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Daten und Emotionen verschenken – und dafür noch zahlen?

Schräge Verhältnisse - ganz normal?


Online-Dating-Portale verlangen mittlerweile horrende Summen dafür, um den Kunden in ihre Datenbank aufzunehmen – das Mehrfache dessen, was nötig wäre, um die Kosten zu decken. Dass sie dennoch nicht viel verdienen, liegt nahezu ausschließlich an dem ruinösen Wettbewerb, den diese Unternehmen einander liefern. Das allerdings haben die Kunden nicht zu verantworten, die hier in Verkennung ihres tatsächlichen Status als „Mitglieder“ bezeichnet werden. Mitglieder? Sie sind nicht einmal Kunden im ursprünglichen Sinne - sie sind die Verfügungsmasse der Betreiber.

Doch was ist die eigentliche Ressource, aus die diese Firmen schöpfen? Es ist der Wert der Datenbank, den SIE (ja, SIE) mit wertvollen Daten gefüllt haben – es beinhaltet Ihr Leben, Ihre Hoffnungen, Ihr emotionales Kapital. Aber – es gehört Ihnen inzwischen schon gar nicht mehr. In vielen AGB steht heute bereits, dass dem „Kunden“ gar nicht mehr gehört: nicht einmal seine E-Mail-Adresse. Die größte Unverfrorenheit der Unternehmen, die es betrifft: Man zahlt noch Geld, um „ganz offiziell“ geistig, emotional und in der Persönlichkeit enteignet zu werden. Manche Unternehmen gehen noch weiter: Sie lassen sich „Card Blanche“ dafür geben, Marionetten auf die Partnersuchenden loszulassen, die von Animateurinnen an unsichtbaren Fäden gezogen werden. Proteste haben selten Erfolg – steht alles in den AGB.

Viel Geld und jeder Menge Ressourcen - und was haben SIE davon?

Wenn zukünftige Paare für einen Dienst Geld bezahlen müssen, den SIE mit ihren einem ganzen Sack voll eigener Daten im Grunde genommen bereits bezahlt haben, ist dies zumindest fragwürdig. Und wenn diese Daten dann weiter vermarktet werden, was tatsächlich oftmals der Fall ist, dann stinkt das zum Himmel.

Horrende Nutzungsgebühren für eine Datenbank

Erinnern wir uns: Wir zahlen für die Nutzung der Datenbank, und wir zahlen dafür viel zu viel, auch dann, wenn unsere Daten diskret behandelt werden. Wir schaffen mit den Daten die Geschäftsgrundlagen der Unternehmen und machen deren Datenbank mit jedem Tag wertvoller. In gleichem Maße füttern wir Investoren und Aktionäre mit Mehrwert, der sich beim Verkauf auch versilbern lässt. Mit anderen Worten: Wir schaffen, oft ohne es zu ahnen, Wert für andere – nicht für uns selbst.

Mag sein, dass Sie nun sagen: ja, aber SIE bekommen etwas dafür – die Möglichkeit, eine Datenbank zu nutzen und am Ende dann auch Ihre Partnerin zu finden. Das mag auch richtig sein, jedoch ist die kaum unter einem Aufwand von etwa 20 Arbeitsstunden pro Monat möglich – die ebenfalls nur teilweise dem „Kunden“ zugutekommen. Wieder streicht der Unternehmer einen großen Teil des Mehrwerts ein, indem jeder Klick zum Profit beiträgt. Doch nicht nur das: Auch andere „Kunden“ werden gebauchpinselt, weil wir ihre Profile besuchen und Kontakte aller Art mit Ihnen aufnehmen. Auch damit schöpfen wir Mehrwert für die Unternehmer.

Wir zahlen sogar bei Erfolg noch drauf

Erfolg ist wunderbar – und es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht versucht, die Paarungserfolge in Beziehungen, Heiraten und Kindern zu vermarkten. Wieder entsteht eine kostenlose Wertschöpfung. Man müsste nun annehmen, dass die Unternehmen diesen Erfolg belohnen, aber das Gegenteil ist der Fall. Denn zwar gehen ihre Erfolgsdaten positiv in die Statistiken ein, werden die Algorithmen damit verbessert und bilden sich kostenlose Multiplikatoren für die Singlebörsen und Online-Partnervermittler. Doch jeder Versuch, sich nach der Aufnahme einer Beziehung oder gar einer Ehe abzumelden, scheitert an dem Evangelium des Online-Datings, AGB genannt. Das Abonnement muss bis zum letzen Tag bezahlt werden, gleichgültig, wann der Erfolg eintrat.

Im Grunde genommen müsste wenigsten jedes erfolgreiche Paar einen Teil der Profite des Unternehmens erhalten, wie der Internet-Guru Jaron Lanier vorschlägt. Doch auch der beißt auf Granit. Denn im Grunde sind die meisten Unternehmen an uns gar nicht interessiert, sondern sie gieren entweder entweder nach unserem Geld oder unseren Daten – und im Extrem eben nach unserem Geld UND unseren Daten.

Masochistische Wonne, nostalgische Romantik - worum geht es Frauen?

Wenn Sie erwarten, in diesem Artikel etwas über Sadomasochismus zu lesen, muss ich sie enttäuschen. Obgleich man durchaus zu der Meinung kommen könnte, die Autorinnen erotischer Romane würden zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen schwanken. Oder sie gar zusammenführen, wie dies in den „Shades of Grey“ und der Nachahmerliteratur geschehen ist.

Hier ist die Rede von den Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über die Partnersuche. Gegenwärtig überbieten sie sich darin, zu sagen, wie „beschissen“ Männer sind. Na klar, Männer wollen sowieso nur F*** und hintergehen Frauen mit allen erdenklichen Tricks, um das Ziel zu erreichen.

Partnersuche ist in falsche Hände geraten. Offenbar haben manche Frauen eine geradezu masochistische Wonne daran, über die eigenartigen, befremdlichen oder erniedrigenden Ergebnisse ihrer Partnersuche zu berichten – und sie schreibe nicht dazu, wie viel sie selbst dazu beigetragen haben. Dazu kommen Zickenblogs, in denen ständig von fehlgeschlagenen Dates berichtet wird – und wieder sind die Männer bösartige, wahlweise auch abartige Wichte.

Ich rede hier gar nicht von den absolut aus der Luft gegriffenen Ratschlägen oder den irrsinnigen Warnungen von „Lügen“. Eher frage ich mich: Was soll man eigentlich von Frauen halten, die mit nostalgisch verklärtem Rückbezug auf die Romantik der Großmütter heute zu einem Date gehen?

Das Zickengemecker soll lustig sein – sagen Frauen. Und sie kaufen die Bücher über fehlgeschlagene Dates, widerliche, hässliche Zwerge und schwanzgesteuerte Sex-Drängler. Doch was steht dahinter? Eine masochistisch motivierte Reise in das innere Selbst? Stolpern auf dem Pflaster der Realität? Die nostalgische Suche nach der verloren gegangenen Romantik? Eines ist es sicherlich nicht: das Eingeständnis, wie niederträchtig und hinterhältig die Autorinnen waren, als sie (angeblich?) recherchierten.

Ich nenne sie armselige Gestalten, und sicher nicht, weil sie Erfolg haben – sondern weil sie Flurschaden anrichten.

Die Wahrheit über den Umgang der Presse mit der Partnersuche? Auf der Liebe Pur.

Immer noch die alten Tricks und Winkelzüge beim Dating – ein Ärgernis

Keine Voraushonorierung - der Herr wollte erste zahlen, wenn er die Kohle der Dame (aka Mitgilft) im Kasten hatte


Die Partnersuche über Medien, Organisationen und und persönliche Partnervermittler ist ein Spiel mit der Illusion des perfekten Glücks. Und um diese Illusion aufrechtzuerhalten, ist es nötig, die Wahrheit zu korrigieren. Die Frage ist jedoch, wer dabei gewinnt, wer verliert und wo die Grenzen zum „gefühlten“ Betrug liegen.

