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Zehn Fakten, die manche Online-Dating-Unternehmen hassen

1. Online-Dating kann sehr teuer sein.
Ehrliche Online-Dating-Firmen haben deswegen eine Preisliste, die vor Abmeldung ohne Tricks eingesehen werden kann, wenn sie Abonnements bieten, haben sie halbwegs faire Abo-Konditionen und sie verfügen tatsächlich über genügend andere zahlende Mitglieder. Mit dem Geld, das Sie als Kunde bezahlen, werden überwiegend neue Mitglieder geworben, und nur der Rest fließt in die Gewinnkasse. Wer „kostenlos“ anbietet, lebt davon, Mitglieder möglichst lange an sich zu binden, damit sie die auf den Seiten befindliche Werbung „genießen“ können. Abos werden teilweise um Fristen verlängert, die äußert befremdlich sind – teilweise um ein ganzes Jahr. Wer motzt, wird rüde auf die AGB verwiesen. Dennoch: Online Dating ist vergleichsweise billig gegenüber sogenannten „Partnervermittlern“, die behaupten, „händisch“ zu vermitteln.

2. Manche Tricks der Anbieter sind peinlich.
Seit Beginn der Ehe- und Partnervermittlung werden immer wieder dieselben Tricks eingesetzt: Schöne Frauen und angesehene Männer, seien sie nun „Vorzeigemodelle“ aus der Mitgliedschaft, , Werbe-Models oder einfach Püppchen, denen man ein Gesicht gibt (Fakes), werden an die Front geschickt, um neue Mitglieder zu ködern. Wie stark diese Mittel eingesetzt werden, ist unterschiedlich – am stärksten foppen Sexdating-Portale damit. Noch schlimmer: In der Werbung werden die begehrtesten Alters- und Sozialgruppen genannt – Menschen also, die ohnehin leicht einen Partner finden.

3. Es gibt einen Markt, der für jedes Alter anders ist.
Die meisten Menschen glauben, dass die Chancen nach Geschlecht und Alter gleichmäßig verteilt sind, zumal wenn (siehe Punkt vier) „hohe Frauenanteile“ versprochen werden. Das ist völliger Unsinn. Die Chancen sind je nach Altersgruppe und Geschlecht völlig unterschiedlich.

4. „50 Prozent Frauenanteil“, sagt nur wenig aus.
Die Aussage: „Etwa 50 Prozent unserer Mitglieder sind Frauen“ ist kaum etwas wert. Frauen werden oftmals mit Frei-Mitgliedschaften geködert, besonders beim Sexdating, Casual Dating und gelegentlich auch in Singlebörsen. Durch Verschleierungen und Umlenkungen wird neuerdings sogar versucht, sie auf Erotikportale umzuleiten.

5. Online Dating ist nichts für Angsthäsinnen und Angsthasen.
Online Dating Unternehmen bieten kein „betreutes Kennenlernen“. Jeder Kunde wählt auf eigenes Risiko aus. Wenn Sie Angst vor dem Kontakt mit Menschen haben, ist Online Dating für Sie nicht geeignet. Doch Vorsicht: Schüchternheit beim Ansprechen ist keine „Angst vor Menschen“ – wenn sie also „nur schüchtern“ sind, dann sind Sie beim Online Dating durchaus richtig. Falls sie auch sonst keine Angst vor dem Umgang mit Fremden haben (beispielsweise im Beruf) kommt Online-Dating für Sie durchaus infrage.

6. Sie müssen oftmals leider Frösche küssen.
Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen: Sie brauchen möglicherweise fünf bis maximal 20 Dates, bevor sie einen Erfolg haben. Es geht mit weniger Dates, wenn sie sorgfältig wählen. Bei mehr als 20 Dates ohne Erfolg benötigen sie Beratung. Leider nehmen viel zu viele Menschen zu spät Beratung in Anspruch. Vielleicht sind Sie aber auch auf Punkt sieben hereingefallen?

7. Ihr Traummann ist nicht online. Ihre Traumfrau auch nicht.
Alle werben damit, dass Sie ihren Traummann oder Ihre Traumfrau online finden können. Das ist, mit Verlaub, ein absoluter Unfug. Tatsächlich gehören beide, Traummänner wie Traumfrauen, in den Bereich der Märchenwelt. Stattdessen sollten sie sich Gedanken darüber machen, welche Eigenschaften Sie an einem Partner unbedingt wollen – und welche Eigenschaften Sie selbst haben. Das Leben findet immer in der Wirklichkeit statt – nicht im Traum.

8. Amors psychologische Pfeile treffen nur ungenau.
Die Pfeile, die von der Software der Unternehmen aufgrund einer vorausgegangenen angeblichen psychologisch fundierten Selektion auf Sie abgeschossen werden, treffen im Grunde gar nicht. Das liegt weder an den Psychologen, die die Tests ausgearbeitet haben, noch an den Programmierern, die sie realisiert haben. Die Liebe kennt keine parametrisierbaren Kriterien, und auch die endgültige Partnerwahl folgt anderen Gesetzen als denen der „psychologischen Übereinstimmung“. Sie dazu auch Punkt neun.

9. Sie müssen ihre Persönlichkeit selber kennen.
Einer der wichtigsten Punkte (fast) zuletzt: Einige Unternehmen behaupten, dass sie (die Unternehmen) ihre Kunden besser beurteilen könnten als Sie, also der Kunde oder die Kundin, es selber können. Sie argumentieren dabei mit Küchenpsychologie. (Das Fremdbild ist objektiver als das Selbstbild). Ich will mit nicht darüber streiten, sondern Ihnen sagen: Wenn Sie wissen, wer Sie sind und was Sie wollen, dann setzen Sie es auch durch. Wenn Sie später ein Date haben, brauchen sie nichts als Ihre wahre Alltags-Persönlichkeit – und die wird ohnehin erkennbar. Beim Blind Date vergessen Sie ohnehin jedes Psycho-Schema und vertrauen ganz auf ihre Intuition.

10. Sex ist immer häufiger eine Option.
Ob „seriöses“ Dating oder „Casual“ Dating spielt keine Rolle – Sie werden früher oder später darauf stoßen, dass ihr Partner oder (immer häufiger) auch Ihre Partnerin beim Date Wünsche nach sofortigem Sex äußert. Zumeist wird dieser Wunsch zunächst hinter einer belanglos klingenden Formel verschleiert. Der Wunsch nach sofortigem Sex kann vieles bedeuten – bei Frauen zumeist: „Ich habe es mir für heute fest vorgenommen, und es muss deshalb jetzt sein.“ Die einzige Möglichkeit, nichts schockiert zu sein: Sich darauf vorzubereiten. Statt eines Lehrbuchs über Dating-Regeln sollten Sie sich eine Packung Kondome kaufen – die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese sinnvoll verwenden können, ist wahrscheinlicher als das Zutreffen von Dating-Tipps.