die ihrerseits zwei völlig unterschiedliche Denkweisen aufbauen würden. Das ist logisch falsch, denn die wesentlichen Fähigkeiten des Gehirns bestehen ja darin, uns selbst am Leben zu erhalten und zusätzlich die Gedankenkraft zur Erweiterung unseres Wissens und Könnens zu nutzen, jenen Prozess also, den man gemeinhin als „das Denken“ bezeichnet.

Unterschiede aus den Tiefen der Säugetierzeit – noch aktuell?

Wenn wir überhaupt Unterschiede zwischen Frau und Mann feststellen können, so lediglich in dem äußert schmalen Bereich, in dem biochemische Prozesse Einfluss auf unser Fühlen haben. Man muss kein Naturwissenschaftler sein, um sich zu verdeutlichen, dass wir Menschen unseren heutigen Entwicklungsstand, ja, den überragende Erfolg, den unsere Art ausmacht, nicht unsrer emotionalen Kraft, sondern unserer Denkfähigkeit verdanken.

Passt sie?

Wissenschaftsromantik und wirkliches Wissen

Ich will Ihnen ein Beispiel geben:

Forscher behaupten immer wieder, es gäbe eine „weibliche“ und eine „männliche“ Kommunikation, die stark voreinander abweichen würden. Nun können wir zweifellos beobachten, dass Kommunikation im „nonverbalen“ (analogen) Bereich durchaus unterschiedlich sein kann. Mit anderen Worten: manchmal versteht eine Frau eine andere Frau intuitiv besser, weil eine Grundübereinkunft besteht, die nicht „in Worte gefasst“ werden muss. Doch was ist dieser „analoge Bereich?“ Er existiert auch bei Tieren – sollten wir stolz darauf sein, uns hierin als Frau und Mann zu unterscheiden? Die verbale Kommunikation (digitale Kommunikation) ist hingegen eine Errungenschaft der Menschheit, die uns erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Wir können über komplizierteste Sachverhalte kommunizieren, die einen riesenhaften Zeichenvorrat und zahllose Vereinbarungen darüber beinhalten. Das ist unsere Errungenschaft – und nicht die lächerlichen Unterschiede in der Kommunikation, die uns aus unserer Säugetierzeit verlieben sind und die wie heute romantisieren.

Sie dürfen anders sein und anders fühlen

Ich schlage vor, sich nicht „veralbern“ zu lassen von Menschen, die nicht mehr wissen, wer wir sind und warum wir so wurden, sondern die nachträglich einen romantischen Schleier über unser Sein legen wollen. Wir – Frauen wie Männer – dürfen uns ja unterschiedlich fühlen, dürfen voneinander abweichen und gelegentlich auch einmal übereinander schimpfen. Nur ist dies kleinlich, verlogen und hinterhältig, sobald wir es als kulturelle Wahrheit am Markt verbreiten.

Warum überhaupt sollte es erstrebenswert sein, völlig gleich zu sein? Entstehen Innovation etwas dadurch, dass wir alle gleich denken und gleich fühlen sollen? Werden Synergien frei, wenn wir alles dem „Mainstream“ nachplappern und ständig „Friede, Freude, Eierkuchen“ vor uns herbabbeln?
Wahrscheinlich nicht.

Psychologen und Gleichheits-Gegacker

Dennoch hämmert eine bestimmte psychologische Schule auf Partnersuchende ein, sie sollten bitte jemanden „Gleiches“ suchen. Sie sage, in der Gleichheit läge das Lebensglück, und Abweichungen würden eine Gefahr bedeuten. Konflikte müssen offenbar nicht ertragen werden, wenn man liebt, sondern sie müssen tunlichst vermieden werden, bevor man sich verliebt. Für mich ist dies eine äußerlich „schöne heile Welt“, die innerlich von Lügen zerfressen ist. Konflikte gehören zum Menschen, und wenn wir sie nicht mehr bewältigen können, dann kommt es zu Katastrophen.

Es geht nicht ohne Konflikte: Sie bringen uns weiter.

Möglicherweise ist dies der wunde Punkt: Wir haben verlernt, mit Unzulänglichkeiten umzugehen, zugleich aber vergessen, dass wir alle selbst in irgendeiner Weise unzulänglich sind. Deshalb wollen Frauen, dass sich Männer ändern und Männer erwarten, dass sich Frauen ändern. Deshalb gaukeln uns Partneragenturen vor, wie müssten gar keine Konflikte fürchten, wenn wir uns ihrer Gleichheits-Ideologie unterwerfen würden.

Ich habe vor, Ihnen einen Vorschlag zu machen. Mit ihm erreichen Sie voraussichtlich eine wichtige Etappe auf auf ihrer Strecke hin zur Partnerschaft – und vielleicht gar das Ziel.

Die sieben Erkenntnisse, um einen passenden Partner zu finden

1. Männer und Frauen sind in manchen Bereichen unterschiedlich. Akzeptieren Sie dies, nutzen Sie die Möglichkeiten, die es Ihnen bietet, und erfreuen Sie sich an den spannenden Erfahrungen, die Sie dabei machen.
2. Menschen sind von Grund auf unterschiedlich. Versuchen Sie, herausfinden, welche anderen Persönlichkeitsmerkmale sich mit Ihren eigenen am besten vertragen. Lassen Sie aber noch Raum für Unterschiede und Erweiterungen.
3. Überlegen sie, wie Sie in einer Beziehung „Synergien“ erzeugen können, also Energien, die Sie alleine niemals erzeugen könnten, die aber aus Kombinationen beinahe wie von selbst entstehen. Durch Gleichheit oder durch Unterschiede? Ich rate Ihnen gut: alleine durch Gleichheit niemals.
4. Erproben Sie Ihre Standhaftigkeit und ihre Kompromissbereitschaft. Was nützt Ihnen wo und wann am meisten? Wie viel Lebenssinn gewinnen Sie aus Unterschieden, was begeistert Sie an Gemeinsamkeiten? Ziehen Sie Ihre persönlichen Schlüsse aus den Antworten.
5. Pflegen Sie Ihren Gefühlspalast. Ziehen sie sich dann und wann in ihn zurück. Niemand ist Ihnen so gleich, so nahe und so lieb wie Sie selbst. Teilen Sie Gefühle mit anderen nur dann, wenn Sie sicher sind, dass es Ihnen gut tut. Verweigern sie Debatten über Ihre Gefühle.
6. Glauben Sie nichts, was Sie nicht selber sehen, erkennen und erfühlen können. Sie müssen Ihre Leben selber leben – niemand, der Ihnen „Guten Rat“ erteilt, wird es für Sie leben wollen.
7. Meiden Sie am besten alle Ratgeber-Bücher, mindestens aber solche, die Ihnen sagen, wie sich Frauen und Männer unterscheiden. Versuchen Sie stattdessen, sich ein Bild zu machen, was Unterschiede bewirken und vereiteln können.

Sagen Sie mir bitte irgendwann einmal, ob es bei Ihnen funktioniert hat, und vergessen sie nicht, meinen Rat weiterzuempfehlen.
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