Welche Methoden werden dazu verwendet?

1. Lockvögel
Angeblich setzt man sie niemals ein, die attraktiven Damen und Herrn, die sehnsüchtig auf den Partnersuchenden warten. Und schon gar nicht, wenn man sich als „seriös“ darstellt. Doch selbst bei Online-Partneragenturen wird man nicht behaupten wollen „Wir haben es niemals getan und wir werden es niemals tun.“ Bei Sexbörsen und Casualdating ist das etwas anders: Dort steht oftmals bereits in den AGB, dass man’s tut. Die wieder aufkommenden „händischen“ Partneragenturen stehen zwar nicht pauschal, aber oftmals in Verdacht, mit Profilen nicht existierender Personen zu arbeiten.

Wie lange gib es dies schon? Seit es Ehemakler, Annonce in Zeitungen und ähnliche Phänomene gibt. Je verzweifelter jemand sucht, und je weniger Chance er/sie tatsächlich hat, umso höher ist das Risiko, auf Lockvögel hereinzufallen. Übrigens halten die Betreiber, die Lockvögel verwenden, dies für „ganz legal“ – ihr Unrechtsbewusstsein liegt zumeist auf Eis und wird zudem durch die AGB gedeckelt.

2. Geschönte Beschreibungen
Nahezu jede Beschreibung ist geschönt, gleich, ob sie von einer Agentur oder vom Mitglied einer Partnerbörse stammt. Das ist durchaus legitim, denn wer würde schon seine fragwürdigen Eigenschaften in den Vordergrund stellen? Sollte jedoch das Profil ganz und gar von der Realität abweichen, dann kann man getrost von „Schwindel“ sprechen.

Wie lange gibt es das schon? Seit es einen Bedarf gibt, die eigene Person besonders herauszustellen. Die Tricks waren vor allem typisch für die ersten Ehemakler.

3. Getarnte Ehemakler
In den letzten Jahren sind sie wieder zu Ehren gekommen, die Agenturen, die auftreten, als seien sie Privatpersonen. Die Variante heißt neuerdings „Stellvertreter-Dating“ – und sie wird selbst in der seriösen Presse gelobt. In Wahrheit ist dies eine neue, veränderte Form der Ehemakler, die eine Person mehreren Interessenten anpreisen, um am Ende ein Treffen zu arrangieren.

Wie lange gibt es das schon? In Varianten bereits seit Jahrzehnten, und „fein“ ist es keinesfalls, sondern auch in den „legalen“ Varianten eher etwas anrüchig. Jahrzehntelang wurden Personen durch Zeitungsanzeigen geködert, in den angeblich Privatpersonen Partner suchten. Es war nicht ersichtlich, das es sich um Agenturen handelte. Heute werden Singles in Online-Partnerbörsen von „Privatpersonen“ angesprochen, die in Wahrheit Partner-Makler sind. Allerdings zahlen dabei nur die Suchenden, nicht die Gesuchten.

4. Beschönigung der Aussichten
Nahezu alle Online-Partneragenturen, Partnervermittler, Singlebörsen und Smartphone-Dating-Betreiber „schönen“ die Aussichten, einen Partner zu finden. Die verbreitetste Falschinformation ist, dass alle Personen gleich gute Aussichten hätten und dass es möglich sei, seinen „Traumpartner“ zu finden.

Wie lange gibt es das schon? Solange es Ehemakler gibt. Statistisch sind nicht alle Altersgruppen gleich gut zu vermitteln, und rein mathematisch sinkt die Chance exponential mit den Wünschen an den Partner. Doch die Partnervermittler, ob „online“ oder „real“, preisen die Aussichten auch dann in den höchsten Tönen an, wenn sie in Wahrheit mies sind. Sie wollen schließlich an das Geld ihrer Kunden gelangen.

5. Falsches Spiel mit den Kosten
Die Kosten werden bei kaum einer Partneragentur transparent offengelegt. Oftmals wird dem Kunden bei Online-Agenturen sogar suggeriert, man könne sich „kostenlos“ einen Partner finden lassen. „Online“ entstehen durch Abonnements oft Folgekosten, die am Anfang nicht bedacht werden. Offline-Agenturen (Partnervermittler) haben ebenso eigenartige Preise. Die bloße Einschreibung und das Versprechen, sich um die Partnersuche zu bemühen, kann bis zu 7000 Euro kosten.

Wie lange gibt es das schon? Es gab zwar einige Initiativen, um die schlimmsten Auswüchse von „ganz legalen“ Tricks durch Gesetze oder freiwillige Verpflichtungen zu unterbinden, aber beim Verbraucherschutz fehlt es der deutschen Regierung am Durchsetzungswillen. So mauscheln die Unternehmen, die es betrifft, weiterhin im Graubereich. Schlimm sind nicht nur die Online-Trickser mit ihren Abo-Fallen, sondern vor allem diejenigen Partnervermittler, die erst einmal ein paar Tausender einkassieren und dann kaum für die Vermittlung sorgen.

Warum Sie (immer) den falschen Partner wählen

Vorab ein Satz: Den „falschen Partner“ gibt es so wenig wie den Richtigen – es gibt immer nur geeignetere und ungeeignetere Partner. Aber der Volksmund sagt es nun einmal so: „Ich gerate immer an den falschen Partner.“

10 Gründe, warum Sie den falschen Partner wählen

Fragt sich doch: warum? Und falls Sie es ändern wollen: Fragen Sie gerne nach.

1. Hauptgrund: Sie kennen sich nicht wirklich.
Die eigene Persönlichkeit und die persönlichen Bedürfnisse zu erkennen ist eine Kunst, aber sie ist erlernbar. Wenn Sie sich nicht kennen, wissen Sie auch nicht, was Sie selbst wert sind – und erfahren nie, was Sie für andere wert sind.

2. Sie wissen nicht viel von anderen.

Denken sie nach – was wissen Sie von anderen? Wenig, nicht wahr? Sollen „andere“ sein wie Sie selbst oder sollen Sie ihnen Bedürfnisse erfüllen? Und wenn Sie es tun, was passiert dann?

3. Sie wissen nicht, was „glücklich sein“ bedeutet
Glücklich zu sein bedeutet nicht, wie beispielsweise die Spinner von den Singlebörsen behaupten, sich einen „perfekten Tag“ vorzustellen. Wie erreichen Sie persönlich Glück? Was soll ein anderer Mensch zu Ihrem Glück beitragen? Und warum sollte er das überhaupt tun?

4. Sie hassen es, Single zu sein
Binden Sie sich nicht nur, weil sie nicht länger Single sein wollen. Wenn Sie als Single nicht mit sich zurechtkommen, werden sie es auch schwer haben, in einer Beziehung zufrieden zu sein.

5. Sie sind zu romantisch oder emotional
Romantik in der Liebe ist – im realen Leben – eine Erfindung der Neuzeit. Wer mit übersteigerten Gefühlen umgehen kann, darf wollüstig, romantisch oder berechnend sein. Wer es nicht kann, sollte den praktischen Teil des Lebens in den Vordergrund stellen: Kann ich mit ihm/ihr kochen, eine Wohnung einrichten oder ein Kind großziehen?

6. Sie haben Liebe falsch erlernt
Was ist Liebe für Sie? Hingabe oder Begierde? Selbstlosigkeit oder erotischer Anspruch? Im Grunde wissen Sie nicht, was sie von einer Beziehung erwarten dürfen und können. Vielleicht sind Sie dann und wann verliebt … aber das ist kein Grund, um sich zu binden. Liebe braucht Zeit.

7. Sie glauben, etwas Besonderes zu sein
Ja, das hat man Ihnen erzählt: „Du bist etwas ganz Besonderes, mein Kind, etwas Einmaliges.“ Da sind Sie aber nur für sich selbst, nicht für andere. Theoretisch sind Sie Durchschnitt, manchmal liegen Sie etwas darüber. Aber wenn sie glauben, „etwas Besonderes“ für andere zu sein, und dies nicht genau begründen können, sind Sie in der Regel leider unter Durchschnitt.

8. Sie wollen ein kurzes Glück konservieren
Wenn Sie mit jemandem ein paar Mal Spaß im Bett hatten, schönen Oralverkehr genießen konnten oder mal „hart rangenommen“ wurden, heißt dies nicht, dass er ein guter Lebenspartner ist. Manche „schönen Stunden“ sollten buchstäblich „schöne Stunden“ bleiben.

9. Sie wollen damit aufhören, über sich selbst nachzudenken.

Es kann lästig sein, wenn die eigenen Gedanken nur um sich selbst kreisen. Das ist aber kein Grund, einen Partner zu suchen, sondern eher einer, diese Gedanken nach außen zu tragen. Oder denken Sie, in der Partnerschaft kreisen alle Gedanken nur um sie zwei als Paar?

10. Sie folgen Ihrem Sexualtrieb.
Sie/er vögelt mit Ihnen wie kein Zweiter? Dann ist sie/er als Sexpartner heiß begehrt – und das haben auch schon viele andere erfahren. Und voraussichtlich werden es auch in der Beziehung noch viele erfahren. Besser wäre es, wenn Sie lernen würden, ihre sexuellen Gelüste in der Bedürfnishierarchie neu einzuordnen. Sex ist wichtig - aber nicht jede(r), der guten Sex schenkt, eignet sich für eine Beziehung.

Wenn Sie nicht zustimmen …

Oh, Ihr Grund war nicht dabei? Sie geraten einfach immer nur an den Falschen? Dann belügen Sie sich wahrscheinlich selbst. Das ist ihr gutes Recht, aber kein Grund zum Lamentieren. Sie dürfen so oft falsche Entscheidungen fällen, wie Sie wollen, die Kelche der Lust ausschlürfen, solange Sie wollen und so oft dabei hereinfallen, wie Sie wollen. Nur - falls Sie das tun: Bedauern Sie sich nicht selbst, und rechnen Sie nicht damit, dass andere Sie bedauern.

Dieser Artikel wurde nach einer externen Idee mit neuen, angepassten Inhalten erstellt.

Lesen Sie bitte philosophisch und ausführlich, aber englisch weiter, was andere dazu meinen.

Hinweis: Dieser Artikel erschient auch in der "Liebeszeitung".

Virtual Love Day – schwarzer Tag für die Dating-Branche

Eigentlich sollte der heutige „Virtual Love Day“ eine Art Coming-out für Paare sein, die sich durch Online-Dating kennengelernt haben. Doch Online-Dating hat sich inzwischen als ein zweifelhaftes Geschäft erwiesen, und die Gründe liegen eindeutig bei den Unternehmen, die Online-Dating betreiben. Lassen wir einmal die wenigen Unternehmen weg, die sich öffentlich zu seriösen Geschäftspraktiken verpflichtet haben, so bewegt sich die Masse der Unternehmen immer hart an der Grenze dessen, was für Verbraucher gerade noch erträglich ist.

Bevor man einen „Virtual Love Day“ (Tag der virtuellen Liebe“) feiert, sollte man erst einmal gründlich ausmisten und endlich die Transparenz bieten, die man von einem honorigen Unternehmen erwartet. Doch ob hier überhaupt noch Hoffnungen bestehen, muss angesichts der jüngsten Enthüllungen und Urteile bezweifelt werden.

Hier die Punkte, an denen es hapert:

- Fehlende Preistransparenz.
- Automatische Abo-Verlängerungen.
- Aufblähung der Mitgliederzahl durch Karteileichen.
- Probe-Abonnements mit automatischer Verlängerung.
- Fehlender oder fragwürdiger Support.
- Kostenpflichtige Hotline für Beratungen.
- Sogenannte „Persönlichkeitsgutachten“, die kaum etwas wert sind.
- Bewusster und massiver Einsatz von Animateurinnen.

Nicht alle Unternehmen sind in jedem einzelnen der oben aufgeführten Punkte betroffen, aber nahezu alle Unternehmen, auch die Platzhirsche, sind in wenigstens einem Punkt betroffen. Und das ist ein Ärgernis, das eher eine Trauerfeier wert ist.

Das Date – plaudern, bewerben oder verhandeln?

Our dreams are more romantic than the world we see

Oscar Hammerstein (Aus dem Musical “Show Boat”)

Blind Date - Katze im Sack oder Moment der Wahrheit?


Die erste Verabredung zwischen zweien, die sich vielleicht mögen könnten, ist mit vielen Gefühlen besetzt. Zum Beispiel Erwartungen, Wünschen und Hoffnungen, aber auch von romantischen Gefühlen, die sich bald verwirklichen sollen.

Weniger wäre in diesem Fall mehr, denn oftmals sind die Erwartungen zu hoch, die Wünsche unerfüllbar und die Hoffnungen illusionär. Wer von vornherein an Romantik denkt, wird doppelt enttäuscht werden: Sie wir nicht geliefert, sondern muss erst entstehen.

Womit kann man ein erstes Date vergleichen? Mit gar nichts?

Oh doch. Dates nach Online-Begegnungen sind Verhandlungen darüber, wie es mit den beiden Partnern weitergehen soll, die sich zuvor nur schriftlich oder per Telefon kannten. Unbestritten ist, dass dabei Liebe, Lust und Leidenschaft eine Rolle spielen, aber sie sind nicht der erste und wichtigste Grund, zusammenzukommen. Mit einem modernen Begriff will man einfach wissen „ob die Chemie stimmt“, mit einem altmodischen Begriff, ob man einander sympathisch findet. Darüber hinaus ist das Treffen dazu da, die Zukunftspläne miteinander zu vergleichen und herausfinden, inwieweit sie miteinander harmonieren.

Verhandeln, Sex und Dates

Dates sind also Verhandlungen. Der Rechtsanwalt Gerhard I. Nierenberg verglich die Kunst des Verhandelns einmal mit der Aufnahme von Sex: Wir lernen durch „Versuch und Irrtum“. Ein Verhandlungsergebnis ist schwer vorauszusagen, wenn auch Emotionen betroffen sind – und zwischen Dating-Partnern sind immer Emotionen betroffen. Doch, wie wird eigentlich verhandelt?

Teenager-Blödsinn für den Müll

Erstaunlicherweise erleben wir bei dieser Frage zunächst ein Fiasko: Es gibt einige Hundert Dating-Ratgeber, und in vielen davon wird derselbe Quatsch abgesondert. „Offenbare dich nicht, halte dich zurück, sei geheimnisvoll, verstelle dich“ – kurz: Verstecke deine Persönlichkeit, rede nicht über deine Bedürfnisse, Vorstellungen und Wünsche.

Klartext: Das ist US-amerikanischer Teenager-Blödsinn, geschrieben für eine Dating-Kultur, die es in Europa nicht gibt. Da hat das Mädchen süß und geheimnisvoll zu ein, damit „er wieder anruft.“

Zweiter Klartext: Erwachsene Europäer, die sich nicht jeden Tag mit irgendjemandem treffen, um irgendetwas zu unternehmen, sondern einen einzigen Termin haben, um sich „gründlich zu beschnüffeln“, müssen anders vorgehen.

Bewerbungen sind sehr ähnlich

Teils kann man Dates durchaus mit Bewerbungen vergleichen. Im Grunde haben Bewerbungsgespräche einen schlechten Ruf, weil sie als „unsymmetrisch“ gelten. Das ist aber nur der Fall, wenn auf eine Stelle gleich zwei Dutzend Bewerber bereitstehen – oder auf eine Traumfrau, was dem in etwas gleich kommt. Sind hingegen nur wenige Bewerber vorhanden, so wird fair verhandelt: Der zukünftige Mitarbeiter will wissen, ob das Unternehmen zu ihm passt, und das Unternehmen will wissen, ob der Bewerber zum Unternehmen passt.

Ähnlich ist es bei in etwa gleich attraktiven Partnern beim Dating: Jeder will vom anderen wissen, ob es sich lohnt, miteinander die Zukunft anzugehen – und wenn nicht, kann man daran kaum etwas ändern.

Doch was bedeutet dies nun?

Fehler beim Dating: Attraktivität falsch einschätzen

Zunächst der Ausschluss: Wer selbst nur wenig Attraktivität aufweist, sollte nicht nach den Sternen greifen. Attraktivität kann körperlicher, geistiger, emotionaler, sozialer oder gar nur pekuniärer Natur sein. Erst kürzlich konnte ich über ein typisches “Akademikerinnenproblem“ sprechen. Warum sollte ein Mann eine beruflich erfolglose, wenig gefestigte und darüber hinaus arrogante Akademikerin? Oder auch: Warum sollte es einem farblosen Sachbearbeiter mit geringem Einkommen möglich sein, eine „Frau wie aus dem Bilderbuch“ zu treffen?

Andere Komponenten mögen ja wichtig sein, aber wenn ich selbst nicht weiß, worin ich wirklich gut bin und wer ähnlich attraktiv ist wie ich – wie soll ich dann jemals einen halbwegs passablen Partner finden?

Bedürfnisse sind der Schlüssel

Der Schlüssel für die erfolgreiche Begegnung liegt klar darin, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen und die eigenen Bedürfnisse erfüllt zu bekommen und dabei die Aussicht zu haben, dass beides auch langfristig funktioniert. Man trifft sich also, weil Bedürfnisse bestehen, und weil diese Bedürfnisse abgedeckt werden sollen. Es ist müßig, ständig über Ansprüche, Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen zu sprechen – für das erste Date sind sie alle Müll. Aber langfristige Bedürfnisse? Das liegen wir auf der sicheren Seite. Sehen Sie, all diejenigen, die Ansprüche Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen haben, bekommen sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfüllt. Bedürfnisse können aber erfüllt werden – von zusammen essen, über miteinander Sex haben bis hin zu den Bedürfnissen, dich sich aus der Beziehung erst entwickeln.

Wer das will, muss fähig sein, über seine Bedürfnisse angemessen zu kommunizieren – und er sollte dabei nicht vergessen: Gemeinsam zu Zielen zu kommen, bedeutet auch, sie auszuhandeln. Nichts ist wirklich selbstverständlich in einer Paarbeziehung – weder beim erstenn Date noch beim Kauf eines Mehrfamilienhauses.

Die Beratung für Partnersuchende – ist eine Revision nötig?

Manche meiner Leser in den weithin bekannten Medien „Liebepur“ und „Liebeszeitung“ glauben, in den letzten Monaten einen Meinungswechsel bei mir erkannt zu haben. Das trifft teilweise zu, allerdings nur in einem Punkt: Ich versuche meiner Klientel (sei sie persönlich bekannt oder virtuell vorhanden) stärker auf ein Ziel zu fokussieren: Einen Partner zu finden, der ihren Bedürfnissen gerecht wird.

Normalerweise glauben Berater, sie müssten Menschen auf den richtigen Weg führen, also den richtigen Beruf zu finden, die richtige Wohnung oder den richtigen Lebenspartner. Das heißt, der Klient soll erst lernen, was er will, um dann erfolgreich zu handeln.

Die falsche Berater-Sichtweise:ohne mich werden Sie scheitern

Ein ganz anderer Weg, besteht darin, zu handeln, um dabei zu lernen, was man wirklich will. Nun sagen manche Berater, dieser Weg sei aber gefährlich, weil der Suchende dabei leicht scheitern kann. Darin liegt eine Ideologie: Zu scheitern sei eine Katastrophe.

Sehen Sie, Menschen wir ich erkennen im Scheitern keine Katastrophe, sondern eine Chance, und sie glauben, dass „natürliches Lernen“ am Leben wichtiger ist als jeder noch so gut gemeinte Rat.

Was gleich bliebt und was sich ändert

Nachdem dies gesagt und geschrieben ist, kommt nun eine Änderung: Ich glaube nach wie vor, dass es gut und richtig ist, zu lernen, wer man ist und herauszufinden, was man will. Und ich rate nach wie vor, dies ausführlich und möglichst differenziert festzustellen. Aber: Ich rate Ihnen nun auch, dabei nicht zu übertreiben. Wenn Sie mehr als drei Wünsche an ihren Lebenspartner haben, wird die Suche schwieriger, bei mehr als fünf Wünschen geraten Sie an die Grenzen, und mit jedem weiteren Wunsch wird die Sache aussichtsloser.

Deswegen rate ich Ihnen seit Kurzem, sich auf ganz wenige Eigenschaften zu Fokussieren, die Sie selbst haben und die Sie am anderen suchen, und dabei präzis auf ein wesentliches Bedürfnis zu konzentrieren, dass Sie JETZT erfüllt bekommen wollen.

Zurück in die Zukunft ...

Ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, als sie sehr jung waren und zum ersten Mal ernsthaft auf Partnersuche. Da sind sie voraussichtlich nicht mit einer Strichliste herumgegangen, welche Eigenschaften ihr(e) Partner(in) haben soll. Sonder Sie sind ausgegangen, um herauszufinden, ob jemand ihre momentan wichtigen Bedürfnisse erfüllen kann.

Sehen Sie, und genau das möchte ich bei Ihnen erreichen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre „eine Sache“, die Sie jetzt bewegt, und für die Sie jetzt eine Lösung brauchen. Dann passiert das, was auch in Ihrer Jugend geschehen ist: Die erste Lösung zieht weitere Lösungen nach sich. Mache Berater sagen dazu auch: Wenn der Flaschenhals frei ist, fließen die Lösungen wie von selbst.

Meine Grundlagen - enthüllt

Übrigens, falls Sie wirklich interessiert, nach welchen Grundsätzen ich berate: Carl Rogers ist die Basis – das heißt: Sie finden die Lösung selbst mit wenig Hilfe des Beraters. Die Problemlösungstechnik (sie hat viele Autoren) ist das Werkzeug, mit dem Sie sich selbst helfen können. Sie ist einfach und pragmatisch, erfordert aber Übung und Konsequenz. Hinzu kommen Theorien von Ronald D. Laing (Selbstbild vs. Fremdbild, Paradoxien) , Eric Berne (Transaktions-Analyse), Paul Watzlawick (Kommunikation, Interventionen) und solche aus der Logik, der Kybernetik (1) und der Ökonomie. Ich selbst bevorzuge und verwende seit 38 Jahre dreistufige Entscheidunsgformen (Feature-Function-Benefit), die ich jedem empfehle (2). In den letzten Jahren folgte ich dem Trend, nicht die Psychologie, sondern die Ökonomie zu bevorzugen, wenn es um die Grundlagen der Partnerwahl geht. Dabei bin ich in guter Gesellschaft. Ohne ihm mental einseitig zu folgen, hatte in den letzten Monaten zweifellos auch der Erfolgsautor Gary Keller („The One Thing“) einen gewissen Einfluss auf meine Denkweise.

(1) Die Kybernetik lehrt unter anderem sinngemäß, Energie auf die Steuerung zu verwenden, da die Kraft aus sich selbst heraus wirkt, wenn sie geschickt gelenkt wird. Populärer ist möglicherweise die Geschichte von den "Sieben Faulen", die nach ähnlichen Prinzipien handelten).
(2) (Feature-Function-Benefit) heißt auf Deutsch: „Merkmal, Funktion und Nutzen“. Es ist ein Gliederungssystem aus der Wirtschaft, um erfolgreich Argumente vorzutragen und Entscheidungen zu fällen, aber auch ein wundervolles System, um im Alltag strukturiert zu denken.

Warum Ehrlichkeit Ihnen keinen passenden Partner beschert

Interesse an Architektur? Dann muss es auch stimmen!


Ein Geheimnis, das in jedes gute Kommunikationstraining eingebettet wird, ist dieser Satz:

Wichtig ist nicht, was du sagen wolltest – wichtig ist, was der andere davon verstanden hat.


Ich habe viele Leute mit dem Satz konfrontiert, und die meisten sagten: „Ja, aber es ist doch auch wichtig, was du sagst, nicht wahr?“ Sicher. Wir können etwas sagen, dass genau so verstanden werden soll, aber es gibt eben mehrerer Möglichkeiten, von denen ich Ihnen jetzt nur einige demonstrieren möchte: Wir sagen etwas, und …

1. Es wird genau so verstanden.
2. Es wird nur zu einem kleinen Teil verstanden, das Wesentliche fehlt.
3. Der Empfänger der Botschaft versteht etwas völlig anderes.

Jeder Teilnehmer an einem Kommunikationsseminar lernt also: Botschaften werden entweder verstanden oder nicht verstanden. Will ich, dass mein Gesprächspartner mich genau versteht, so muss ich hart an mir und meiner Kommunikation arbeiten. Und dazu muss ich noch einige Methoden erlernen, um zu wissen, ob meine Worte auf der anderen Seite „angekommen“ sind. In der Regel wird eine Botschaft verstanden, wenn man sich darüber geeinigt hat, dass sie verstanden wurde.

Warum ich Ihnen dies erzähle? Weil sie dieses Ziel mit einer „offenen, ehrlichen und natürlichen“ Kommunikation nicht erreichen werden. Und – weil sie Ihre Ziele nicht mir einem Profil erreichen, das „offen, ehrlich und natürlich“ ist.

Also beginnen wir noch mal mit einem weißen Blatt Papier: was wollen sie mit Ihrem Profil erreichen?

Die wahrscheinlichste Antwort wäre: „Dass es jemand liest, dem es so gefällt, dass er glaubt, ich käme für ihn infrage.“

Das ist nicht nur die wahrscheinlichste, sondern auch die beste Antwort. Indem Sie dies nun allerdings sagen, erkennen sie auch an, dass es nicht so wichtig ist, wie „offen, ehrlich und natürlich“ sie sich in Ihrem Profil beschreiben, sondern ob ihr Profil gelesen, verstanden und angenommen wird.

Das bedeutet nun auf keinen Fall, ein Profil zu schreiben, das zwar ankommt, aber nichts mit Ihnen zu tun hat. Wenn Sie französische Küche lieben, sich für Architektur interessieren und gerne reisen, sind sie der King auf dem Marktplatz der Eitelkeiten. Nur nützt es Ihnen nichts, wenn Sie in Wahrheit Currywust mit Pommes essen, Mackintosh für eine Computermarke halten und regelmäßig zu Tante Maria in Neu-Ulm fahren.

Ihr Profil muss nur interessant sein, und was daran interessiert, muss stimmen. Typischerweise interessiert keinen Menschen, ob sie nett, natürlich und liebenswert sind – das sind die üblichen Massenbeschreibungen. Sollten Sie London, Paris oder Kopenhagen lieben, so sagen Sie dies einfach. Sagen sie nicht, dass Sie „Kunst“ lieben, sagen sie, wen oder was sie daran lieben. Darin sollten sie ehrlich sein, denn das kann verbinden.

Übrigens ist ein „perfektes Profil“ ein schlechtes Profil. Denn obgleich sie sich vermarkten, sollen sie dabei keine Superlative verwenden. Wenn ihr Profil zu glatt gebrüstet herüberkommt, denkt jeder, der es liest: „Die (der) will sich gegen Höchstgebot verkaufen“.

Noch ein letzter Satz für heute? Ihr Profil muss nicht allen Menschen gefallen. Sie dürfen negative Eigenschaften hineinschreiben, beispielsweise solche, über die man lächeln kann. Denn im Grunde muss Ihr Profil tatsächlich nur einem Menschen gefallen. Einem –Ihrem möglichen, zukünftigen Partner.

Partnersuche - warum wir falsch denken und deshalb vieles falsch machen

Das WIR muss schon im Kopf vorgedacht werden


Die ausschlaggebende Erkenntnis ist …, dass ich nicht der einzige Wahrnehmende und Agierende in meiner Welt bin.

Ronald D. Laing

Unser aller Denken – auch das der kritischen Mitmenschen – ist von einem Fehler „im System“ durchsetzt. Er besteht einerseits besteht darin, das ICH überzubewerten und andererseits darin, Ursache-Wirkungsprinzipien zu heiligen. Beides zusammen bewirkt, sich entweder extrem zu überschätzen – oder auch zu unterschätzen.

Extreme - wie Sie mit einiger Sicherheit "systemkonform" versagen

Bei der Partnersuche finden wir beide Extreme. Die einen glauben, sich selbst so sicher zu sein, dass sie den Besten aller möglichen Partner für sich finden und ihn „in ihr System“ einordnen können. Sie sind also der Überzeugung, durch das starke ICH und den Einfluss, den Sie auf ihre Umgebung haben, einen großen Sieg davon zu tragen, oder „eine Eroberung zu machen“.

Die andere Fraktion sieht ihr ICH ständig als gefährdet an. Sie fürchtet, dass es verletzt werden könnte. Wer so denkt, will gefunden werden, fürchtet sich aber zugleich davor, vereinnahmt zu werden. Diese Partnersuchenden glauben, dass andere einen ausgesprochen großen Einfluss auf sie haben, sie selbst aber kaum Verantwortung für sich tragen. Sie geraten „immer wieder an den/die Falsche(n)“.

Da wir keine „Philosophie der Partnersuche“ haben, ist es ausgesprochen schwierig, das Thema überhaupt zu behandeln. Zu all dem kommt, dass die Psychologie heute eher „zurückgewandt“ ist, und weiterhin fest von Ursache-Wirkungsprinzipien ausgeht und Freud weiterhin huldigt, jedenfalls dann, wenn die Theorie betroffen ist.

Wie man erfolgloses Denken bei der Partnersuche verhindern kann

Wie lösen wir dann das Problem der Partnersuche? Wie verhindern wir, dass wir alle einer zwar völlig falschen, aber hochgradig akzeptierten Glaubensrichtung anhängen, die das ICH ins Zentrum des Erfolgs und des Versagens stellt?

Man müsste weit ausholen, um dies zu erläutern – lassen Sie es mich stark vereinfachen:

- Das WIR spielt die entscheidende Rolle innerhalb von Paarbeziehungen.
- Dieses WIR existiert als Modell, so wie das ICH als Modell existiert.
- Wer kein WIR-Modell besitzt, hat es schwerer, einen Partner zu finden.
- Der Weg vom WIR-Modell zum tatsächlichen WIR führt über gegenseitige Anpassung.


Ronald D. Laing hat in seinem Werk „Interpersonelle Wahrnehmung“ (1) ausführlich und sehr wissenschaftlich abgehandelt, worum es geht, der entscheidende Satz lautet:

Vielleicht bin ich nicht einmal in der Lage, mich selbst so zu sehen, wie andere mich sehen, aber ich nehme von ihnen beharrlich an, dass sie mich in dieser oder jener Weise sehen.


Selbstverständlich hat Laing dies nicht für die Partnersuche, sondern für alle „personellen Beziehungen“ geschrieben. Wer nun glaubt, dieser Satz gälte nur für „Meschuggene“, der sollte wissen, dass er positiv wie negativ lesbar ist.

Negativ: Ich weiß nicht, wer ich wirklich bin, das werden die anderen schon wissen. Ich habe ja keine Verantwortung für das, was andere in mir sehen.

Positiv: Ich glaube zu wissen, wer ich bin, und genau so agiere ich auch. Ich weiß um meinen Einfluss auf andere und unterstelle dabei, dass sie mich in dem gleichen Licht sehen, in dem ich sie sehe.


Trotz der Attribute „positiv“ und negativ“, die nur die Sichtweise bezeichnen, sind beide Kernsätze falsch, weil die Menschen, die dieses sagen, sich gar nicht bemühen, die Realität abzubilden, sondern sich als Zentrum des Universums sehen – ob als „Opfer“ oder als „Täter“. Doch dabei vergessen sie eines: Um überhaupt wahrgenommen zu werden, müssen sowohl die „Opfer“ wie auch die Täter“ in die Realität hinausgehen und sich dort präsentieren.

Die Realität der Partnersuche erfordert ein Umdenken im Vorfeld

Die Realität der Partnersuche aber funktioniert anderes. Sie folgt dem Gedanken „Was wäre, wenn wir …“. Öffnet dies Ihnen die Augen? Im Grunde genommen denken wir zwar per „ICH“, aber bei der Partnersuche haben wir plötzlich das WIR im Kopf, das wir sonst so erfolgreich aus unserem einseitigen Denken verdrängt haben. Partnersuche bedeutet also, den Weg zum WIR zu finden.

Wohl dem, der nicht „der einzige Wahrnehmende in seiner Welt“ ist. Denn nur er hat die Möglichkeit, sich ein Bild möglicher Realitäten im Kopf aufzubauen, also mit dem „was-wäre-wenn“ Gedanken vorauszueilen. Selbst, wenn ich mich nun der Kritik aussetze: Die im Voraus erdachte Realität in unsere Gedanken wird um so wahrscheinlicher, je freier wir die „Anderen“ in unserem Hirn agieren lassen. Diese psychologisch oder gar psychiatrisch anfechtbare These wird allerdings von jedem praktiziert, der verantwortlich mit anderen Menschen zusammenarbeitet.

Wenn Sie umdenken wollen: Berufen Sie sich gerne auf Ronald D. Laing. Und wenn sie einen Partner suchen: Entdecken Sie die Möglichkeiten, die jenseits ihres ICHS im DU und im WIR liegen. Ich kann Ihnen fast garantieren, dass diese Möglichkeit ihre Sichtweise des Lebens beeinflussen wird, wenn sie es nicht gar völlig verändert. Falls Sie einen Partner suchen, und dabei erfolgreich sein wollen, sehe ich kaum eine Alternative zu einem funktionierenden Realitäts-Modell in ihrem Kopf, das ein „WIR“ beinhaltet.

(1) Interpersonelle Wahrnehmung (Interpersonal Perception), London 1966

Das erste Date – welche Gespräche sind sinnvoll?

Die Meinungen von Singles über Gespräche beim ersten Date bin Ehren – aber Meinungen sind nicht unbedingt Erfolgsversprechen. Und ein Gespräch bei einem Blind Date ist nicht dasselbe wie ein notgedrungener Small Talk bei einem Sektempfang in der Botschaft.

Notanker Döntjes?

Small Talk hat seinen Platz -aber nicht während eines Blind Dates
„Erzähl doch mal einen Schwank aus deinem Leben“ – sagen manche Menschen, wenn es absolut keine sinnvollen Themen gibt. Offenbar sind Singles ähnlicher Meinung – laut einer jüngst verbreiteten Umfrage Sie meinen zu 44 Prozent, „Anekdoten“ (Döntjes, 1) aus dem Alltag von sich zu geben. An zweiter Stelle standen „Träume und Visionen“, während Zukunftspläne mit 21 Prozent stark abfielen. Zudem behauptet die von dem Online-Dating-Unternehmen ElitePartner verbreitete Umfrage, Frauen würden lieber plaudern, während Männer sich ernsthaft unterhalten wollten. Weiterhin wird behauptet, Männer wollten beim ersten Date „mehr über ihr Gegenüber erfahren“, während Frauen bei allgemeinen Themen verharren wollten.

Falsche Themen, falsche Sichtweisen

Selbst, wenn diese Sichtweisen seriöse ermittelt sein sollten, sind sie dennoch „nicht zielführend“ wie es im Neudeutsch heißt. Einfacher ausgedrückt: Die Sichtweisen der Singles sind blödinnig. Denn kaum ein Gespräch ist so wichtig wie ein erstes Date – vergleichbar ist es höchstens noch mit einem Bewerbungsgespräch. Wer also aus einem Blind Date nichts als Döntjes zu erzählen weiß, hat ungefähr die gleichen Chancen wie bei einer Bewerbung, in der er eine Clown-Nummer abzieht.

Regeln für wichtige Gespräche

Richtig an den Betrachtungen der Befragten Singles ist nur eines: Gespräche mit Fremden sollte man grundsätzlich locker einleiten. Danach versuchen Sie, die Gesprächsführung zu übernehmen (2) und den Partner dadurch anzuregen. Danach sollte Ihre Gespräch ohne eine bestimmte Themenwahl entweder "laufen wie geschmiert" oder auch nicht, Falls nicht, liegt es jedenfalls nicht an den Themen. Leider kann ich dazu hier nicht viele Details veröffentlichen - Sie können mich aber fragen.

Sobald diese Einleitung erfolgreich absolviert wurde und das „Eis gebrochen ist“ wird es allerdings Zeit, die Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Wer wenig bewandert in Gesprächsführung ist, glaubt immer, dass Themen die zentralen Punkte in der Kommunikation sind – das ist aber nicht der Fall. Der Fachmann weiß: Nicht das Thema zeigt uns die Persönlichkeit, sondern die Art, in der jemand davon spricht. Das Thema in einem Gespräch, in dem die Persönlichkeit erforscht werden soll, ist also immer nur der „Aufhänger“.

Das Thema ist nur ein Vehikel, nicht die Kommunikation als solche

Nehmen wir ein beliebtes Thema – den Beruf. Immerhin noch angebliche 40 Prozent der Befragten in der zuvor erwähnten Umfrage wollten ja darüber sprechen. Wer jedoch wirklich etwas erfahren will, sollte sich nicht an Worte klammern, sondern auf die Zwischentöne hören: Was mag er/sie am beruf? Wie verhält er/sie sich gegenüber Gleichgestellten, Vorgesetzten und eventuellen untergeordneten Mitarbeitern? Worin erkennt er/sie die Verantwortung? Was hat Priorität, beispielsweise die soziale Gemeinschaft (Kollegen), das Einkommen oder die Karriere (Stellung im Unternehmen)?

Wollen Frauen wirklich „nur plaudern“?

Ist unter diesen Voraussetzungen glaubhaft, dass „Frauen nur plaudern“ wollen?

Ich halte dieses Ergebnis für höchst unglaubwürdig. Ob Frau oder Mann: Wer maximal eine Stunde Zeit hat, um die Basis für tiefer gehende Gespräche zu legen, kann dies durch „plaudern“ nicht erreichen – und es ist überaus fragwürdig, ob dies die befragten Frauen wirklich so verstanden haben. Wenn Frauen beispielsweise angeblich nur zu 17 Prozent an konkreten Zukunftsplänen ihres Gegenübers interessiert sind, aber zu über 42 Prozent an den Träumen und Visionen der Männer, dann gibt es dafür nur zwei Begründungen. Die eine wäre, dass ein besonders hoher Anteil dieser Frauen einen „Sprung in der Schüssel“ hat, was ich nicht für sehr wahrscheinlich halte. Die andere Möglichkeit wäre, dass bei der Befragung etwas missverstanden wurde. Die Befrager selber geben einen Hinweis darauf. Nach Ihrer Meinung drückt die Antwort: „Ich möchte über Träume und Visionen reden“, die Frage aus: Was will er noch erreichen im Leben, was unbedingt machen? Ich halte dies für eine Frage nach Zukunftsplänen, nicht nach Träumen oder gar Visionen.

Themen: Völlig falscher Ansatz

Wobei sich am Ende natürlich die folgende Frage hergibt: Welchen Schluss sollen wir aus einer derart oberflächlichen, teils unsinnigen Befragung schließen? Sollen wir glauben, dass wir bei Anwendung der geäußerten Meinungen mehr Erfolg haben? Welchen Sinn hat es überhaupt, „Themen des Gesprächs“ statt „aufgenommene Inhalte des Gesprächs“ als Maßstab zu nehmen? Oder hatten die Menschen, die die Befragung entwickelt hatten, keine blasse Ahnung davon, was Kommunikation bedeutet?

Wie auch immer: Es gibt Regeln, die über Themen hinausgehen – und die nützen Ihnen wirklich. Ein Grundkurs in Kommunikation (3), vielleicht einen Schnupper- oder Basiskurs in „Transaktionsanalyse“? Die Themenorientierung nützt ihnen nicht die Bohne – und sie kann außerdem äußerst schädlich sein. Kommunikation -. das sollte eigentlich jeder Laie wissen, ist ein Prozess, in dem sich Gedanken fortentwicklen. Wer da ein bisschen Pingpong mit Gedanken spielen will, ist kein Gesprächspartner, sondern ein Taschenspieler.


(1) Döntjes - Niederdeutsch für Anekdoten.
(2) die Gesprächsführung können Sie am einfachsten durch sogenannte "offene Fragen" übernehmen.
(3) hüten sei sich vor Sektierern, versuchen sie, einen Kurs nach den Grundsätzen von Paul Watzlawick oder Schulz von Thun zu bekommen.
Hinweis: Alle Kurzzitate und Zahlen aus einem Beitrag von ElitePartner im hauseigenen Magazin.

Bild: © 2007 by Liebesverlag.de

Die Kraft des negativen Denkens

Kennen Sie die Kraft der selbsterfüllenden Prophezeiung? Sie ist ein hervorragendes Mittel, um sich selbst zu manipulieren. Wird sie positiv eingesetzt, erfüllen sich manche Wünsche schneller als man es sich jemals dachte. Das ist weniger Voodoo als eine Art „Verstärkung der Wahrnehmung durch Konzentration auf das Erwünschte.“

Funktioniert das auch umgekehrt, das heißt, können wir unsere Zukunft negativ beeinflussen, indem wie negative Prophezeiungen, negative Verstärkungen oder ganz generell negatives Denken einsetzen?

Ja, das funktioniert leider auch. Wir könnten sagen, es sei „die Verstärkung der Wahrnehmung durch Konzentration auf das Unerwünschte.“
Sie sind auf Partnersuche? Sie wollen keinen Partner finden? Dann beherzigen Sie das, was Carrie auf Neu.de-Herzklopfen schrieb:

Klagen wir Frauen auf Partnersuche unser Leid anderen Frauen auf Partnersuche, werden diese größtenteils mit heftigem Kopfnicken und leidender Zustimmung reagieren.


Um eine Lösung zu finden, brauchen sie keine Kristallkugel:

Klagen Sie als Frau niemals einer anderen Frau Ihr Leid über Ihre misslungene Partnersuche, und verweigern sie jede Bestätigung Ihrer negativen Gedanken.

War doch einfach, oder etwa nicht?

Das beste Profilfoto - die Wahrheit über Dating-Profile

Nicht einmal ein Mensch - aber ein Porträt, das verlockt


Schlaumeier wollen ihnen erzählen, wie ein Profilfoto auszusehen hat - unter Berufung auf Quellen, die ich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde. Provokativ ausgerückt: Wenn es Ihnen um viele Zuschriften geht, dann können sie auch Ihre nackten Brüste ins Netz stellen. Wenn sie aber Qualität und Niveau bei den Zuschriften suchen, dann fragen sie mich. Ich bin Gebhard Roese und Experte für Online-Dating - und dies ist mein Rat.

Die Wahrheit über das „beste“ Profilfoto

Angeblich stammt das beste Profilfoto aus dem richtigen Leben, damit der mögliche Partner sieht, dass man eine Person ist und keine Kunstfigur und schon gar kein Fake. Wir haben die Sache mal unter die Lupe genommen und festgestellt: die meisten Aussagen sind falsch, dann das beste Foto ist ein „sprechendes“ Foto – es muss mehr über die Person aussagen, als auf dem Foto zu sehen ist. Berufsfotografen wissen das, die meisten Amateure leider jedoch nicht – und „Selbstporträts“ (Selfies) sagen meist nur aus, dass der oder die Dargestellte geizig und oberflächlich ist.

Das perfekte Foto, wenn Sie eine Frau sind

Sie können wählen zwischen drei Darstellungsformen: schöne Hülle, Frau für alle Fälle und Persönlichkeit. Frauen, die sehr auf ihre Ausstrahlung bedacht sind, haben alle drei Themen im Handtäschchen. Im Vordergrund sollte aber das Foto stehen, das die meiste Ausstrahlung hat – und das zeigt in den weitaus meisten Fällen „sprechende Augen“. Eine Faustregel lautet: Das beste, sprechendste und attraktivste Porträt gehört sofort ins Profil, jedenfalls bei seriösen Singlebörsen. Selbstporträts kommen nahezu ausschließlich bei Männern an, die eine relativ belanglose Frau „für dann und wann“ suchen.

Das perfekte Foto, wenn Sie ein Mann sind

Wenn Sie ein Mann sind, empfiehlt sich, die Bildgestaltung markanter einzustellen. Selbstporträts sind definitiv Müll, und auch beim Mann ist wichtig: Das Porträt muss aussagefähig sein. Wichtig ist nicht nur, was die Frau sieht, sondern was sie aus ihrem Gesicht herausliest. Und bitte: Nicht mit Freunden, Kolleginnen oder Kollegen, Haustieren und Autos fotografieren lassen. All diese Bilder schrecken entweder ab oder ziehen die falschen Partner an. Die drei Bereiche, aus denen die Bilder stammen können: Persönlichkeit (kann nur ein ausgezeichneter Fotograf wirklich gut erstellen), gepflegtes, seriöses Äußeres (die Dame will mit Ihnen ausgehen) und dezente Hinweise auf einen schönen, sportlichen Körper.

Weitere Fotos … was Sie „in petto“ haben sollten - für Frauen

Plakativ, provokativ - das ist nichts für Dating-Seiten
Für Frauen (seriös): Bilder im Abendkleid oder im Sommerkleid. Bilder, auf denen Sie ganz zu sehen sind (wirklich gut kann das nur der Fotograf). Bleiben Sie beim Zeigen des Körpers dezent, zeigen Sie nur soviel Haut, wie sie auf einer Party zeigen würden. Wenn Sie einen Sport betrieben, in dem Sie schön aussehen, auch ein Sportfoto, ansonsten besser nicht. Ähnliches gilt auch für Fotos in „typischer“ Berufskleidung. Freizeitfotos nur dann, wenn nur Sie (und niemand sonst) darauf zu sehen ist. Niemals Bikini- Wäsche- oder Aktfotos, auch nicht auf Nachfrage. Für Frauen (semi-seriös, casual dating). In stufenweiser Darstellung: provokativer Blick, verlockender Gesichtsausdruck und Flirtgesten, wenn Sie Ihr Gesicht zeigen mögen. Bilder mit größeren Ausschnitten oder in schönen, aber noch gepflegten Dessous. Sinnliche, aber nicht provokative Aktfotos. Provokative Fotos (Strapse, große Brüste, extrem kurze Röcke), Bedecken von Körperteilen mit den Händen, provokative Aktfotos. Die beiden Bereiche können durchaus etwas ineinander übergehen, abhängig davon, welche Ziele Sie verfolgen. Wer sich nicht traut, im „Causal Dating“ das Gesicht zu zeigen: Maske tragen ist besser als den Kopf wegschneiden – im Zweifel einen Rückenakt zeigen oder auf dem Foto einfach den Kopf wegdrehen. Tätowierungen möglichst verbergen oder retuschieren, wenn Sie nicht erkannt werden wollen.


Weitere Fotos … was Sie vielleicht noch benötigen -für Männer

Weitere Fotos für Männer (seriös): Bilder im Anzug oder Sakko, auch mit Krawatte, wenn sie eine solche tragen, Fotos aus der Freizeit, hier auch Außenaufnahmen (im offenen Hemd, im Mantel). Achten sie darauf, dass keine anderen Menschen auf dem Foto zu sehen sind oder der Verdacht besteht, dass sie sich mit einer Freundin fotografieren ließen und diese dann später „weggeschnittenen“ haben. Sport- oder Strandfotos nur dann, wenn Sie wirklich markant aussehen – bei Strandfotos dann aber nur Gesicht und Oberkörper. Fotos in Berufskleidung, sofern Sie diese als „markant“ ansehen. Männer (semi-seriös, casual dating): Das Gesicht markant in den Vordergrund stellen, dabei entschlossen wirken und etwas mutiger beim Zeigen des Körpers sein. Athletische Körper und perfekte Umgangsformen sind gefragt. Männer können zwar stets etwas mehr Körper zeigen als Frauen, aber: Was zählt, ist aber immer der Oberkörper. Wer leider etwas mehr Bauch als Bizeps hat, sollte lieber sein gepflegtes, elegantes Äußeres zeigen (Gentleman-Effekt). Gentleman-Typen können auch den Stripper-Effekt nutzen: So tun, als ob Sie sich demnächst entkleiden würden. (Krawatte lockern oder ohne Oberhemd, aber mit Krawatte fotografieren lassen). Absolut nie und nimmer: Penis-Fotos. Wenn ihr Gesicht nicht zu sehen sein soll: Maske tragen (Zorro-Effekt) ist bei Männern am interessantesten, gefolgt vom Rückenakt (Gesäß betonen).

Welche Wissenschaften sind für die Partnersuche relevant?

Auch, wenn die Auswahl unendlich erscheint: Zugreifen muss man schon ...

Ich habe es oft gesagt: Psychologie und ähnlich fragwürdige Wissenschaften sind für die Partnersuche im Allgemeinen eher schädlich als nützlich – übrigens stehe ich da in einer Reihe mit manchem Wissenschaftler.

Was aber ist nützlich? Welche Wissenschaft bewährt sich? Ich beantworte dies mit Folgendem: Kybernetik für diejenigen, die das „Große und Ganze“ verstehen wollen, Kommunikationstheorie für die Prozesse, die zwischen Menschen ablaufen, Ökonomie für alle, die wissen wollen, wie sie schnell und sicher an einen Partner kommen wollen, Logik für die Hintergründe und Mathematik für die Errechnung der Chancen.

Würden Sie Nobelpreisträgern vertrauen? Dann hätte ich einen Vorschlag für Sie: Folgen Sie den Nobelpreisträgern Dale Mortensen und Christopher Pissarides. Sie haben den Nobelpreis 2010 für ihre „Suchtheorie“ bekommen. Es geht letztendlich darum, wann man bei der Suche den inneren Schalter auf „gefunden“ umlegt.

Was passiert nun mit Leuten, die sich nicht entscheiden können? Sie scheitern. Als Beispiel wird zwar nicht Online-Dating genommen, aber etwas sehr Ähnliches: Bewerberauswahl. Je „leckerer“ jemand ist, umso mehr tendiert er zum Versagen – das gilt für beide Teile, also Firmen, die Stellen ausschreiben und Bewerber, die zu hoch hinauswollen.

Ich kann es Ihnen verbindlich sagen: Am sichersten versagen Sie, wenn Sie den perfekten Partner suchen, weile s keinen perfekten Partner gibt – und selbst falls es ihn geben sollte, werden Sie ihn voraussichtlich niemals finden.

Bild: Teil einer Werbung für eine Sektmarke.

Paare: Gegensätze sind oft wirkungsvoller als Gemeinsamkeiten

Das Elefantengemüt passt zum Löwenmut - oder doch nicht?


Die Auffassung, dass „passende“ Partner gleiche oder jedenfalls ähnliche Eigenschaften haben müssen, scheint sich nicht zu bestätigen. Ich beobachte immer mehr, dass Praktiker, also Psychotherapeuten, Psychiater, Paarberater und Ärzte, eher dazu neigen, dass „sich Gegensätze anziehen“. Lediglich forschende Psychologen halten eisern daran fest, dass gleiche oder ähnliche Charaktermerkmale die Beziehung beflügeln.

Der Paartherapeut Stefan Woinoff beispielsweise will wissen, dass von vier angenommen Charaktertypen jeweils zwei gegensätzlich sind, die gerade deshalb besonders gut zueinanderpassen. Er nennt dies „komplementäre Ergänzung“. In der WELT wird er wie folgt zitiert:

Menschen mit jeweils komplementären Charakterstrukturen haben eine besondere Affinität zueinander und ziehen sich wie Plus- und Minuspole an. Daher werden sie häufig auch ein Paar.


Ob es sich nun um „Charaktertypen“ handelt, und ob deren Vier wirklich ausreichend sind, mag als bloße Annahme abgetan werden. Tatsache aber bleibt: Die Gleichheitshypothese hält der Realität nicht stand. Wer eine lebendige, entwicklungsfähige Beziehung sucht, sollte niemandem auf den Leim gehen, der „ähnliche Persönlichkeitsmerkmale für relevant hält.

Interessant dazu ist, was Meyers Lexikon vor annähernd 150 Jahren schrieb:

Die Geschlechtsliebe (1) …, (setzt) … einen gewissen Gegensatz der Charaktereigentümlichkeiten (voraus) , so daß eine gegenseitige Ergänzung und Ausgleichung möglich wird, wie z. B. zwei heftige und unnachgiebige Persönlichkeiten niemals glücklich miteinander leben könnten.


Natürlich waren die Auffassungen vor 150 Jahren noch anders, was die sogenannten „Charaktereigenschaften“ der Geschlechter betraf. Aber es ist offensichtlich, wie wenig zwei „ähnliche“ Persönlichkeiten füreinander tun können, die in einer engen Verbindung miteinander stehen.

(1) im Gegensatz zur "reinen" Liebe, die als geschlechtslos gilt.

Frauen: Partnersuche ab 40 – was tun, wenn die Luft dünner wird?

Alterslos? Doch was tut eine Frau über 40, die einen Partner sucht?

Was tun, wenn die Luft ab 40 „dünner“ wird und die Männer alle in Beziehungen sind oder so unerträglich, dass sie keine Frau mehr will? Eigentlich ist das gar nicht so schwer.

Ich gebe Ihnen drei Tipps, wie Sie beginnen können:

1. Anders suchen. Online zu suchen ist ein guter Tipp, aber es ist kein Tipp für jede Frau. Generell gilt: Erst sehen, was machbar ist, dann sich beraten lassen, dann handeln.
2. Intensiver suchen. Wer in einem Gewässer fischt, in dem es wenige Fische gibt, der muss besser Köder nehmen. Prüfen Sie, was Sie jetzt einem Mann schenken können, und was eine junge Frau nicht in gleicher Weise geben kann.
3. Auf keinen Fall „finden lassen“. Nur halbseidene Frauen, Abenteuerinnen, besonders schöne junge Frauen und psychisch labile ältere Frauen lassen sich heute noch „finden“. Wenn Sie damit in einen Topf geworfen werden wollen, ist das Ihre Sache. Wenn Sie „blauäugig“ sind, landen Sie dabei wahrscheinlich in einem Lotterbett. Also: aktive Partnersuche ohne „wenn“ und „aber“.

Wenn Sie Fragen haben – jederzeit.